Home / LinuxUser / 2007 / 06 / Gast-Wirt

Newsletter abonnieren

Lies uns auf...

Folge LinuxCommunity auf Twitter

Top-Beiträge

Mandriva gibt Distribution in die Hände der Community
(268 Punkte bei 24 Stimmen)
Neues vom Systemd
(179 Punkte bei 5 Stimmen)
Mandriva in Nöten
(161 Punkte bei 4 Stimmen)
Mageia 2 ist fertig
(161 Punkte bei 4 Stimmen)

Heftarchiv

LinuxUser Heftarchiv

EasyLinux Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Partner-Links:

Shopping
Topsuche
 
Yatego Deutschlands größte Shoppingmall. 10000 Shops,
3.5 Mio Artikel. Alle Bestseller, Servertechnik und Technik Themenwelten.

Notebooks und Netzwerkhardware bei Mercateo günstig kaufen.
Internet Telefonie mit VoIP Telefonen von Gigaset
Das B2B Portal www.Linx.de informiert über Produkte und Dienstleistungen.
Günstige Digitalkameras finden Sie im Preisvergleich.

Gast-Wirt

Virtualisierungsumgebung Xen

01.06.2007 Die Virtualisierungsumgebung Xen gehört inzwischen zur Standardausstattung aller großen Distributionen. Was sie alles kann und wie sie funktioniert zeigt der Artikel.

Würde man bereits jetzt nach dem Modewort des Jahres 2007 suchen – es wäre das gleiche wie im letzten Jahr: "Virtualisierung". Verschiedene Anbieter wie VMware [1], Parallels [2] oder Innotek [3] versuchen, ihre Produkte auf dem Markt zu etablieren und ringen mit immer raffinierteren Techniken um die Gunst der Kunden. Immer häufiger ins Gespräch kommt in letzter Zeit die freie Virtualisierungssoftware Xen [4] als Bestandteil der meisten großen Linux-Distributionen.

Xen, auch als Virtual Machine Monitor (VMM) oder Hypervisor bezeichnet, wurde ursprünglich an der Universität Cambridge zum Virtualisieren von x86-Architekturen entwickelt. Die Software verfolgt dafür zwei verschiedene Konzepte: Paravirtualisierung und native Virtualisierung. Mit der Paravirtualisierung laufen Gast-Betriebssysteme mit beinahe nativer Performance auf klassischen x86-Systemen. Im nativen Virtualisierungsmodus erlaubt Xen auch den Betrieb von Closed-Source-Betriebssystemen wie Microsoft Windows, wobei die Performance allerdings nicht ganz so gut ausfällt wie bei der Paravirtualisierung, die die komplette PC-Hardware emuliert. Beide Varianten erläutert der Artikel später im Detail.

Grundlagen

Xen bietet eine Menge sinnvoller Features. So lässt sich beispielsweise die Größe des Arbeitsspeichers zur Laufzeit einstellen. Die Software ermöglicht auch die unterbrechungsfreie Migration von einem physikalischen Host auf einen anderen, sofern beide Hosts auf das Shared Storage zugreifen können, das die virtuelle Maschine enthält. Ob es sich bei diesem Massenspeicher um ein teures Fiber-Channel-SAN handelt oder um eine vergleichsweise günstige iSCSI-Lösung spielt dabei keine Rolle. Fehlt eine solche Hardware, migrieren Sie die virtuellen Maschinen im Ruhezustand.

Angesichts des immer weiter schrumpfenden Platzes in modernen Rechenzentren bietet Xen eine hervorragende Möglichkeit, um Server zu konsolidieren und als virtuelle Maschinen auf einem Host zu betreiben. Um ein Setup hochverfügbar zu machen, lassen sich virtuelle Maschinen bei einem Ausfall der Hardware einfach auf einem zweiten Host verschieben, der sozusagen als Standby-Maschine arbeitet. Auch Ausfallzeiten wegen Wartungsarbeiten an der Hardware gehören mit Xen der Vergangenheit an: Man migriert einfach die VM für den Zeitraum der Arbeiten auf eine andere physikalische Maschine und startet nach Beendigung der notwendigen Arbeiten wieder auf dem ursprünglichen Host.

Auch der Privatanwender profitiert von der fortschrittlichen Virtualisierungstechnologie. Möchten Sie einfach mal ein neues Betriebssystem testen, eignet sich Xen hervorragend als Basis. Anstatt den kompletten Rechner neu zu installieren, richten Sie einfach eine neue virtuelle Maschine mit der zu testenden Distribution ein, die Sie bei Bedarf wieder löschen. Auch in Sicherheitsbelangen punktet Xen. So ermöglicht es den sicheren Betrieb mehrerer Netzwerkdienste wie Web- oder Fileserver auf einer physikalischen Maschine, da die virtuellen Maschinen und damit die Dienste abgeschottet voneinander in eigenen VMs laufen. In der Vergangenheit wurden solche Services oft gemeinsam auf einem System betrieben, was dazu führte, dass beim Komprimittieren eines Dienstes oft auch die anderen in Mitleidenschaft gezogen wurden.

Herr der Ringe

Wie eingangs erwähnt verwendet Xen zur Virtualisierung zwei unterschiedliche Methoden. Die erste, Paravirtualisierung genannt, erlaubt das Ausführen von Gast-Betriebssystemen mit beinahe nativer Geschwindigkeit. Diese Variante beschränkt sich in erster Linie darauf, Rechnerressourcen wie CPU-Zeit, Speicher oder Netzwerkbandbreite zu verwalten und den verschiedenen virtuellen Maschinen zuzuweisen. Der eigentliche Hypervisor Xen läuft hierbei im Kernel-Mode auf dem sogenannten privilegierten Kernel-Ring 0 (Abbildung 1).

Abbildung 1: Prozesse können auf verschiedenen CPU-Ringen ablaufen, wobei der Hypervisor von Xen den Ring 0 benutzt.

Moderne Prozessoren kennen vier solcher Ringe. Diese lassen sich auch auch als Sicherheitsstufen ansehen, wobei nur aus dem innersten Ring (Ring 0) ein direkter Zugriff auf die Hardware und bestimmte Speicherbereiche möglich ist. Hier läuft üblicherweise auch der eigentliche Betriebssystem-Kernel im Kernel-Mode. Die Ringe 1 und 2 benutzen x86-Architekturen nicht, auf Ring 3 laufen Benutzerapplikationen im User-Mode.

Auf einem Xen-System operiert nun der Hypervisor anstelle des eigentlichen Betriebssystems im Ring 0. Die Gast-Maschinen befinden sich im Ring 1 und müssen jeden privilegierten Zugriff (Systemaufrufe) über den Hypervisor im Ring 0 anfordern. Das erfordert eine Modifikation des Betriebssystem-Kernels des Gasts, weswegen lediglich Systeme mit offenem Quellcode einen paravirtualisierten Betrieb erlauben. Dazu zählen neben Linux auch diverse BSD-Varianten und OpenSolaris. Da Applikationen unverändert im Ring 3 laufen, sind hier keine Eingriffe notwendig, und sie lassen sich ohne Modifikation auf einem Xen-System betreiben. Die hier besprochene, und von Xen angebotene Paravirtualisierung ähnelt vom Arbeitsprinzip dem ESX-Server von VMware.

Bei der zweiten Variante, der nativen Virtualisierung, emuliert Xen die komplette PC-Hardware. Das entspricht in etwa dem Ansatz von VMware Workstation oder Microsofts VirtualPC. Dieser Modus erfordert keine Modifikation am Gast-Betriebssystem, sodass sich beispielsweise auch Microsoft Windows via Xen ausführen lässt – allerdings nur auf Systemen mit Prozessoren, die diese Virtualisierungstechnologie unterstützen. Intel hat diese unter dem Namen "Vanderpool" (IVT) herausgebracht, AMD bezeichnet die entsprechende Prozessorfamilie als "Pacifica" (AMD-V). Ob Ihr Intel-Prozessor den entsprechenden Support mitbringt, stellen Sie mit dem Befehl grep vmx /proc/cpuinfo fest. Bleibt die Ausgabe leer, unterstützt Ihre CPU diese Technologie nicht. Arbeiten Sie mit einem AMD-System, dann verwenden Sie anstelle von vmx den Suchbegriff svm.

Im Gegensatz zur Paravirtualisierung, welche die Ressourcen lediglich verteilt, arbeitet ein nativ virtualisiertes System wesentlich langsamer, da Xen dann sämtliche Hardware-Ressourcen emuliert.

Einem Freund empfehlen    Druckansicht Bookmark and Share
Kommentare

1256 Hits
Wertung: 72 Punkte (10 Stimmen)

Schlecht Gut

Infos zur Publikation

Infos zur Publikation

LinuxUser 06/2012

Aktuelle Ausgabe kaufen:

Heft bestellen Heft als PDF kaufen

LinuxUser erscheint monatlich und kostet in der Nomedia-Ausgabe EUR 5,50 und mit DVD EUR 8,50. Weitere Informationen zum Heft finden Sie auf der LinuxUser-Homepage.

Im LinuxUser-Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben für 3 Euro. Das Jahresabo (ab EUR 56,10) können Sie im LNM-Shop bestellen.

Tipp der Woche

Adobe AIR
Adobe-AIR-Programme installieren und (manuell) starten
Tim Schürmann, 14.05.2012 13:09, 0 Kommentare

Es gibt sie noch: neue Anwendungen, die Adobes Integrated Runtime voraussetzen. Aktuellstes und vermutlich auch größtes Beispiel ist das Adventure Botanicula

Aktuelle Fragen

gibt es ein Kommandozeilen Tool, um ein X11-Fenster in ein Anderes einzubetten?
GoaSkin , 21.05.2012 16:44, 0 Antworten
Das XEmbed-Protokoll ist u.A. dazu gedacht, dass man eine X11-Anwendung in eine andere wie ein Wi...
Apache2, Options -Indexes geht nicht
no no, 12.05.2012 19:01, 8 Antworten
Habe in apache2.conf folgendes stehen: Options -Indexes ...
LInux auf Dell LS H500
Andreas Endresl, 09.05.2012 08:54, 2 Antworten
Habe einen alten Dell Latitude LS H500 nur mit ext. Floppy und CD es geht nur immer eines von den...
Datenwiederherstellung unter Ubuntu 12.04 mit "Simple Backup" nach Umzug von Linux Mint
Christian Lottmann, 07.05.2012 13:33, 0 Antworten
Vor dem Umzug auf Ubuntu 12.04 habe ich unter Linux MInt mit "Simple Backup" voll (15.4.2012) und...
DKMS für den propritären NVIDIA-Treiber
Commander Data, 26.04.2012 22:02, 2 Antworten
Hallo an die Gemeinde. Ich habe hier ein interessantes Stück openSuSE gefunden. http://forums.op...