Aufmacher

K-Splitter

01.06.2007

40 Studenten für KDE 4

Im Rahmen des "Summer of Code 2007" bezahlt Google insgesamt 40 Studenten für Arbeiten am Quellcode von KDE. Die Studenten, die sich alle im Vorfeld mit eigenen Ideen beworben haben, erhalten Unterstützung durch einen erfahrenen Mentor aus den Reihen des Projekts.

So soll die Entwicklungsumgebung KDevelop Unterstützung für das CMake-Buildsystem und die Scriptsprache Ruby erhalten. Die Enwicklungsumgebung für das beliebte Scripting-Framework Kommander, das bislang als eigenständige Anwendung firmiert, soll ebenfalls in KDevelop einfließen.

Ein weiteres Projekt beschäftigt sich damit, die KDE-Desktopfernsteuerung KRDC deutlich zu erweitern. So soll ein Tab-gesteuertes Interface, wie mittlerweile bei fast allen Browsern üblich, gleichzeitige Sessions ermöglichen. KOffice erhält einen Modus zum kollaborativen Bearbeiten von Dokumenten, KWord soll kompatibler zum OpenDocument-Standard werden.

Auch auf der Hardware-Seite tut sich etwas: KDEs Hardwareverwaltung Solid erhält Unterstützung für Bluetooth-Geräte, die verbesserte XRandR-Unterstützung soll das Umschalten von Clone-Modus und Split-Desktop ohne Neustart des X-Server gewährleisten. Die für das Umschalten erforderlichen Voraussetzungen bringt X.org ab Version 7.2 bereits mit.

Auch der beliebte Musikplayer Amarok erhält durch den Summer of Code zusätzliche Features: Neue Playlist-Ansichten und die Integration weiterer Webdienste stehen dabei im Vordergrund. Der Desktop-Globus Marble, in KDE 4.0 erstmals dabei, erhält eine 2D-Landkartenansicht sowie Unterstützung für GPS-Daten und das KML-Format von Google Earth.

Der Summer of Code endet im August. Jeder Student erhält für ein erfolgreich abgeschlossenes Projekt 4000 US-Dollar.

Dank Sponsoring erhält der freie Desktop-Globus Marble bald auch eine Kartenansicht.

KBattleship überarbeitet

Paolo Capriotti, der neue Maintainer von KBattleShip, hat eine überarbeitete Version des beliebten Strategiespiels für KDE 4 vorgestellt. Er hat das Game, das den Regeln des Klassikers "Schiffe versenken" folgt, von Grund auf neu geschrieben. Wichtig war ihm dabei neben einer vektorbasierten Grafik im Oxygen-Look von KDE 4 auch eine verbesserte künstliche Intelligenz für den eingebauten Computergegner. Die neue Version soll, erweitert um neue Details wie eine Radar-Ansicht, zusammen mit KDE 4.0 erscheinen und bildet wie gewohnt einen Teil des KDE-Games-Pakets.

Neu gegen Alt: Ein Spiel ist mit der Neuentwicklung (unteres Fenster) bereits möglich.

KDE-Konferenz in den Startlöchern

Die Organisatoren der KDE-Konferenz Akademy, die dieses Jahr im schottischen Glasgow stattfindet, haben das Programm für die ab dem 30. Juni stattfindende Konferenz bekanntgegeben. Das Vortragsprogramm am Wochenende konzentrieren sich dabei auf die Pfeiler der KDE-4-Architektur, Bindungen an andere Programmier- und Scriptsprachen und neuen Plattformen.

So gibt es Vorträge, die KDE 4 auf Windows und Mac OS X vorstellen. Ein weiteres wichtiges Thema stellt die Qualitätssicherung dar – nicht zuletzt weil das KDE-Projekt an dem von der EU geförderten SQO-OSS-Projekt teilnimmt, das die Qualität von Open-Source-Software messen soll. Auch die Themen Barrierefreiheit und Usability sind wieder mit mehreren Vorträgen vertreten. Schließlich kommen im Community-Track auch der Umgang mit der Presse, Unterstützung der Benutzer oder die benutzerzentrierte Programmentwicklung zur Sprache.

Eine Besonderheit ist der dieses Jahr erstmals stattfindende "Schools and Education Day", der die Vorzüge von KDE und sonstiger freier Software im Bildungsbereich demonstriert. An die Vorträge schließt sich wie üblich ein Hacking-Marathon an, die dem anstehenden Release von KDE 4.0 die letzten Schliffe verleihen soll. Wer Interesse am Vortragsprogramm, dem Education Day oder dem Hacking-Marathon hat, meldet sich unter http://www.kde.org.uk/akademy/ für die Veranstaltung an. Die volle Programmübersicht stellen die Veranstalter unter http://akademy2007.kde.org/ zur Verfügung.

Obwohl die diesjähre Konferenz nicht mal angelaufen ist, sucht der KDE e.V. bereits nach potentiellen Ausrichtern für die Akademy 2008. Die Voraussetzungen dafür hat der Verein unter http://ev.kde.org/akademy/requirements.php veröffentlicht.

Qt für Embedded-Windows in Arbeit

Wie der Trolltech-Entwickler Espen Riskedal in seinem Blog ankündigte, arbeitet Trolltech an einer Portierung des Qt-Toolkits auf Windows Mobile. Damit wäre das transportable Windows neben Linux die zweite von Qt unterstützte Embedded-Plattform. Bislang testeten die Entwickler den Einsatz mit Windows Mobile 5.0 und Windows CE 5.0.

Die Norweger bringen bereits einige Expertise im Embedded-Sektor mit: Für Linux stellen sie neben dem Qt-Toolkit mit Qtopia auch eine Qt-basierte grafische Oberfläche für Linux-basierte Smartphones und PDAs bereit. Windows Mobile soll erstmals mit Qt 4.4.0 offiziell unterstützt werden, das kommendes Jahr offiziell erscheint.

Tetrix fühlt sich demnächst dank Trolltech auch unter Windows Mobile wohl.

KWin nutzt Compositing

Anlässlich der Linux-Expo in Prag stellte KDE-Entwickler Lubos Lunak seine Verbesserungen im KDE-Fenstermanager KWin vor. Lunak erweiterte ihn um Compositing-Fähigkeiten, die Effekte ähnlich denen der 3D-Fenstermanager Beryl und Compiz ermöglichen.

Der wesentliche Unterschied: KWin funktioniert auch mit älteren Grafikkarten und Boards ohne 3D-fähige Treiber. In diesem Fall schaltet KWin die komplexeren Effekte ab. Die Architektur von Beryl und Compiz hingegen verlässt sich komplett auf 3D-fähige Hardware und Treiber – ein Umstand, der beide Fenstermanager als Standard für KDE 4 ausscheiden ließ: Die Entwickler wollten den Benutzern nicht zwei verschiedene Fenstermanager zumuten.

Um interessierten Anwendern einen Eindruck von seiner Arbeit zu vermitteln, hat Lunak nun Videos online gestellt, die einen Eindruck von den neuen Effekten vermitteln: So kann KWin inaktive Fenster herunterdimmen, sodass sich das aktive Fenster schneller identifizieren lässt. Außerdem beherrscht der Fenstermanager nun Zooming, alternativ kann der Benutzer gezielt einzelne Ausschnitte mit einer Lupe vergrößern.

Mit PresentWindow verfügt KWin nun auch über eine dem Exposé-Effekt von Mac OS X ähnliche Funktion. Sie verkleinert alle Fenster auf Knopfdruck so weit, dass sie auf einen Bildschirm passen. Eine interessante Innovation stellt die Möglichkeit dar, in diesem Modus nach Fensternamen zu suchen: Wer etwa kwrite angibt, für den wählt KWin aus allen Fenstern nur die Instanzen des KDE-Editors aus.

Lunaks Verbesserungen sind bislang noch nicht offiziell in KDE 4 eingeflossen – das soll sich allerdings bis zum Release im Herbst ändern. Solange stehen alle Videos in Lunaks Blog unter http://www.kdedevelopers.org/node/2787 zum Bestaunen bereit.

Schnell das richtige Fenster finden: Die PresentWindow-Funktion von KDE 4 fasst alle Fenster auf einem Bildschirm zusammen.

GUI für Truecrypt

Für viele Laptop-Besitzer stellt der Diebstahl des mobilen Rechenknechts einen regelrechten Albtraum dar. Nicht nur, dass die Daten weg sind – sie befinden sich höchstwahrscheinlich auch noch im falschen Händen. Egal ob vertrauliche Korrespondenz oder Details über die Finanzen: Einige Daten auf der Platte gehören unter Verschluss, solange sie nicht unbedingt gebraucht werden. Dazu dient das Programm Truecrypt, das Partitionen sowohl unter Windows als auch unter Linux verschlüsselt. Die Linux-Variante hat jedoch einen Nachteil: Sie erfordert eine Extrarunde über die Kommandozeile.

Diesen Umweg vermeidet Dirk Perschs Truecrypt-GUI. Das grafische Frontend verwaltet verschlüsselte Partitionen und stellt ihren aktuellen Status dar. Zur Ausführung benötigen Sie lediglich Truecrypt ab Version 4.3 sowie die Kommander-Runtime, die jeder aktuellen Distribution beiliegt. Wer seine Daten sicher verwahren will und ein kommandozeilenarmes Leben bevorzugt, lädt die Truecrypt-GUI unter http://www.kde-apps.org herunter.

Verschlüsselte Partitionen verwalten kann auch mit Linux einfach sein.

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