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Schnittstelle

Videos bearbeiten mit Jahshaka

Stelldichein

Betrachten Sie den unteren Bereich des Hauptfensters. Hier erscheinen immer alle Befehle, die Jahshaka in der aktuellen Situation bereitstellt. Gleich nach dem Start erlaubt das Programm rund ein Dutzend Aktionen: Per Tidy Desktop räumen Sie auch hier den Desktop auf, per Clear Desktop fegen Sie die Samples vom Arbeitsbereich oder beenden das Programm über Quit.

Die untereinander angeordneten Schaltflächen am linken Rand (Desktop bis Text CG) ermöglichen einen schnellen Zugriff auf die einzelnen Module: Jahshaka besteht aus mehreren Komponenten, von denen jede eine bestimmte Aufgabe erledigt. Über die erwähnten Schaltflächen links unten im Hauptfenster schalten Sie zwischen diesen Teilen jederzeit hin- und her.

Hinter Text CG versteckt sich beispielsweise eine Betitelungsfunktion, während Animation ein Modul mit besagter Funktion enthält. Für den Videoschnitt zeichnet sich der mit Editing beschriftete Knopf zuständig. Haben Sie ihn angeklickt, landen Sie in einem Fenster ähnlich der Abbildung 2.

Abbildung 2: Der Editing-Modus.

Wer schon einmal ein anderes Videoschnittprogramm benutzt hat, dem dürften nun ein paar Dinge bekannt vorkommen – wie beispielsweise die Zeitleiste im unteren Bereich. Sie hilft gleich beim zeitlichen Anordnen der einzelnen Filmteile zum kompletten Film. Über der Zeitleiste thronen vier Register: Project, Cut, Track und Settings. Wechseln Sie zunächst auf das zuletzt genannte, um ein paar Grundeinstellungen zu kontrollieren. Sofern Sie mit dem handelsüblichen DV-Format arbeiten, sind die Vorgaben aus Abbildung 3 genau die richtigen.

Abbildung 3: Mit diesen Einstellungen liegen Sie beim Bearbeiten von Rohmaterial im DV-Format genau richtig.

In Deutschland kommt der PAL-Standard zum Einsatz (Normalisation). Die Auflösung (Resolution) entspricht bei DV-Material genau 720 mal 576 Pixel, bei einem Seitenverhältnis (Aspect Ratio) von 4:3. Alle zugehörigen Digitalkameras arbeiten immer nach dem so genannte Zeilensprungverfahren. Dabei teilt das Gerät ein Vollbild in zwei kleinere Bilder auf: Das erste dieser Halbbilder speichert nur die geraden, das zweite alle ungeraden Zeilen.

Diese Arbeitsweise kommt zwar den älteren Röhrenfernsehern entgegen. Jahshaka muss aus den beiden Halbbildern wieder ein ganzes errechnen. Insbesondere bei schnellen Schwenks entstehen dabei jedoch die berüchtigten Kamm-Artefakte, wenn bei der Aufnahme des zweiten Halbbildes das Geschehen vor der Kamera schon weiterlief. Unter Deinterlace bestimmen Sie das Verfahren zum Zusammensetzen der Bilder. Die Liste zeigt die Methoden nach ihrer jeweiligen Qualität und somit der nötigen Prozessorleistung geordnet.

Unter Audio Resampling stellen Sie die Audio-Frequenz ein, mit der Sie das Ausgangsmaterial aufgezeichnet haben. Den hier passenden Wert angeln Sie am Besten aus den Einstellungen der Kamera. Die beiden rechten Audio-Einstellungen beeinflussen die Vorschau: Audio Driver wählt zunächst den Treiber, über den der Ton während der Wiedergabe läuft. Im Zweifelsfall sollte ALSA der korrekte Wert sein.

Sofern Sie Ihren Computer mit zu vielen Effekten gehörig ins Schwitzen bringen, beginnt unter Umständen die Vorschau unter dieser Last zu stottern. Mit Preview Audio regeln Sie, wie sich die Applikation in diesem Fall in Bezug auf den Ton verhält. Jede Änderung einer Option wendet Jahshaka sofort an, ein explizites Speichern braucht es nicht. Wechseln Sie daher einfach wieder zurück auf das Register Project.

Arrangement

Werfen Sie einen Blick zum linken Rand des Hauptfensters. Dort befindet sich eine kleine Leiste, die in ihrer Mitte mehrere Punkte aufweist. Ziehen Sie diese Leiste nun mit der Maus wie eine Schublade nach rechts heraus. Dahinter erscheint die schon vom Desktop her bekannte Liste mit den zuvor eingeladenen Videodateien. Wählen Sie dort einen der Filmstreifen aus, und ziehen Sie ihn mit der Maus auf den großen Vorschaubereich, direkt rechts neben der Liste.

Achten Sie gleichzeitig darauf, wie sich im unteren Bereich die Zeitleiste verändert: Dort fügt Jahshaka einen Balken hinzu. Er repräsentiert das Video, wobei seine Länge der Dauer des Filmschnipsels entspricht. Die weiße Nadel zeigt an, welches Bild des Films gerade in der Vorschau zu sehen ist. Mit der Maus dürfen Sie sie an ihrem Kopf packen und per Drag & Drop eigenhändig an eine neue Position befördern. Als weitere Steuerungsmöglichkeiten stehen unterhalb des Vorschaubildes erneut die vom Videorekorder bekannten Schaltflächen bereit.

Abbildung 4: Die Zeitleiste mit der ersten Szene des Beispielfilms. Ein entsprechender Balken repräsentiert diesen Abschnitt.

Auf der rechten Fensterseite findet sich eine kleine Symbolleiste. Auf ihr sehen Sie ein rechteckiges, graues Kästchen in einem hellen Rahmen. Klicken Sie das Kästchen an und schieben Sie es langsam nach oben und unten. Auf diese Weise verändern Sie die Größe des Vorschaubildes. Passen Sie es so an, dass das Video die Vorschaufläche möglichst vollständig, aber noch gut sichtbar ausfüllt.

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Infos zum Autor

Tim Schürmann

Tim Schürmann

Tim Schürmann ist Diplom-Informatiker und derzeit als freier Autor unterwegs. Mehr Informationen finden Sie auf seiner Homepage unter www.tim-schuermann.de.


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LinuxUser 03/2012

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