Aufmacher

Verbesserungen und Neuheiten in Gnome 2.18

Feinschliff

Exakt ein halbes Jahr nach der letzten stabilen Release erschien die neueste Ausgabe von Gnome in der Version 2.18: Dieses Mal arbeiteten die Entwickler besonders an der Stabilität.

Trotz etlicher Unkenrufe gewinnt die offizielle Desktop-Umgebung des GNU-Projekts immer mehr Fans. Nicht nur Privatanwender, sondern auch Firmen bedienen sich der Kombination Gnome, Gtk+ und GStreamer. Nokia beispielsweise setzt die Software auf dem auf der GUADEC 2005 in Stuttgart vorgestellten Internet Tablet N770 zusammen mit Maemo [1] ein. Mit dem Nachfolger N800 [2] führt das Unternehmen diese Linie weiter. Auch das OLPC-Projekt [3] oder die Firma Access [4], die im September 2005 Palm Source übernahm, bedienen sich des Stacks.

Am 19. April schlossen sich zahlreiche hochkarätige Firmen aus der IT-Industrie, wie zum Beispiel Intel, Nokia, Montavista Software, Canonical und Red Hat zur Gnome Mobile & Embedded Initiative (GMAE) zusammen. Damit geht das Gnome-Projekt auch den Mobile- und Embedded-Markt an. Als positiver Seiteneffekt fließen viele Verbesserungen wieder zurück ins Hauptprojekt, wodurch der Desktop auf dem gewöhnlichen Arbeitsplatzrechner profitiert.

Neue Programme

Die neue Version steht wieder als Live-CD [5] zum Herunterladen bereit. Sie lohnt sich vor allem für denjenigen, die Gnome erst einmal ausprobieren möchten. Haben Sie die Heft-DVD-Ausgabe, bietet diese Ihnen auch die Möglichkeit, mit Foresight 1.2 den Gnome-Desktop 2.18.1 auf den Rechner zu heben. In die aktuelle Release hielten einige nützliche Programme Einzug – darunter solche, an denen die Entwickler schon seit einigen Monaten beziehungsweise Jahren arbeiten.

So kommt beispielsweise die Software Seahorse (Abbildung 1) sicherheitsbewussten Benutzern besonders entgegen, da es die vielfältigen und teilweise komplexen Funktionen des Konsolenprogramms GPG verbirgt. Das Seepferd fügt sich nahtlos in den Desktop ein und integriert sich zum Beispiel in Nautilus oder Gedit. Das ermöglicht das digitale Signieren von Dateien und Texten.

Seahorse erlaubt unter anderem das einfache Verwalten von Schlüsseln und des Keyrings, die Synchronisation der Keys und des Schlüsselbundes mit Schlüsselservern, das Signieren und Veröffentlichen von Schlüsseln, das Erstellen von Backups von Keys und des Keyrings sowie das Erstellen, Konfigurieren und Verwalten von SSH-Schlüsseln.

Die einfach Oberfläche macht es trotz des großen Funktionsumfangs dem Ottonormalverbraucher erstmals möglich, GPG und Co. gezielt zu nutzen und auch verstehen, was es damit auf sich hat. Es zeichnet sich ab, dass die Entwickler das Gnome-Keyring-Programm und Seahorse in naher Zukunft zusammenführen. In welcher Form dies genau passiert, steht zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch nicht fest.

Abbildung 1: Das GPG-Frontend Seahorse vereinfacht den Umgang mit GPG-Schlüsseln.

Ein Spiel zwischendurch

Erstmals nahmen die Entwickler ein Schachprogramm (Abbildung 2) in das Metapaket Gnome-Games mit auf. Es bietet nicht nur die gewohnte 2D-Ansicht des Schachbretts, sondern präsentiert sich ebenso in 3D – vorausgesetzt, es sind die notwendigen Bibliotheken installiert. Sudoku (Abbildung 3) gesellte sich ebenfalls hinzu.

Die beiden Spiele bieten eine willkommene Gelegenheit, sich zwischendurch die Zeit zu vertreiben. In allen anderen Spielen, zum Beispiel Gnibbles, Iagno und 4-gewinnt korrigierten die Entwickler natürlich Fehler und verbesserten weiter die Netzwerkfähigkeit.

Abbildung 2: Lust auf eine Partie Schach? Gnome macht mit einer neuen Spieleapplikation den grauen Zellen Beine.
Abbildung 3: Mit einem Sudoku-Programm liefert Gnome nun populären Denksport für jedermann.

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