Von der Kommandozeile: PFS-Tools

Rafal Mantiuk arbeitet für das Max-Planck-Institut an solchen Videoformaten mit. Seine Programmsammlung PFS-Tools komprimiert HDR-Daten, ohne dass für das menschliche Auge wichtige Details verloren gehen. Zudem geben die PFS-Tools Formate aus, die sich in anderen Programmen weiterverarbeiten lassen.

Bei den PFS-Tools handelt es sich um eine Sammlung von Kommandozeilenprogrammen zum direkten Bearbeiten von HDR-Bildern. Für OpenSuse und Mandriva liegen es vorkompilierte Pakete der PFS-Tools vor. Aber auch das Übersetzen der Sammlung aus den Quellen bereitet keine Probleme. Die notwendigen Pakete und Quellcodes finden Sie auf der Heft-CD.

Nach dem Installieren der Tools wechseln Sie in Ihr Bildverzeichnis und rufen die Werzeuge von dort aus in der über [F4] gestarteten Konsole auf. Die Bedienung ist ziemlich einfach, wie das folgende Beispiel zeigt:

jpeg2hdrgen img1.jpg img2.jpg img3.jpg > out
pfsinhdrgen out | pfsout output.hdr
pfsin output.hdr | pfsgamma 2.2 | pfsout output.jpeg

Der Befehl in der ersten Zeile generiert aus drei Ausgangsfotos ein HDR-Bild. Das zweite Kommando speichert das zusammengesetzte Bild im HDR-Format. Der Befehl pfsin lädt das Bild in den Arbeitsspeicher, pfsgamma 2.2 nimmt eine Gammakorrektur der Farben vor. Schließlich gibt pfsout output.jpeg das Bild als JPEG-Datei wieder aus. Zu jedem dieser Tools finden Sie über --help Hinweise zum Gebrauch; auf der PFS-Tools-Homepage [3] lesen Sie außerdem ausführliche Manpages zu diesen Werkzeugen.

PFS mit GUI: Qpfstmo

Möchten Sie die PFS-Tools lieber über eine grafische Oberfläche bedienen, probieren Sie Qpfstmo aus [4], das Sie ebenfalls auf der Heft-CD finden. Für das Arbeiten mit Qpfstmo benötigen Sie neben den PFS-Tools das separat erhältliche Tone-Mapping-Tool Pfstmo sowie Qmake, das Sie mit der Bibliothek Qt3 eventuell nachinstallieren müssen.

Qpfstmo rufen Sie am besten über die Konsole auf: Wechseln Sie dazu in das Verzeichnis mit den Bildern und drücken Sie [F4]. Geben Sie in der Konsole ./qpfstmo ein und bestätigen Sie mit [Eingabe]. Nun laden Sie das Foto, das Sie bearbeiten möchten. Neben HDR-Bildern verarbeitet Qpfstmo beispielsweise auch TIFF- oder JPEG-Dateien. Um solche Dateitypen auszuwählen, müssen Sie unter Filter die Option All Files * einstellen.

Im folgenden Dialog stehen Ihnen dann verschiedene Algorithmen für das Tone-Mapping zur Verfügung, die sich unterschiedlich drastisch auf Ihre Fotos auswirken: ashikhmin02 (Abbildung 3), drago03, fattal02, reinhard02, und durand02. Probieren Sie einfach aus, was Ihren Bildern am besten optimiert. Mit der Zeit bekommen Sie ein Gefühl dafür, welcher Tone-Mapping-Algorithmus zu verschiedenen Aufnahmesituationen passt.

Abbildung 3: In Qpfstmo stehen Ihnen verschiedene vorgefertigte Werkzeuge für das Tone-Mapping zur Verfügung.

Bevor Sie einen Algorithmus auswählen, stellen Sie einen Work-Size für das zu bearbeitende Bild ein. Je kleiner Sie die Arbeitsvorschau wählen, umso schneller sehen Sie die Auswirkungen der Algorithmen. Je größer das Bild, umso besser die Vorschau. Aktivieren Sie zusätzlich die Option Open in New Windows, dann sehen Sie alle Voransichten in einem eigenen Fenster. Das erleichtert das Experimentieren mit den Algorithmen und die Auswahl der optimalen Version ungemein. Das Ausgangsbild bleibt zudem erhalten. Haben Sie gute Einstellungen gefunden, vergessen Sie nicht, den Work-Size auf die richtige Ausgabegröße einzustellen.

Die Vorschau-Ansicht eignet sich auch zum Experimentieren. Probieren Sie andere Einstellungen mit dem Schieberegler, bevor Sie mit Klick auf das Diskettensymbol Ihr Bild speichern. Versuchen Sie einmal, das gespeicherte Bild in Gimp wie oben beschrieben mit dem Originalbild zu kombinieren: So verbessern Sie leicht über wenige Arbeitsschritte den Kontrastumfang Ihres Ausgangsbildes noch einmal deutlich. Wählen Sie in Qpstmo ungewöhnliche Einstellungen, ist das Ergebnis in Gimp immer noch Ausgangspunkt für interessante Verfremdungen.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

Kommentare

Infos zur Publikation

LU 11/2017: Server für Daheim

Digitale Ausgabe: Preis € 8,50
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Stellenmarkt

Aktuelle Fragen

Lieber Linux oder Windows- Betriebssystem?
Sina Kaul, 13.10.2017 16:17, 3 Antworten
Hallo, bis jetzt hatte ich immer nur mit
IT-Kurse
Alice Trader, 26.09.2017 11:35, 2 Antworten
Hallo liebe Community, ich brauche Hilfe und bin sehr verzweifelt. Ih bin noch sehr neu in eure...
Backup mit KUP unter Suse 42.3
Horst Schwarz, 24.09.2017 13:16, 3 Antworten
Ich möchte auch wieder unter Suse 42.3 mit Kup meine Backup durchführen. Eine Installationsmöglic...
kein foto, etc. upload möglich, wo liegt mein fehler?
kerstin brums, 17.09.2017 22:08, 5 Antworten
moin, zum erstellen einer einfachen wordpress website kann ich keine fotos uploaden. vom rechne...
Arch Linux Netzwerkkonfigurationen
Franziska Schley, 15.09.2017 18:04, 0 Antworten
Moin liebe Linux community, ich habe momentan Probleme mit der Einstellung des Lan/Wlan in Arc...