Aufmacher

Distributionen

01.06.2007

Ubuntu Light

Nach Ubuntu (http://www.ubuntulinux.org) und Kubuntu (http://www.kubuntu.org) liegt mit Xubuntu (http://www.xubuntu.org) jetzt die dritte Desktop-Variante der Ubuntu-Familie in Version 7.04 vor. Während Ubuntu als Desktop Gnome verwendet und Kubuntu für diesen Zweck auf KDE setzt, kommt Xubuntu mit Xfce 4.4 als Oberfläche. Außerdem verwendet das Projekt, wo immer möglich, auf Gtk2 basierende Programme. Dadurch setzen die Systemanforderungen deutlich niedriger an als bei den großen Geschwistern.

Die Grundausstattung des Systems stimmt mit Ubuntu überein und umfasst den Kernel 2.6.20.15, die Glibc 2.5.0 und GCC 4.1.2. X.org liegt in Version 7.2 bei und erlaubt im Zusammenspiel mit Beryl 3D-Effekte, die aber in der Standardinstallation nicht aktiviert sind. Sie setzen einen leistungsfähigen Computer mit entsprechender Grafikkarte voraus.

Ein neues Windows Migration Tool übernimmt auf Wunsch während der Systemeinrichtung aus einer Windows-Installation den Bildschirmhintergrund, Internet-Explorer-Lesezeichen, AOL- und Yahoo-Instant-Messenger-Kontakte sowie Firefox-Lesezeichen.

An Desktop-Software bringt Xubuntu Abiword 2.4.6.1, Firefox 2.0.0.3, Thunderbird 1.5.0.10, Gimp 2.2.13, das Brennprogramm Xfburn, das Kalenderprogramm Orage sowie den kompakten Editor Mousepad mit. Alle Einstellungen des Xfce-Desktops nehmen Sie bequem mit Hilfe grafischer Programme vor. Xubuntu findet auf einer CD Platz, die auch als Live-System funktioniert.

Xubuntu bietet den Komfort und die Softwareauswahl von Ubuntu auf weniger leistungsfähigen Systemen.

Linux für Lehrer

Mit Seminarix (http://www.seminarix.org) hat ein Team um Wolf-Dieter Zimmermann eine Live-Distribution speziell für Lehrer auf die Beine gestellt. Das System basiert auf Kubuntu und entstand in Zusammenarbeit mit den Projekten Skolelinux (http://www.skolelinux.org) und KDE-Edu (http://edu.kde.org).

Ziel des Projekts war es, ein einfach zu bedienendes System zusammenzustellen, das Interessierten einen Einblick in die Welt der freien Software bietet. Als Grundlage kam Kubuntu zum Einsatz, da die Entwickler dies als aufgeräumt und einsteigertauglich empfanden. Sie ergänzten das Grundsystem um Programme, die für die Aus- und Weiterbildung von Lehrern nützlich sind und bei anderen Distributionen selten zum Standardumfang gehören.

Das System enthält Software für die Fächer Chemie, Erdkunde, Informatik, Kunst, Mathematik, Musik, Physik, Religion, Sprachen und Technik. Dazu gibt es einige Lernspiele und Programme zum E-Learning. Aber auch an Anwendungen für die Büroarbeit haben die Entwickler gedacht. Als Officepaket liegt das aktuelle KOffice bei; Scribus dient als Satzprogramm, Gimp und Inkscape helfen beim Bearbeiten von Grafiken.

Derzeit liegt ein ISO-Image von Seminarix auf dem Server des Studienseminars Neuss sowie einem Server von Skolelinux zum Download parat. Dort gibt es auch PDF-Dateien zum Basteln einer hübschen Verpackung für die CD.

Seminarix gibt Lehrern einen Überblick über freie Software für den Unterricht.

KDE 4 live

Stephan Binner, Entwickler von KDE 4 und Open Suse, hat unter dem Namen KDE Four Live++ (http://www.kdedevelopers.org/node/2785) eine Live-CD auf Basis von OpenSuse 10.3 zum Download bereit gestellt. Die Disk ermöglicht experimentierfreudigen Benutzern, das für Ende des Jahres geplante KDE 4 schon einmal auszuprobieren. Der Download der ISO-Images erfolgt mittels Metalink (http://www.metalinker.org/), über das Sie unterbrochene Downloads problemlos wieder aufnehmen.

Das noch in einem frühen Entwicklungsstadium befindliche KDE 4 läuft sehr instabil und eignet sich daher definitiv noch nicht für den produktiven Einsatz. Mit häufigen Abstürzen muss man rechnen, einige Module wie KControl funktionieren noch gar nicht. Der neue Dateimanager Dolphin (http://enzosworld.gmxhome.de) macht gute Fortschritte, erscheint aber noch nicht wirklich einsatzbereit. Eine erste Alpha-Version von KDE 4 planen die Entwickler für die nahe Zukunft.

KDE Four Live erlaubt einen ersten Blick auf das für Ende des Jahres geplante KDE 4.

System für 100-Dollar-Laptop

Die Initiative One Laptop per Child (OLPC) (http://www.laptop.org), die kostengünstige, robuste Lerncomputer an Entwicklungsländer verkaufen möchte, hat eine erste Vorabversion des passenden Betriebssystems vorgestellt. Unter http://olpc.download.redhat.com/olpc/streams/sdk/build1/livecd/ findet sich ein ISO-Image. Die Entwickler haben sich das Ziel gesetzt, eine Oberfläche zu programmieren, die Kinder und Jugendliche jeglicher Nationalität ohne Probleme verstehen.

Auf den ersten Blick wirkt das Betriebssystem in höchstem Maße gewöhnungsbedürftig, da die Entwickler versucht haben, es möglichst kindgerecht zu gestalten. So gibt es keine Programme, sondern "Activities", nach denen die Programme sortiert sind. Die Symbole der Programmoberflächen versuchen, solche Aktionen kulturübergreifend darzustellen.

Unter der Haube des OLPC-Systems steckt bewährte Open-Source-Technologie: Das Grundsystem stammt von Red Hat, als Desktop kommt die Eigenentwicklung SugarUI zum Einsatz. Es gibt ein einfaches Malprogramm namens Paint, ein Tetris-Spiel, Firefox mit Flash-Plugin, einen RSS-Reader, Abiword und einen Taschenrechner.

Nach dem Start nehmen die Programme stets den gesamten Bildschirm ein. Über eine Leiste am oberen Bildschirmrand wechselt der Anwender zwischen gleichzeitig laufenden Anwendungen. Jede Software hat eine neue zur SugarUI passende Oberfläche bekommen, was beispielsweise im Fall von Abiword die Funktion stark einschränkt. Viel mehr als fetter, unterstrichener oder kursiv gesetzter Text ist nicht möglich. Etwas befremdet auch, dass Abiword Dokumente im unfreien Word-Format von Microsoft speichert.

Das ganze System macht noch einen sehr unfertigen Eindruck. Die Entwickler haben noch einen langen Weg vor sich, bevor alles richtig funktioniert und die beigelegten Anwendungen perfekt kooperieren.

Mandriva für das Klassenzimmer

Der französische Distributor Mandriva (http://www.mandrivalinux.com) beteiligt sich an Intels Classmate-PCs (http://www.classmatepc.com). Der Chip-Hersteller spendet 100 000 Rechner an Lernprojekte, einige der Geräte sollen dabei mit vorinstalliertem Mandriva Linux ausgeliefert werden. Der französische Hersteller hat seine Distribution zusammen mit Intel in achtmonatiger Arbeit an das Gerät angepasst. Neben den üblichen Office-Anwendungen enthält das System spezielle Treiber für die verbaute Intel-Hardware.

Der Classmate-PC setzt anders als der Rechner des OLPC-Projekts aus konventionellen Komponenten zusammen, hat aber ein robustes Gehäuse. Als CPU kommt ein mit 900 MHz getakteter Celeron-M zum Einsatz, der auf 256 MByte RAM zugreift. Dazu kommen 2 GByte Flash-Speicher, zwei USB-Ports, ein LCD-Bildschirm mit 7 Zoll Diagonale, eine wasserfeste Tastatur und Wireless LAN. Die Classmate-PCs sollen ab dem zweiten Quartal 2007 in Brasilien vom Band laufen und kommen auch dort sowie in Mexiko und Indien zum Verkauf. Den Preis für einen Classmate-PC hat Intel bislang noch nicht verraten.

SimplyMepis – das bessere Dapper

Die Entwickler von SimplyMepis (http://www.mepis.org) haben Version 6.5 der Distribution freigegeben. Das System basiert auf Ubuntu 6.06 LTS. Dies zwingt die Entwickler um Warren Woodford mittlerweile, reguläre Update-Pakete selbst zu schnüren, da es für Ubuntu 6.06 nur noch Sicherheitsaktualisierungen gibt.

Die Distribution basiert auf Kernel 2.6.15, der aber um Patches und einige Treiber ergänzt wurde. Auch KDE beließen die Entwickler bei Version 3.5.3 und flickten lediglich einige Sicherheitslöcher. X.org ist jetzt in Version 7.1 enthalten, ebenso Beryl. Die Developer aktualisierten auch die Treiber für Grafikkarten und verbesserten den WLAN-Support. Zum ersten Mal gibt es auch eine 64-Bit-Variante der Distribution.

Kurz notiert

Arch Linux (http://www.archlinux.de) ist in Version 0.8 für die Architekturen x86 und x86_64 erschienen. Die Entwickler versuchen, das System einfach und überschaubar zu halten. Als Zielgruppe visieren sie erfahrene Anwender an, die wissen, was sie tun. Schließlich braucht es etwas Handarbeit zum Einrichten des Systems. In der aktuellen Version werkelt ein Kernel 2.6.20.4, der auch mit moderner Hardware zusammenspielt. Ein neues Setup vereinfacht die Installation, das Paketmanagement übernimmt die Eigenentwicklung Pacman.

Kurz nach dem Release von Red Hat Enterprise Linux 5.0 (RHEL5) steht auch CentOS (http://www.centos.org) 5.0 auf dem Server. Es basiert auf den freien Quellen von RHEL5 und ist zu diesem binärkompatibel. Die Entwickler aktualisierten zahlreiche Programme und integrierten die Unterstützung von 3D-Desktops mit AIGLX/Compiz. Zu den aufgefrischten Programmen gehört Apache 2.2, PHP 5.1.6, MySQL 5.0, PostgreSQL 8.1, OpenOffice 2.0, Evolution 2.8, KDE 3.5 und Gnome 2.16. Ein Kernel in Version 2.6.18 bildet die Grundlage des Systems. CentOS steht für die Architekturen x86, x86_64, IA64 und Sparc zum Download bereit.

Die Entwickler des Projekts haben Sam Hocevar zum neuen Debian-Projektleiter (DPL) gewählt. Er bestimmt nun für ein Jahr die Geschicke der Distribution. Hocevar hat es sich zum Ziel gesetzt, häufiger neue Versionen von Debian zu veröffentlichen, die Website freundlicher zu gestalten sowie allgemein die Kommunikation innerhalb des Projekts zu verbessern.

Das Fedora-Projekt (http://fedora.redhat.com) hat die vierte Testversion des kommenden Fedora 7 zum Download bereit gestellt. Die Integration der Archive von Fedora und Fedora Extras ist mittlerweile abgeschlossen. Außerdem integrierten die Entwickler Kernel 2.6.21-rc5 und Gnome 2.18. Fedora liegt erstmals auch für 64-Bit-Systeme in Form installierbarer Live-CD und DVDs vor. Die Fedora-7-Final erscheint voraussichtlich Ende Mai.

Das Entwicklerteam um Ken VanDine hat Version 1.2 von Foresight Linux (http://www.foresightlinux.org) zum Download freigegeben. Die mit einem Gnome-Desktop ausgestattete Distribution hat zum Ziel, stets die neuesten Versionen interessanten Technologien zu integrieren, zugleich nimmt das System dem Anwender viel Konfigurationsarbeit ab. Die aktuelle Release enthält Gnome 2.18.1 und basiert auf dem Kernel 2.6.20.6. OpenOffice ist in der brandneuen Version 2.2 dabei, Thunderbird in Version 2.0RC1. Als Paketverwaltung kommt Conary (http://wiki.rpath.com/wiki/Conary) zum Einsatz. In der DVD-Edition dieser Ausgabe finden Sie die Distribution auch auf der Heft-DVD.

Michael Dell, Chef des gleichnamigen PC-Versenders, setzt auf seinem privaten Laptop mittlerweile Ubuntu Linux (http://www.ubuntulinux.com) ein. Dell überlegt aufgrund des Drucks zahlreicher Kunden, PCs in Zukunft auch mit vorinstalliertem Linux auszuliefern. Welche Distribution zum Einsatz kommt, steht noch nicht fest.

Die Linux Foundation (http://www.linux-foundation.org) hat mit Marvell (http://www.marvell.com), VirtualLogix (http://www.virtuallogix.com) und Nokia (http://www.nokia.de) drei neue Mitglieder gewonnen. Gemeinsam ist den drei Neulingen, dass sie sich besonders dem Einsatz von Linux auf mobilen Geräten widmen. Die Linux Foundation entstand im Januar 2007 aus dem Zusammenschluss der Free Standards Group (FSG) und der Open Source Development Labs (OSDL). Sie treibt den Einsatz von Linux und offenen Standards voran. Außerdem arbeitet sie an Standards für Linux-Systeme.

Open Suse (http://www.opensuse.org) kommt in Zukunft ohne das Softwaremanagement-Paket Zenworks (http://www.novell.com/zenworks) – dessen Dienste übernehmen YaST und Libzypp. OpenSuse-Entwickler Andreas Jäger begründete dies mit der Tatsache, dass das Programm unter einer unfreien Lizenz steht und damit den Grundsätzen von Open Suse entgegensteht. Die auf Open Suse basierenden Enterprise-Produkte von Novell enthalten das Framework allerdings weiterhin.

Ubuntu-Gründer Mark Shuttleworth hat den Namen für die kommende Version 7.10 der Distribution festgelegt: Die Wahl fiel auf "Gutsy Gibbon" (Leidenschaftlicher Gibbon). Welche Verbesserungen in die Distribution einfließen, steht noch nicht fest. Shuttleworth würde sich über eine feste Integration von 3D-Fähigkeiten freuen. Auch der Ubuntu-Server bekommt besondere Aufmerksamkeit: Die Entwickler denken über eine automatisiertes Setup für Mehrfachinstallationen nach. Genaueres wollen sie auf dem Ubuntu Developer Summit in Sevilla festlegen, der Ende Mai stattfindet.

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