Aufmacher

Neue Software

01.05.2007

aTunes statt iTunes

Auf eine Musikverwaltungssoftware wie Apples iTunes musste die Linux-Gemeinde lange warten. Mit dem javabasierten aTunes (http://atunes.sourceforge.net) existiert nun eine plattformübergreifende Lösung, die diese Lücke schließt.

Wie sein Vorbild iTunes liefert auch aTunes zu jedem Song Hintergrundinformationen.

Die Installation des acht Megabyte großen Archivs gestaltet sich relativ einfach: Außer einem Installationspfad muss der Anwender keine weiteren Angaben machen. Die Sprachauswahl und die Pfade zu den MP3-Dateien legt der Anwender beim ersten Start fest. Jeden Pfad zu einem MP3-Verzeichnis interpretiert aTunes als Bibliothek, von denen der Anwender beliebig viele anlegen kann, aber immer nur eine im aktiven Zugriff hat.

Nach der >Entscheidung für eine Bibliothek legt aTunes für diese einen Index in seinem Repository an. Außerdem bildet das Programm alle Audiodateien in einer Baumübersicht ab, was die Suche nach bestimmten Musikstücken erleichtert. Bei der Ansicht der Baumstruktur kann der Anwender zwischen MP3-Tags, Favoriten oder der Ordnung des Dateisystems auswählen. Wer seine MP3-Dateien unsortiert in einem Verzeichnis ablegt, sollte sich für die Tags-Variante entscheiden.

Selbstverständlich besitzt aTunes einen MP3-Player und verwaltet auch die Playlists des Anwenders. Darüber hinaus kann der Anwender auch CDs vollständig als MP3-Dateien in die aktuelle Bibliothek importieren. Dies erfordert aber die Zusatzprogramme Cdda2wav und Lame benötigt, da aTunes nicht über Routinen zum Auslesen und Kodieren von CDs verfügt.

Die jetzt erschienene Version 1.5.1 korrigiert eine Reihe von Fehlern in der grafischen Oberfläche und erleichtert die Bedienung für Neulinge durch Tooltips. Als weitere Neuerung zeigt die Playlist jetzt die Tracknummer und das Genre der Titel an. Durch Anklicken der Playlist-Kopfzeile kann der Anwender die Liste außerdem nach Belieben sortieren.

Wissen, was auf der Platte liegt

Mit dem Kommandozeilen Programm di (http://www.gentoo.com/di/) haben Sie die Datenauslastung Ihrer Partitionen immer im Blick. Dabei ähnelt der Funktionsumfang es Tools jenem des bekannten Programms df. Allerdings bietet di wesentlich mehr Möglichkeiten, die Ergebnisausgabe zu formatieren. Damit eignet sich das Programm besonders für die Integration in Shellscripten.

Im Gegensatz zu df kann der Anwender die Ausgabe von di nach eigenem Gusto formatieren.

Beispielsweise ermitteln Sie mit dem einfachen Aufruf di -nf Mountpoint den freien Speicherplatz einer Partition und verarbeiten diese Information weiter, ohne eine Mustererkennung wie Awk bemühen zu müssen. Ebenfalls praktisch ist die Option, die Ausgabe nach bestimmten Fehlern sortieren zu lassen: Auf diese Weise lassen sich Partitionen, auf denen kein Speicherplatz mehr vorhanden ist, als erstes anzeigen.

Trotz seines größeren Funktionsumfangs ist di in der Version 4.10 kein direkter Ersatz für df, da die Kommandozeilenparameter nicht identisch sind, was zu Problemen mit anderer Software führen kann. Für eigene Skripte oder detaillierte Ausgaben eignet es sich hingegen bestens.

Linux hält besser

Was Linux-Anwender schon lange ahnten, belegt nun eine Studie der britischen Regierung: Danach ist die Lebensdauer von Linux-Systemen im Schnitt doppelt so hoch wie diejenige vergleichbarer Windows-Systeme (http://www.arb.ca.gov/oss/articles/Report-v8d.pdf). Laut der Untersuchung gilt es Windows-Serverhardware in der Regel nach drei bis vier Jahren auszutauscht, wohingegen Linux-Server sechs bis acht Jahre durchhalten. Den Grund für die kürzeren Lebenszyklen von Windows-Rechnern stellt laut Studie der enorme Ressourcenhunger dar, den jede neue Windows-Version an den Tag legt.

Im Gegensatz dazu laufen selbst moderne Linux-Distributionen theoretisch noch auf einem Pentium der ersten Generation, sofern man einige Abstriche in Kauf nimmt. Einige Umweltaktivisten deklarieren Linux bereits als das umweltfreundlichere Betriebssystem, da es vermeintlich weniger Hardware-Abfälle produziert. Ob allein diese Tatsache Linux umweltfreundlich macht, sei dahingestellt. Auf jeden Fall positioniert sich Linux laut der Studie als unternehmerisch gut gewähltes Betriebssystem, auch im Hinblick auf den Investitionsschutz.

Chemnitzer Linux-Tage 2007

Wer zu den Chemnitzer Linux-Tagen (http://www.linux-tage.de) kommt, der weiß die familiäre Atmosphäre zu schätzen. Anwender und Entwickler treffen sich zum gemeinsamen Erfahrungs- und Wissensaustausch, so auch in diesem Jahr: Rund 2700 Besucher, mehr als im vergangenen, zählten die Veranstalter am 3. und 4. März in den Hallen der Orangerie, dem Hörsaal-Gebäude der Technischen Universität Chemnitz.

Auch bei den Ausstellern verzeichneten die Organisatoren einen leichten Zuwachs. An 60 Ständen führten kommerzielle Anbieter ihre Produkte und freie Projekte ihre Arbeit vor. Große Beliebheit erfreute sich die Praxis Dr. Tux, in der das Helfer-Team 50 PCs zu einem neuen Leben mit freien Software verhalfen.

Als Versuchsballon startete in diesem Jahr die Reihe "Workshops on demand". Bei diesen treffen sich spontan User mit ählicher Problemlage zusammen mit einem Experten zu einem Erfahrungsaustausch. Der Andrang hielt sich heuer in Grenzen. Wachsenden Zuspruch über die Jahre konnten die Veranstalter aber auch bei den normalen Workshops beobachten.

Einige Besucher nahmen von der Veranstaltung nicht nur Wissenswertes, sondern auch die Aussicht auf eine neue Stelle mit: "Verschiedene Unternehmen haben die Messe gezielt zum Anwerben neuer Fachkräfte genutzt", sagt Annett Priemel. Etwa 40 Besucher nahmen an den LPI-Prüfungen teil, die das Linux Professionell Institute im Rahmen des LinuxTags veranstaltete.

Mit 90 Vorträgen begeisterten die Chemnitzer Linux-Tage ihre Besucher durch ein breites Spektrum an Themen. Zu den Topveranstaltungen zählten Beiträge zu Virtualisierungstechniken wie Xen oder auch zu Linux in eingebetteten Systemen. "Besonders überrascht hat uns in diesem Jahr allerdings das starke Interesse an Vorträgen aus dem Bereich Backup", so Priemel.

Sicherheit für Server und Desktops und der leidige Spam interessierte die Besucher jedoch ebenso wie Computerstrafrecht, Webentwicklung, Groupware und die Wikipedia. Peter Dickten begeisterte in seinem Vortrag zu "Ruby on Rails" mit der Entwicklung einer Webapplikation einschließlich Datenbankschema in rund 10 Minuten. Dr. Christian Klostermann referierte zu aktuellen Themen im Computerstrafrecht.

Der erste deutsche Asterisk-Tag fand als Parallelveranstaltung zu den Chemnitzer Linux-Tagen statt. Organisator war Stefan Wintermeyer, der sich über gut besuchte Vorträge freute. Insgesamt zogen alle Beteiligten ein positives Fazit, das dem Optimismus aus dem Grußwort von TU-Rektor Prof. Dr. Klaus-Jürgen Matthes entspricht: "Wenn ich bedenke, dass große Teile der Organisation auf Studenten des 2. und 3. Semesters ruht, habe ich um die Zukunft keine Bange!"

Bei wachsenden Besucherzahlen schafften es die Origanisatoren auch in diesem Jahr bei den Chemnitzer Linux-Tagen die familiäre Atmosphäre der Veranstaltung zu erhalten.

CeBIT: Audio-/Video-Streaming mit Freier Software

Auf der CeBIT 2007 zeigte das Institut für Informatik der TU Bergakademie Freiberg (http://www.informatik.tu-freiberg.de) gleich zwei Ansätze, wie sich Bilder und Töne durchs Netz quetschen lassen. Die Multimedia Services for X bauen auf drei Erweiterungen für den X-Server auf, zerlegen den Datenstrom in seine logischen Einheiten (Zeitabschnitte, Bildfolgen und Tonsamples) und verschicken diese über die normale X-Server-Infrastruktur.

Gerade die Soundausgabe geschah bislang in der Regel am X-Protokoll vorbei, obwohl dieses bereits voll netzwerktransparent funktioniert. Diplom-Mathematiker Helge Bahmann, der das Projekt entwickelt hat, betont, dass die Extensions unter einer freien Lizenz stehen, nicht zuletzt, weil er auf die Vorarbeit von freien Kodierern und Dekodierern bei seiner Forschung aufsetzte. Damit die Software aber die gewünschten Ergebnisse lieferte, waren zahlreiche Modifikationen notwendig. "Der Diff ist heute größer als die ursprünglichen Tools", sagt Bahmann.

Neben den Multimedia Services for X zeigte die TU am gleichen Stand ein Framework mit dem Namen Multimedia Internet Streaming Toolbox. Es ermöglicht ein graphenbasiertes Zusammenstellen von Audio- und Videoquellen, Filtern und Ausgabesenken (Web, Mediaplayer oder Java-Applets). Dabei liegt der Charme des Projektes darin, dass der Anwender lediglich in der abstrakten Darstellung den Weg der Daten über die Knoten bestimmt, und diese sich dann quasi eigenständig zur Verarbeitungskette organisieren.

Auf dem Demopoint am Gemeinschaftsstand Ostdeutschland in Halle 9 verknüpfte das Projekt die Datenströme von zwei Webcams zu einem Bild-im-Bild-Stream und gab diesen anschließend auf mehreren Playern parallel aus. Die Infrastruktur setzt intern auf zwei von einander unabhängige Kreisläufe auf (Capturen und Bearbeiten sowei Ausgeben), zwischen denen eine Generationskarte die Differenzen in den Daten anzeigt. Die Clients rufen in der jeweils möglichen oder vorgegebenen Geschwindigkeit diese ab und überspringen dabei automatisch Frames aus Zyklen, die zwischen zwei Abrufen liegen.

CeBIT: Open Source für freie Bildung

Kommerzielle Lernsoftware stellt für viele Entwicklungs- oder Schwellenländer einen oft unbezahlbaren Luxus dar. Hier liegt auch eine der Chance für die Verbreitung freier Software. Auf der CeBIT 2007 in Hannover zeigte das Projekt OpenLab (http://www.getopenlab.com) aus Südafrika, wie eine Sammlung von wichtigen Tools für den Bildungsalltag aussehen kann.

In einem aus vier CDs bestehenden Paket bündelt das hinter dem Projekt stehende Unternehmen OpenLab International (Pty) Ltd sowohl klassische Anwendungssoftware, wie das freie Büropaket OpenOffice, den Webeditor NVU oder Multimedia-Software, aber auch eine Sammlung von freien Geschichten im HTML-Format oder Community-Tools, wie Portal-Programme.

Obwohl sich die Komponenten des Projektes stark an der Bildung orientieren, sieht OpenLab den Einsatz nicht auf diese beschränkt: Jede Gruppe innerhalb der Gesellschaft kann die Chance nutzen, sich auf Basis des Projekts zu organisieren.

Dokumente digital auslesen

Texterkennung via Scanner gehört noch immer zu den großen Herausforderungen sowohl der Open-Source-Welt wie auch der kommerziellen Tools. Mit dem Projekt Ocropus (http://www.ocropus.org) startet das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) ein weiteres freies Projekt, dass diese Herausforderung annimmt. Das Programm, das in C++ und Python geschrieben ist und unter der Apache-2.0-Lizenz steht, erreicht eine Fehlerrate von zirka drei Prozent, womit es sich von der Erkennungsrate her zwischen den anderen freien Tools und den kommerziellen Mitbewerben einordnet.

Das Projekt basiert auf der Vorarbeit, die am DFKI im Rahmen der Forschung zur Handschriftenerkennung entstand sowie auf den Erkenntnissen, die die US-Regierung beim automatischen Erheben von Bevölkerungsdaten gewann. Aktuell unterstützt der Suchmaschinenbetreiber Google die Arbeit. Ein logischer Schritt angesichts der Bestrebungen des Unternehmens, große Buchbestände zu digitalisieren.

Ende März planten die Projektmitglieder den Release einer ersten Alphaversion. Im Bereich der Texterkennung unter Linux hat sich in den vergangenen Monaten einiges getan. So setzt Google offensichtlich gleich auf mehrere Projekte. Neben Ocropus holte Google nämlich letztes Jahr die OCR-Software Tesseract aus der Versenkung. Das Unternehmen Nuance veröffentlichte sein Omnipage SDK für Linux. Letzteres ist allerdings im Gegensatz zu Tesseract und Ocropus nicht als Freie Software erhältlich.

Multimedia-Middleware mit Netzanschluss

In Halle 9 auf der CeBIT am Gemeinschaftsstand des Landes Saarland zeigten Mitglieder der Universität Saarland, wie sich Multimedia-Inhalte vollkommen transparent übers Netzwerk verteilen lassen. Auf dem Heimweg hören Sie Musik vom PDA über Kopfhörer. Kaum haben Sie die Wohnung betreten, bietet der kleine Begleiter die Möglichkeit an, die Daten über die heimische Stereoanlage auszugeben. Sie akzeptieren und vollkommen übergangslos schaltet die Netzwerk-integrierte Multimedia Middleware (NMM) um.

Ein herausragendes Merkmal der Infrastuktur (http://www.networkmultimedia.org) liegt in die Tatsache, dass die Komponenten auf allen gängigen Plattformen laufen (Linux, Mac OS X, Windows XP und Vista). Die Teilnehmern im Netz nutzen den Service dabei nicht nur passiv, sondern bieten aktiv Kapazitäten an, wie beispielsweise das Streamen von DVB-Programmen, das Codieren von Audio-Dateien oder ein laufendes Video-Sample. Wer mag, klinkt sich direkt in einen laufenden Audio- oder Videostream ein. Das System reagiert dynamisch auf Änderungen im Netzwerkdurchsatz und sorgt eigenständig für die möglichst optimale Qualität.

Sechs Jahre forschten die Projektmitglieder der Universität Saarland und arbeiteten dabei auch im Dialog mit Open-Source-Projekten, wie Gstreamer. Jetzt hat die Software einen Stand erreicht, der auch den kommerziellen Einsatz erlaubt. "Das Projekt steht aber unter der LGPL, so dass es jeder frei nutzen kann", sagt der Diplom-Informatiker Michael Repplinger, der an NMM mitarbeitet und außerdem als Geschäftsführer der Motama GmbH auftritt. Der Spin-Off der Uni Saarland entstand im Rahmen der Projektarbeit und bietet Multimedia-Lösungen an, die auf NMM basieren. Wer sich einen ersten Eindruck von den Möglichkeiten der NMM verschaffen will, dem bietet die CeBIT dazu eine gute Gelegenheit.

Second Life für alle

Linden Lab hat den Programmcode seines Second-Life-Clients als unter die GPL gestellt. (http://www.secondlife.com/developers/opensource). Das in San Francisco ansässige Unternehmen präsentiert im Internet die 3D-Welt Second Life, in der sich bereits mehr als drei Millionen Menschen angesiedelt haben. Rund eine Million Menschen sind Schätzungen zufolge in der seit 1999 existierenden Welt aktiv unterwegs.

Den Bewohnern der Community obliegt mit Grundstückskäufen und dem Bauen von Objekten schon von jeher die komplette Ausgestaltung der virtuellen Welt. Mit der Codefreigabe können Entwickler nun aber sehr viel tiefer in Second Life eingreifen als bisher – ein Zeichen an die Community, die 3D-Simulation zu erweitern, zu verbessern oder neue Funktionen hinzuzufügen.

"Wir fühlen uns verantwortlich dafür, Second Life so schnell wie möglich zu verbessern", begründet Linden-Lab-CEO Philip Rosedale die Freigabe. Für seinen Cheftechniker Cory Ondrejka ist die Freigabe "die wichtigste Entscheidung, die wir in sieben Entwicklungsjahren von Second Life getroffen haben". Er ergänzt: "Wir werden selber die Viewer-Software weiter entwickeln, aber nun kann auch die Community Verbesserungen vornehmen. Wir wissen nicht genau, wie sich diese Projekte entwickeln werden, aber das ist Teil des Zaubers, der Second Life so attraktiv macht".

Per Mausklick nach Amsterdam: Second Life bietet virtuelles Sightseeing im Internet.

Froscon 2007: Call for Papers

Nach einem erfolgreichen Start 2006 folgt am 24. und 25. August 2007 die zweite Auflage der Free and Open Source Software Conference (Froscon, http://www.froscon.de) in Sankt Augustin bei Bonn. Um den Besuchern wie im letzten Jahr ein ausgewogenes Vortragsprogramm mit hochkarätigen Referenten zu bieten, startete jetzt der Call for Papers. Bis zum 4. Juni haben Bewerber Zeit, ihre Vorträge einzureichen. Im Vordergrund stehen dabei Themen aus den Bereichen Freie und Open Source Software. Speziell stehen die drei Gebiete Web 2.0, Virtualisierung und Prinzipien freier Software im Fokus der Veranstalter. Das endgültige Vortragsprogramm wird im Juli veröffentlicht.

@Wie im letzten Jahr werden Open-Source-Projekte auf der Froscon in eigenen Entwicklerräumen die Möglichkeit haben, persönliche Treffen zu veranstalten und gemeinsam an ihrer Software zu arbeiten. Die Entwicklerräume fanden bei den teilnehmenden Projekten der ersten Froscon rege Zustimmung. So wurde dort nicht nur entwickelt sondern auch ein eigenes Vortragsprogramm geboten.

Veranstalter der Froscon 2007 sind der Fachbereich Informatik der Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg, der auch die Räumlichkeiten zur Verfügung stellt, in Kooperation mit der Fachschaft Informatik, dem FrOSCon e.V. sowie der Linux/Unix-Usergroup St. Augustin.

OpenOffice 2.2: Mehr Sicherheit und mehr Funktionen

Nur wenige Tage nach dem Erscheinen des Release Candidate 4 erschien Ende März bereits OpenOffice in Version 2.2 (http://download.openoffice.org/2.2.0/). Zu den wichtigsten Verbesserungen in der Bürosuite zählt die Unterstützung für Kerning, also die Unterschneidung von Buchstaben im Schriftbild. Das ermöglicht eine ästhetisch angenehmere Darstellung von Texten.

Die Tabellenkalkulation Calc kann nun besser mit Microsoft-Formaten umgehen, der Datenbankanwendung Base spendierten die Entwickler einen verbesserten SQL-Editor. Der überarbeitete PDF-Support macht es möglich, nun auch Formularfelder in PDFs zu konvertieren und Lesezeichen anzulegen. Des weiteren finden sich in der Textverarbeitung Writer und dem Präsentationsprogramm Impress zahlreiche Verbesserungen.

Auch Anwender, die von den neuen Fähigkeiten der Bürosuite weniger beeindruckt sind, sollten eine Aktualisierung ins Auge fassen: OpenOffice 2.2 stopft auch einige gravierende Sicherheitslücken in Bezug auf manipulierte Dokumente.

LinuxTag 2007 mit 200 Fachvorträgen

Der diesjährige LinuxTag findet vom 30. Mai bis 2. Juni nicht nur erstmals an der Spree statt, sondern erweitert gleichzeitig sein Kongressprogramm auf über 200 Vorträge. Die Leitthemen heißen dabei "Virtualisierungs-Trends", "Web-2.0-Technologien" und "Neu mit Linux".

Unter dem Berliner Funkturm geht es am ersten Tag unter anderem um Themen wie "Linux in der Verwaltung", "Medizin und Linux" sowie dem Schwerpunkt "Virtualisierung mit Linux". Außerdem trifft sich am Eröffnungstag auch die Entwickler- und Anwendergemeinde zum openSUSE-Day. Der zweite Kongresstag widmet sich Einsatzszenarien für Linux und Freie Software in Unternehmen und Verwaltungen. Parallel findet die Fedora User and Developers Conference (FUDCon) statt.

Am Freitag geht es vor allem um Linux im mobilen Einsatz, um Multimedia-Anwendungen sowie das Dauerthema Security. Außerdem trifft sich die OpenSolaris-Community. Im "Mobility-Track" stellen Entwickler Möglichkeiten zum Einsatz freier Plattformen auf Handys und Handhelds vor; mit Spannung erwartet wird ein Beitrag von Nokia zu seiner Linux-Strategie.

Am Samstag, dem letzten Tag der Veranstaltung, kommen Breitenthemen wie Linux und Bildung, Web 2.0-Technologien und Linux-Grundlagen für jedermann zum Zug. Gleichzeitig findet der "Ubuntu Love-Day" rund um die international populäre Linux-Distribution statt.

Weitere Informationen zum LinuxTag 2007 finden Sie auf der Website der Veranstaltung (http://www.linuxtag.org). An Berlin als Veranstaltungsort für den LinuxTag wird man sich wohl gewöhnen müssen: Gleichzeitig mit der Bekanngabe des Kongressprogramms bekräftigten die Partner LinuxTag e.V. und Messe Berlin ihren Willen zu einer langfristigen Verankerung des LinuxTags in der Bundeshauptstadt.

Schneller starten mit LinuxBIOS

Das seit 1999 tätige LinuxBIOS-Projekt (http://www.linuxbios.org) verfolgt das Ziel, auch das BIOS von PCs zur Heimat freier Software zu machen. Wie das Ergebnis aussehen kann, hat jetzt Alan Cavalho de Assis demonstriert: Er packte LinuxBIOS zusammen mit einem kleinen Linux-System samt X-Server in einen handelsüblichen 2-MByte-Flashbaustein. Hinzu kamen ein abgespeckter Kernel der Version 2.6.20, die uClibc, Busybox und der X-Server KDrive.

Zum Booten in ein Terminal braucht das System gerade einmal sechs Sekunden, nach weiteren zwei Sekunden ist der X-Server mit der Oberfläche Matchbox geladen. Ein Video, das den Einbau des aufpolierten LinuxBIOS in ein Tower-System und den Bootvorgang zeigt, finden Sie bei YouTube (http://www.youtube.com/watch?v=nuzRsXKm_NQ).

Topaktuelles Motherboard mit Support für LinuxBIOS: Das GA-M57SLI-S4 von Gigabyte.

Nachdem der AMD-Ingenieur Yinghai Lu im Februar entsprechenden Code unter der GPL freigestellt hat, läuft das LinuxBIOS jetzt erstmals auch offiziell auf einem modernen Mainboard: Das GA-M57SLI-S4 von Gigabyte (http://www.gigabyte.com.tw) basiert auf dem nForce-570-SLI-Chipsatz von Nvidia und AMDs AM2-Socket. Das zu Preisen ab rund 100 Euro im Handel erhältliche Board eignet sich für AMD-CPUs der Typen Athlon 64, Athlon 64 X2 sowie Athlon 64 FX und nimmt bis zu 16 GByte Dualchannel-DDR2-Speicher auf. Für Erweiterungskarten stehen insgesamt sieben PCI- und PCI-Express-Slots bereit.

Kurz notiert

Die Entwicklung des freien Flash-Players SWFDec (http://swfdec.freedesktop.org) macht Fortschritte: Wie Entwickler Benjamin Otte jetzt in seinem Blog verkündete, spielt das Programm nun auch YouTube-Videos problemlos ab. Als fertiges Paket gibt es die aktuelle Version noch nicht, besonders Ungeduldige können den Code jedoch aus dem Git-Repository herunterladen. Seinen Ursprung hat SWFDec als Plugin für die Multimedia-Entwicklungsumgebung Gstreamer. Mittlerweile entwickelte es sich zur einer eigenständigen Bibliothek, die einen Player und ein Browserplugin umfasst.

Der Hardware-Hersteller Dell startete im März, basierend auf den Ergebnissen einer zum Jahresanfang durchgeführten Erhebung, eine weitere Kundenbefragung auf http://www.ideastorm.com/. Nach dem sich in der ersten Runde deutlich der Wunsch nach besserer Unterstützung von freier Software abzeichnete, möchte Dell diese Nachfrage weiter eingrenzen und konkretisieren. Dazu will der Hersteller vom Kunden mehr über dessen Einsatzbereiche und Support-Wünsche wissen, aber auch, welche Linux-Distributionen bevorzugt werden und in welcher der Dell-Produktreihen der Kunde vorinstallierte Linux-Rechner wünscht. Zu guter Letzt möchte Dell von seinen Kunden noch wissen, welche Supportwege sie bevorzugen. Das mögliche Angebot reicht von kostenlosem Support durch die Community bis zur gebührenpflichtigen Telefon-Hotline. Die Umfrage lief noch bis Ende März, ein Ergebnis lag zu Redaktionsschluss noch nicht vor.

Dass Linux und Camping gut zusammenpassen, beweist alljährlich das LUG-Camp. In diesem Jahr findet die Veranstaltung vom 17. bis 20. Mai zum achten Mal statt. Wie bereits 2003 trifft sich die Linux-Gemeinde im schweizerischen Interlaken, Veranstalter ist die Schweizer LUG. Ein Vortragsprogramm ist noch in Arbeit, für das leibliche Wohl sowie eine Netzwerkanbindung wird auch gesorgt. Für deutsche Teilnehmer besonders wichtig: Ein Steckdosenadapter für das Schweizer Stromnetz, da hier die meisten deutschen Kaltgerätekabel nicht passen. Zur besseren Planung bitten die Veranstalter um Voranmeldung über die Web-Seite http://2007.lug-camp.ch/. Hier erfährt man dann auch, wie hoch die Teilnahmegebühr ausfällt.

Wie jetzt eine Studie des Marketing-Unternehmens Adtech zeigt, gewinnt der Web-Browser Firefox mehr und mehr Anwender (http://www.adtech.de/de/pr-07-6.html). In Europa surfen 15 Prozent aller Anwender mit Firefox, in Deutschland sogar 30 Prozent. Damit führt Deutschland im europäischen Vergleich. Die rote Laterne tragen die Dänen, hier nutzt nur jeder fünfzehnte Anwender den freien Browser. Die Studie zeigt außerdem, dass die Verbreitung des Internet Explorer 7.0 nicht zu Lasten des Firefox geht: Microsofts Browser verdrängt lediglich seinen Vorgänger vom Markt. Für die Erfassung der Studiendaten wertete Adtech von November 2006 bis Februar 2007 die Banneranfragen von 4000 Websites aus. Insgesamt handelte es sich um rund 30 Milliarden Anfragen – ein passabler Querschnitt.

Auch Linux-Anwender kommt zuweilen in die Verlegenheit den Internet Explorer nutzen zu müssen. Damit die Installation unter Linux nicht zum Alptraum wird, steht das Projekt IEs4Linux (http://www.tatanka.com.br) dem Anwender mit einem Installationsskript hilfreich zur Seite. Es richtet die Browser IE 5.0, 5.5 und 6.0 parallel ein, jedoch ohne lästigen Ballast wie Outlook oder Media-Player. Da Wine momentan IE 7.0 noch nicht unterstützt, installiert IEs4Linux als Übergangslösung die IE-7.0-Engine mit der IE 6.0 Oberfläche. Das reicht immerhin aus, um Web-Seiten zu prüfen. Für alle gängigen Distributionen gibt es fertige Installationsanleitungen auf der Projekt-Site.

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