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Linux auf Französisch

Mandriva Linux One 2007 Spring im Test

01.06.2007 Sie suchen einen einfach zu installierenden modernen Desktop mit 3D-Fähigkeiten und kompletter Softwareausstattung? Werfen Sie doch mal einen Blick auf Mandriva One.

Seit Anbeginn seiner wechselvollen Geschichte, die bishin zum Gläubigerschutz der Firma langte, verfolgte der französische Distributor Mandrake Linux kommerzielle Ziele.

Nach dem Einverleiben der kleineren Linuxanbieter Conectiva und Lycoris stellte sich die Firma schließlich neu auf, gab sich den Namen Mandriva [1] und bietet seither eine breite Produktpalette gleichnamiger Distributionsvarianten sowie diverse Onlinedienste an (siehe Tabelle "Mandriva-Produkte").

Kern bleibt aber das kostenlos erhältliche Mandriva Linux Free, dessen neuste Release 2007.1 den jahreszeitgemäßen Zusatz Spring im Namen trägt. Die dazugehörige installierbare Live-CD Mandriva One 2007.1, die Sie in der Version mit KDE-Desktop auf der Heft-DVD finden, erschien am 17. April.

Mandriva-Produkte

Name

Typ

Preis

Mandriva One installierbare Live-CD mit den wichtigsten Anwendungen und einigen proprietären Treibern und Anwendungen kostenlos
Mandriva Linux Discovery Verkaufsbox für Einsteiger mit gedruckter Hilfe, 3 Monate eTraining, 1 Monat Mandriva-Club, 3 Support-Tickets 44 Euro
Mandriva Linux Powerpack Verkaufsbox für Fortgeschrittene mit umfangreicher Software, 3 Monate eTraining, 2 Monat Mandriva-Club, 4 Support-Tickets 70 Euro
Mandriva Linux Powerpack+ Verkaufsbox für professionelle Anwender mit einer Vielzahl an kommerziellen Anwendungen und Serverapplikationen, 6 Monate eTraining, 2 Monat Mandriva-Club (Gold), 6 Support-Tickets 179 Euro
Mandriva Flash 4 GByte großer USB-Stick mit bootfähigem Mandriva-Linux und rund 3 GByte freiem Speicherplatz 90 Euro
Mandriva-Club Kostenpflichtige Mitgliedschaft für Zugriff auf Wissensdatenbank, Downloadbereich und spezielle Programmpakete. Zugriff je nach Wertigkeit der Mitgliedschaft 60 Euro/Jahr (Standard) bis 1200 Euro/Jahr (Platin)
eTraining kostenpflichtiger Service in Modulform, (30 freie Module für Clubmitglieder) 50 bis 150 Euro

Bezugsquelle: Mandriva Deutschland (http://www.mandriva.de)

In medias res

Bereits beim Bootmenü von Mandriva One fällt das neue, in Orange gehaltene und fein gestaltete Design äußerst positiv ins Auge. Das Bootmenü selbst unterscheidet sich nicht wesentlich von dem anderer bekannter Distributionen und bietet diverse Bootoptionen und Kernelparameter. Monitor und Computertyp erkennt die Live-CD in aller Regel korrekt, sodass der Benutzer nur noch mit [Eingabe] zu bestätigen braucht.

Auf einem typischen Laptop und einem etwas betagteren Desktoprechner bootete Mandriva One für eine Live-CD verhältnismäßig zügig und ohne Probleme. Etwas überraschend prangte uns während des X-Server-Starts bereits das NVidia-Logo entgegen: Ein funktionstüchtiges Kernelmodul lädt das System also bereits von CD, sodass das sonst übliche Nachinstallieren entfällt. Auch für die ATI-Mobility-Karte des Laptops installierte sich ein 3D-fähiger Treiber.

Abbildung 1: Mandriva One 2007 wird dem Beinamen "Spring" auch durch sein gelungenes und frühlingshaftes Design gerecht.

Nach einer Abfrage zur gewünschten Sprache und dem Land müssen Sie die Lizenzbedingungen absegnen, die aber keine Überraschungen bereithalten. Wählen Sie nun noch Ihr bevorzugtes Tastaturlayout sowie die Zeitzone aus. Bereits an dieser Stelle lässt sich ein NTP-Server zur Zeitsynchronisation mit dem Internet auswählen.

Im folgenden Fenster entscheiden Sie, ob ein 3D-Desktop (XGL/Compiz), der derzeit nur von Mandriva direkt unterstützte "2,5D"-Desktop Metisse [2] oder ein herkömmlicher 2D-Desktop starten soll (Abbildung 2). Falls Ihre Grafikkarte es hergibt, probieren Sie ruhig beide 3D-Varianten aus: Es ist den Spaß wert. Sollten Sie Probleme mit einem 3D-Desktop bekommen, starten Sie mit [Strg]+[Alt]+[Backspace] im Notfall den X-Server neu und gelangen wieder zum Anmeldemanager KDM. Wählen Sie dort als Sitzungsart die Variante Drak3d aus und probieren entweder einen anderen 3D-Desktop oder schalten die nette Spielerei ganz ab.

Abbildung 2: Egal ob XGL/Compiz oder Metisse: Mit solchen optischen Schmankerln handelt sich der Anwender ein deutlich instabiler laufendes System ein.

Nach der Anmeldung startet der von Mandriva favorisierte KDE-Desktop. Wenn Sie KDE nicht mögen und lieber Gnome verwenden, so hält die Mandriva-Website [3] weitere ISO-Images für Sie bereit (Tabelle "Mandriva-2007.1-Images"). Die Desktop-Oberfläche zielt vorallem auf umsteigewillige Windows-Nutzer ab. Auch der kommerzielle Hintergrund von Mandriva bleibt dem Anwender nicht verborgen: So widmet sich das Fenster Herzlich Willkommen nicht etwa ersten wichtigen Informationen, sondern spricht die Kaufbereitschafft potenzieller Upgrade-Kunden an.

Mandriva-2007.1-Images

Version

Architektur

Umfang

DVD-Version

Mandriva Linux 2007 Spring Free-DVD x86, x86_64 4,3 GByte

Live-CDs

Mandriva Linux 2007 Spring One Gnome x86, x86_64 695 MByte
Mandriva Linux 2007 Spring One KDE x86, x86_64 693 MByte
Mandriva Linux 2007 Spring One KDE-Extras x86, x86_64 701 MByte

Gewöhnungsbedürftig wirkt der unter Linux unübliche, voreingestellte Doppelklick. Der gesamte Desktop ist äußerst penibel und durchdacht vorkonfiguriert. Selbst die Unterordner des Home-Verzeichnisses bestückten die Entwickler mit passenden bunten Symbolen für Musik, Downloads, Dokumente, Videos und Bilder (Abbildung 3). Das speziell für Mandriva optisch angepasste KDE-Menü beinhaltet nicht die Bezeichnung, sondern nur die Funktion eines Programms als Namen.

Zum Ausprobieren stehen die wichtigsten Anwendungen für Internet, E-Mail, Büroarbeit, sowie einige Multimedialösungen bereit (siehe Tabelle "Software-Versionen"). Auf die Beigabe von Spielen verzichteten die Entwickler komplett. Nach der Installation stehen aber im Online-Repository ausreichend Titel aus dem Unterhaltungsbereich bereit. Im Live-Modus erstellte Änderungen übernimmt das System während einer folgenden Installation, so dass Sie eine Konfiguration des Systems nicht zweimal ausführen müssen.

Abbildung 3: Der Home-Ordner beinhaltet für viele Dateitypen vorgefertigte Unterordner.

Software-Versionen

X.org 7.2
KDE 3.5.6
Gnome 2.181
OpenOffice 2.1
Gimp 2.3.14
Firefox 2.0.0.3
Thunderbird 2.0

1 Nicht auf der Heft-DVD

Live Install

Für eine wirklich zügige Installation sorgt der Assistent Live Install, den Sie über das gleichnamige Desktop-Icon erreichen. Er bietet verschiedene Möglichkeiten an, mit der Festplatte umzugehen. Für ein individuelles Einrichten des Massenspeichers wählen Sie Benutzerdefinierte Partitionierung. Das Programm gibt sich übersichtlich und intuitiv zu bedienen (Abbildung 4). Im Anschluss an die Partitionierung kopiert Live Install das System bereits auf Ihre Festplatte, die entsprechende Zwangspause reicht kaum zum Kaffeekochen.

Anschließend bestimmen Sie noch Art und Installationsort des Bootloaders. Standardmäßig richtet Mandriva hier Grub im MBR der ersten Festplatte ein. Im Test erkannte der Installer dabei ein vorhandenes Windows anstandslos, ignorierte aber beharrlich das bereits installierte Suse Linux.

Nach abgeschlossener Installation startet das frische Mandriva Linux mit der Konfiguration des Netzwerks. Dabei dachten die Entwickler nicht nur an Ethernet oder eine direkte DSL-Verbindung: Mandriva bietet auch das Einrichten von Internetverbindungen via Bluetooth oder UMTS an. Nach Eingabe des Root-Passworts und dem Erstellen eines Benutzerkontos startet automatisch Mandriva Firsttime – dieser Assistent versucht Ihnen noch einmal klarzumachen, wie wichtig und vorteilhaft doch eine Registrierung und ein späterer Beitritt zum Mandriva-Club seien.

Abbildung 4: Über einen grafischen Assistenten installieren Sie das Live-System in wenigen Minuten auf Ihre Festplatte.

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Infos zum Autor

Mirko Albrecht

Mirko Albrecht schreibt seit Ende 2004 regelmäßig Beiträge für die Zeitschriften LinuxUser und EasyLinux. Wenn er nicht gerade eine neue Distribution ausprobiert, spielt er gern Schach oder fotografiert die Welt.
Seine Rechner werden meist von Xubuntu oder Opensuse bevölkert.


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