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Gnome-News

01.06.2007

Zippen wie bei Microsoft

Die Mehrheit der Komprimierungsprogramme unter Linux arbeitet nach alter Unix-Tradition mit einer langen Kette von Kommandozeilenparametern. Dass es mit einem grafischen Interface bequemer, aber nicht weniger flexibel geht, zeigt Peazip (http://peazip.sourceforge.net/).

Das Programm besticht durch seine übersichtliche Oberfläche und das große Sortiment unterstützter Archivformate. Neben dem hauseigenen Format PEA unterstützt es Klassiker wie ZIP, TAR, GZ, BZIP2, 7Z oder Split-Archive. Mit diesen Formaten kommt Peaszip sowohl beim Entpacken als auch beim Komprimieren zurecht. Darüber hinaus liest die Software Paketformate wie RPM, DEB oder CAB sowie die Archivformate RAR, Z, JAR, LZH, CPIO, OpenOffice-Dokumente und sogar ISO-Dateien aus. Hinzu kommen noch eine Reihe weniger bekannter Formate.

Trotz des großen Funktionsumfangs bleibt die Arbeit mit Peazip sehr intuitiv: Das Ein- und Auspacken eines Archivs erledigen Sie mit wenigen Mausklicks. Beim Anlegen eines Archivs sichert das Tool dessen Zusammenstellung auf Wunsch in eine Textdatei. Auf diese Weise erstellen Sie später im Handumdrehen immer neue Archive mit gleichem Aufbau und Inhalt – ideal für einfache Backup-Strategien.

Die jetzt veröffentlichte Version Peazip 1.6 legt in puncto Aussehen und Bedienkomfort gegenüber dem Vorgänger zu. Unter anderem zeigt jetzt ein Fortschrittsbalken den Stand beim Bearbeiten der Archive an, ein Stopp-Knopf erlaubt, den Prozess jederzeit zu beenden. Außerdem optimierten die Entwickler die Methoden zum Bearbeiten von passwortgeschützten Archiven. Das Programm erfragt jetzt automatisch das Passwort beim Entschlüsseln eines geschützten Archivs und erlaubt auch eine verdeckte Passworteingabe.

Sofort nach dem Start offenbart Peazip welche Formatvielfalt es beherrscht.

Den Indianer im Griff

Der Webserver Apache gilt heute als einer der führenden Webserver. Allerdings erscheint seine Konfiguration insbesondere Einsteigern alles andere als intuitiv. Die grafische Oberfläche GAdminhttpd (http://mange.dynalias.org/linux.html) hilft hier nicht nur Apache-Newbies, sondern macht auch erfahrenen Administratoren das Leben leichter.

In einem übersichtlichen Interface stellt die Software dem Anwender für jeden virtuellen Host Eingabefelder für das Dokumentenverzeichnis, die IP-Adresse, eine URL sowie die Portnummer bereit. Hier legen Sie zudem fest, wieviel Instanzen der laufende Server startet und welche Module er lädt. Darüber hinaus definieren sie bei Bedarf Aliases für eine Webseite.

GAdminhttpd eignet sich aber auch, um laufende Apache-Server zu überwachen: Zwei Fenster informieren Sie über die aktuellen Vorgänge in den Logdateien, ein weiteres zeigt die vorhandene Speicherkapazität aller eingehängten Partitionen an.

Das Tool befindet sich mit der aktuellen Version 0.0.4 noch in einer frühen Entwicklungsphase. Der Entwickler von GAdminhttpd hat mit GBindadmin, GDHCPD oder GSamba bereits Konfigurationsoberflächen für andere Serverdienste geschaffen.

Mit der GAdminhttpd-Oberfläche verliert die Apache-Konfigurationsdatei ihren Schrecken.

Gaim heißt künftig Pidgin

Der beliebte Instant Messenger Gaim heißt seit kurzem Pidgin (http://www.pidgin.im). Die zugrunde liegende Bibliothek benannten die Entwickler in Libpurple um, Gaim-Text läuft in Zukunft unter dem Namen Finch. Grund für den Wechsel war ein wieder aufkeimender Konflikt mit AOL, die das Kürzel AIM als Marke besitzen.

Bereits Ende der 90er-Jahre war das Projekt, das damals noch GTK+ AOL Instant Messenger hieß, bereits einmal mit dem Provider aneinander geraten. Als Konsequenz firmierte das Projekt fortan unter Gaim. Mit dem gestiegenen Verbreitungsgrad und Erscheinen der ersten 2.0 Beta drohte AOL erneut mit einer Klage – diesmal gegen einen der Entwickler.

Zum Schutz des Einzelnen schuf das Projekt mit der "Instant Messenger Freedom Cooperation" eine juristische Person als Projektverantwortlichen. Es folgten langwierige, vertrauliche Verhandlungen mit AOL, die ihren Teil zur extrem langen Beta-Phase der Version 2.0 beitrugen.

Nach dem Konsens mit dem Provider und der Umbenamsung nimmt das Projekt jetzt wieder Fahrt auf. So steht der Umzug auf einen eigenen Server ins Haus und die Entwickler versprachen hoch und heilig, noch im April die erste fertige Version 2.0 von Pidgin zu veröffentlichen.

Das Projekt Gaim steckte lange Zeit unbemerkt in einem Markenrechtsstreit fest. Nun nimmt es unter dem Namen Pidgin wieder Fahrt in Richtung Version 2.0 auf.

Kurz notiert

Mit Pimlico von Opened Hand nimmt jetzt ein weiteres Open-Source-Projekt den Markt für Linux-basierte mobile Geräte ins Visier. Bei Pimlico handelt es sich um eine schlanke PIM-Suite, bestehend aus den Modulen Kalender, Aufgaben, Adressen und Synchronisation, die alle auf Gtk+ basieren. Damit eignet sich die Suite sowohl für die Frameworks Maemo und OpenMoko als auch für den Betrieb auf dem Desktop. Wen jetzt die Neugierde packt, der findet erste Screenshots und Download-Archive für die Module Kalender, Aufgaben und Adressen unter http://pimlico-project.org.

Neben der internationalen Gnome User and Developer Conference gibt es 2007 wieder ein regionales Event in Spanien geben, die GUADEC-ES (http://www.guadec-es.org). Als Veranstaltungsort steht bereits das südspanische Granada fest. Dort versammelt sich vom 12. bis 13. Juli, drei Tage vor der internationalen GUADEC in Birmingham, die spanischsprachige Gnome-Gemeinde, um über Applikationen, Plattformtechnologien und andere Projekte zu diskutieren. Wer des spanischen mächtig ist und vor der GUADEC noch Sonne tanken möchte, sollte den Termin nicht versäumen.

Zahlreiche Blogs beschreiben die Guademy (http://www.guademy.org), den Gemeinschaftskongress von Gnome- und KDE-Entwicklern im spanischen La Coruña, als einen vollen Erfolg. Neben gemeinsamen Vorträgen brachten Freizeitaktivitäten wie Partys oder Fußballspiele die unterschiedlichen Lager zusammen. Wer den Event versäumt hat, kann sich über Videos einiger Vorträge nachträglich einen Eindruck verschaffen. Präsentationsfolien gibt es von fast allen Vorträgen.

Nur vier Wochen nach dem Release von 2.18 erscheint mit Version Gnome 2.18.1 (http://www.gnome.org) bereits die erste Aktualisierung. Wie bei Gnome üblich, enthält sie nur Fehlerkorrekturen und Optimierungen an Übersetzungspaketen und der Dokumentation. Zeitgleich hat das Entwicklerteam mit der Arbeit an Version 2.20 begonnen, die es für den 19. September plant. Außer einem geringfügigem Update der zugrunde liegenden Gtk+-Version besserten die Entwickler besonders beim Deskbar-Applet, den Gnome-Games, GDM und Evolution nach.

Wie schon bei Erscheinen von Gnome 2.18 ist auch diesmal Foresight Linux 1.2 (http://www.foresightlinux.com) wieder eine der ersten Distributionen, die die neue Gnome-Version 2.18.1 mitliefern. Darüber hinaus bringt die Distribution auch den Kernel 2.6.20.6, das aktuelle OpenOffice 2.2 und Thunderbird 2.0rc1 mit. Sie finden Foresight Linux 1.2 bei Interesse auf der DVD-Edition dieser Ausgabe.

Die Entwicklungsumgebung Anjuta Devstudio (http://anjuta.org) wartet in der aktuellen Version 2.1.2 Beta neben zahlreichen Verbesserungen in den Sprachpaketen und diversen Bugfixes auch mit einigen neuen Funktionen auf: Dazu zählten unter anderem die Erweiterungsprofile, die es erlauben, jedem Projekt oder Benutzer dauerhaft individuelle Plugins zuzuordnen. Eine Funktion zum Setzen von Marken in der Disassembler-Ansicht sowie zum Anzeigen von Programmzählern und Abbruchpunkte erleichtern die Suche nach Programmfehlern. Auch der Debugger läuft nun stabiler.

Die Liste der zum Google Summer of Code 2007 zugelassenen Gnome-Projekte (http://code.google.com/soc/gnome/about.html#) steht fest, 29 Projekte erhielten den begehrten Zuschlag. Die Palette reicht von Evolution-Erweiterungen über VoIP-Software bis zu einfachen Methoden zum Übertragen von Dateien zwischen zwei Benutzern. Egal, ob alle Projekte letztlich erfolgreich abschneiden oder nicht – sie alle bereichern das Gnome-Projekt.

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