Zupackender Client

Über sudo partimage starten Sie den Client. Unter Ubuntu tauchte anfangs die Nachricht /dev/dm inode nicht gefunden auf. Hier genügt es, ein paar Mal [Eingabe] zu drücken, um den Dialog zu verscheuchen. Dies wirkte sich im Test nicht auf den Betrieb aus. Falls Sie die andauernde Meldung stört, legen Sie über den folgenden Befehl eine gleichnamige Gerätedatei an:

mknod -m 644 /dev/dm b 240 0

Tragen Sie den Befehl in die Datei /etc/rc.local ein, um ihn bei jedem Booten automatisch aufzurefen.

Anschließend erscheint eine Eingabemaske, die weitgehend selbsterklärend ist (Abbildung 3). Zunächst bestimmen Sie die zu sichernde Partition. Diese darf wie beschrieben nicht eingehängt sein. Die Eingabe von mount in eine Konsole verschafft hier Klarheit. In die Zeile darunter gehört der Pfad zum Backup-Verzeichnis. Geben Sie dem Kind einen Namen und die Endung GZ.

Über die Radiobutton darunter wählen Sie eine Aktion aus. Zum sichern wählen Sie Partition in eine neue Datei sichern. Im nächsten Schritt geben Sie an, wo sich der Server befindet und ob Sie eine sichere, mit SSL verschlüsselte Verbindung wünschen. Hier brauchen Sie die IP-Adresse des Rechners, auf dem der Server auf Verbindungen wartet. Standardmäßig melden sich die Clients beim Server auf Port 4025 an. Nutzen Sie auf dem Server oder dem Client eine Firewall, passen Sie diese entsprechend an.

Ein Kreuzchen bei Verschlüsseln der Netzwerkdaten mittels SSL schützt den Datenstrom vor Neugierigen. Drücken Sie [F5], wechselt Partimage zum nächsten Bildschirm. Hier tragen Sie Namen und Passwort eines Benutzers ein,

  • der auf dem Server als Nutzer existiert,
  • dessen Name, wie oben beschrieben, in der Datei /usr/etc/partimagedusers steht,
  • der nicht der Nutzer ist, der den Server gestartet hat.
Abbildung 3: Eine rudimentäre grafische Oberfläche hilft Ihnen, die einzelnen Schritte des Sicherns in der Konsole zu absolvieren.

Ein Klick auf OK und der Client klopft beim Server an die Tür. Nun wird's spannend: Scheitert das Anmelden, stimmt vermutlich etwas mit den Rechten, den angegebenen Pfaden oder den Passworten nicht. Überprüfen Sie die Richtigkeit der Daten. Andernfalls erscheint ein weiteres Fenster, das Programm fragt, wie es komprimieren soll. Werfen Sie zwischenzeitlich einen Blick auf das Display des Servers, erscheint dort die IP-Adresse des zugreifenden Rechners mit dem Status connected (Abbildung 1).

Aber zurück zum Client (Abbildung 4), der wieder Fragen stellt. Welchen Kompressionsmodus wollen Sie verwenden? Gzip heißt der Standard. Bzip2 erzeugt sehr kleine, aber zeitintensive Images. Unkomprimiert geht's am schnellsten, dafür nehmen die Produkte am meisten Platz weg.

Abbildung 4: Welche Kompression darf's denn sein? Erscheint das Dialogfenster beim Sichern übers Netzwerk, klappt das Anmelden beim entfernten Server.

Über Optionen stellen Sie ein, das Partimage die Partitionen vor dem Sichern prüft, geben eine Beschreibung ein oder Deaktivieren die Sicherheitsabfrage vor dem Überschreiben einer alten Version. Bleibt noch der Punkt Datei Teilungsmodus: Entweder zerlegt Partimage das Image automatisch, wenn der Platz ausgeht, oder es legt Dateien in frei definierbarer Größe an.

Machen Sie ein Kreuzchen bei Warten auf Datenträgerwechsel, legt Partimage eine Pause ein, sobald ein Teil die definierte Größe erreicht hat. Das hilft beim Sichern auf DVDs oder CDs. Die Auswahl bei Nach erfolgreicher Ausführung legt fest, was der Client nach dem geglückten Backup tut. Mehr brauchen Sie momentan nicht zu tun. Über [F5] schieben Sie das Backup an, das sich – je nach Datenmenge und Bandbreite – entsprechend hinzieht.

Sonderweg

Zwar klappt die Installation der aktuellen Version von Partimage auch unter OpenSuse 10.2, allerdings funktionierte der Zugriff von Ubuntu auf OpenSuse nicht. Die Version 0.6.4 von Partimage funktioniert indes: Sie befindet sich auf der Heft-DVD. Der Vorteil: Das Archiv enthält mit partimage und partimaged lediglich zwei Binaries. Sie brauchen die Software nicht selbst kompilieren. Der Nachteil: Die Sicherheit geht flöten. Der Weg eignet sich vornehmlich für Backups im internen Netzwerk oder auf lokalen Festplatten.

Entpacken Sie das Archiv und kopieren Sie die Datei partimaged auf den Server in das Verezichnis, in dem Sie später die Archive lagern möchten. Über ./partimaged start fahren Sie – mit Root-Rechten – den Server hoch. Die Datei partimage bleibt auf dem Client. Sie rufen diese als root über ./partimage auf. Anschließend genügt die Eingabe der IP-Adresse des entfernten Rechners. Sie brauchen sich nicht anzumelden, Zertifikate erzeugen oder sonstige Schritte vorzunehmen.

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