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Neue Software

01.06.2007

Britisches Retro-Computing

Wer in den Achtziger Jahren mit einem ZX-Spectrum den Weg in die IT-Welt gefunden hat, der erlebt mit dem Free Unix Spectrum Emulator (kurz: Fuse, http://fuse-emulator.sourceforge.net) ein Revival dieser Zeit. Die aktuelle Version 0.8.0 benötigt die Libspectrum-Bibliotheken, die sie zusammen mit Fuse selbst auf der Heft-CD finden.

Fuse verfügt über ein umfangreiches Sortiment an ROM-Images und emuliert so die Produktpalette aller Spectrum-Modelle und deren Clones vom Spectrum mit 16 KByte über die Reihe +2 und +3 bis zu den Nachbauten der Timex-Reihe. Dies schließt die Emulation der für die frühen Spectrum-Modelle typischen mehrfach belegten Tastatur ein.

Da der Emulator das Tastaturlayouts nicht anpasst, fällt die Eingabe etwas gewöhnungsbedürftig aus. Die Hilfefunktion stellt jedoch ein Schema einer mehrfach belegten ZX-Spectrum-Tastatur bereit. Darüber hinaus zeigt das Spectrum Basic der 16k- und 48k-Modelle durch einen Buchstaben im Cursor an, wie es die nächste Eingabe interpretiert. Ein K steht für Schlüsselwörter, so dass der Emulator ein darauf folgendes [P] direkt durch den Befehl Print ersetzt.

Erscheint ein L im Cursor, interpretiert das Spectrum Basic jede Taste als normal eingegebenen Buchstaben. Sie umgehen die Widrigkeiten der mehrfach belegten Tastatur jedoch durch Wahl eines Modells mit Spectrum Basic 128, etwa aus der Reihe Spectrum+. Falls Sie des Spectrum Basic nicht mehr ganz mächtig sind, frischen Sie Ihr Wissen unter http://www.1000bit.net/support/manuali/zxspectrum/start.htm online mit dem Originalhandbuch auf.

Fuse emuliert nicht nur den Spectrum selbst, sondern auch einen Teil der Peripheriegeräte: Dazu zählen etwa das Kassettenlaufwerk, die Tonausgabe oder auch Joysticks. Wer noch Programmdateien im TZX-Format oder Images von Kassetten im TAP-Format besitzt, kann diese mit Fuse laden und ausführen. Sind die eigenen Originale im Keller unauffindbar, hilft ein Blick auf http://www.worldofspectrum.org eventuell weiter.

fuse-04.png

Die Klassiker aus der Reihe der Spectrum-Modelle von damals begeistern auch heute noch.

Kleine Alternative zu Apache und Co.

Wer mehr Funktionen braucht, als der schlanke Webserver Thttpd bietet, aber gleichzeitig die umständliche Administration des Apache Scheut, für den hält das MyServer-Projekt (http://www.myserverproject.net) eine interessante Alternative bereit. Die Entwickler arbeiten an einem freien, leistungsfähigen, aber dennoch einfach zu handhabenden Webserver. Das Programm liegt aktuell in Version 0.8.7 vor, in der die Entwickler insbesondere das Übertragen von Dateien und das Bearbeiten von POST-DATA-Anfragen optimierten.

MyServer unterstützt alle gängigen Protokolle wie HTTP, HTTPS, CGI, Fast CGI und WinCGI und steht plattformübergreifend für Linux und Windows bereit. Im Gegensatz zu Apache legt MyServer seine Konfigurationsdaten als XML-Dateien ab, die es erlauben, die Konfiguration mit jedem Editor zu bearbeiten. In den vorgefertigten Paketen liegt außerdem eine GUI zum Editieren der Optionen bei. Installieren Sie MyServer aus dem Quellcode, fehlt sie hingegen.

Doch auch mit einem Editor fällt das Einrichten dank gut dokumentierter Konfigurationsdateien nicht schwer. Über die Anzahl der Threads bis hin zu den zu verwendenden Buffer- und Cache-Größen legen Sie alles nach Ihrem Gusto fest. Dabei hilft eine umfangreiche Online-Dokumentation, die unter der Adresse http://www.myserverproject.net/doc/languages/german/ auf Deutsch vorliegt.

myserver-02.png

Dank einer gut strukturierten Konfigurationsdatei im XML-Format konfigurieren Sie den kompakten Webserver MyServer sogar mit einem Editor ganz einfach.

LinuxTag 2007 bietet über 200 Fachvorträge

Das Programmkommitee des vom 30. Mai bis 2. Juni in Berlin stattfindenden LinuxTags (http://www.linuxtag.org/2007/) stockt das Vortragsprogramm kräftig auf: Statt geplanter 100 umfasst das diesjährige Programm rund 200 Fachvorträge aus Bereichen wie Linux in der Verwaltung, Bildung und Medizin, Virtualisierung oder dem Einsatz auf mobilen Endgeräte, um nur einige zu nennen. Die Vorträge gliedern sich zu Themenblöcken, die sich auf die vier Tage und sechs Säle verteilen.

Der eintägige Besuch der Messe unter dem Funkturm in Berlin schlägt mit 8 Euro (ermäßigt 4 Euro) zu Buche. Wer ein Dauerticket kauft, zahlt 22 Euro (ermäßigt 11 Euro). Ermäßigungsberechtigt sind Schüler, Auszubildende und Studenten. Der Verlauf läuft online, per Telefon (+49 (0)30 30 69-69 69) und am Ticketschalter beim Einlass. Alle Tickets berechtigen auch zum Besuch der gleichzeitig stattfindenden Business-Anwendermesse IT-Profits (http://www.it-profits.de).

Palm steigt auf Linux um

Laut Ed Colligan, Geschäftsführer von Palm Inc. (http://www.palm.com), plant der PDA-Hersteller, seine Geräte künftig mit einem Linux-basierten Betriebssystem auszustatten. Das fehlende Multitasking im Palm OS und das geplante Design kommender PDAs zur Interaktion mit Webapplikationen und Webdiensten machen Linux zur logischen Wahl.

Zwar sollen 2007 noch Geräte mit dem eigenen Palm OS 5 erscheinen, langfristig gibt das Unternehmen jedoch einer eigenen Linux-Implementation den Vorzug. Die enthält auch eine Kompatibilitätsebene für Palm-OS-5-Programme. Laut Colligan steht Palms Linux-Entwicklung in keinem Zusammenhang mit der Linux-Plattform von Access (früher als Palmsource bekannt). Es ist auch nicht geplant, Palms Linux an andere Hardware-Hersteller zu lizenzieren.

Kurz notiert

Nach neunmonatiger Entwicklungszeit liegt jetzt Cedega 6.0 (http://www.transgaming.com) vor. Laut Hersteller Transgaming glänzt die aktuelle Version vor allem durch eine erhöhte Performance und verbesserte Grafik- und Sound-Unterstützung. So erhöhten die Entwickler die DirectX-9-Kompatibilität und ermöglichen dem Spieler, durch verbesserten Alsa-Support künftig zeitgleich zum Spielsound auch das Abspielen von Musik. Das Repertoire unterstützter Spiele wuchs um Titel wie "Oblivion", "Need for Speed", "Madden NFL07" und "Battlefield 2142". Bereits unterstützte Spiele wie "World of Warcraft", "Civilization IV" oder "Half-Live 2" profitieren von neuen Optimierungen.

Das Projekt World of Padman (http://padworld.myexp.de) veröffentlichte jetzt die erste Stand-Alone-Version eines Ego-Shooters der ungewöhnlichen Art. Bereits 2004 gab das Team eine Padman-Mod frei, damals noch für Quake 3. Die neue Version hat sich nicht nur von Quake 3 emanzipiert, sondern bietet komplett überarbeitete Karten und anspruchsvolle Zusatzfunktionen. Im Gegensatz zu klassischen Shootern wirkt die Spielidee ungewöhnlich, da Sie Ihren Gegner nicht töten, sondern mit Farbe besprühen.

Der Open-Source-Hoster Sourceforge (http://www.sf.net) plant für den Sommer 2007 eine neue Plattform für den Vertrieb von Diensten rund um Open Source. Umfang und Rahmenbedingungen des geplanten Portals stehen noch nicht fest. Allerdings schreibt VA-Software, der Betreiber von Sourceforge, bereits einen Managerposten für das neue Projekt aus (http://www.vasoftware.com/company/career_jobs.php).

Nach dem Erfolg des Vorjahres findet in diesem Jahr wieder ein Camp OpenOffice statt. Vom 17. bis 19. August dreht sich diesmal in der Jugendherberge Biggesee bei Olpe alles um das freie Büropaket. Das Themenspektrum der Konferenz reicht von Qualitätssicherung, Programmtests, und Übersetzungen bis zu Anwendungsentwicklung, Dokumentation und Marketing im OpenOffice-Projekt. Das Angebot richtet sich vorrangig an Teilnehmer zwischen 16 und 27 Jahren. Wer Interesse hat, bewirbt sich bis zum 1. Juli. Bewerbungsunterlagen stehen auf der Veranstaltungsseite http://de.openoffice.org/veranstaltungen/camp2007.html zum Download bereit.

Da es in den letzten Monaten wiederholt zur Löschung verschiedener Linux-Artikel aus der deutschen Wikipedia kam, reagiert die Community mit dem eigenständigen Freie-Software-Wiki (http://freiesoftware.wiki-site.com). Hier haben Anwender die Möglichkeit, sich umfassend über das Thema zu informieren. Im Gegensatz zur Wikipedia nimmt das Wiki jede Software ungeachtet deren Relevanz auf, sofern sie frei und verfügbar ist. Zur Zeit beschäftigen sich die Mitwirkenden noch mit dem Portieren von Artikeln über freie Software aus der Wikipedia. Sämtliche Berichte über Linux-Distributionen haben sie bereits übernommen.

Mit dem Entwicklungsbeginn von The Coop (http://wiki.mozilla.org/Labs/The_Coop) bringt die Mozilla Foundation jetzt ein weiteres Addon für den Firefox auf den Weg. Das Tool unterstützt den Anwender beim Austausch von Bildern, Nachrichten und Links mit Freunden erleichtern. So bewirbt der Mozilla Labs Blog Coop mit dem Slogan "Keep track of our friends". Eine erste Beta steht dort zum Download bereit.

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