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Keep it simple

Xandros Desktop 4.1 OCE

01.05.2007 Beim Umstieg auf Linux scheitern Windows-Benutzer oft an der anfangs steilen Lernkurve. Xandros flacht diese mit einer gelungenen Mischung aus Linux-Technik und Microsoft-Design ab.

Viele Windows-User, die das erste Mal Linux ausprobieren, packt zunächst das kalte Grauen: Alles so umständlich, so anders, so ungewohnt. In der Tat ist der Umstieg – auch zu benutzerfreundlichen Distributionen wie Ubuntu oder Suse Linux – oft mit einigen Fußangeln verbunden, über die so mancher Neuling strauchelt. Diesen Anwendern kommt Xandros (Abbildung 1) mit einer Windows nachempfundenen Benutzerführung entgegen. Sie ermöglicht eine intuitive und weitgehend unkomplizierte Bedienung des Systems – allerdings zu dem Preis, dass dem Anwender die Details des Geschehens – wie auch unter Windows – weitgehend verborgen bleiben.

Abbildung 1: Xandros bietet dem Anwender das Look & Feel von Windows, gepaart mit der Technik von Linux.

Bei der Desktopumgebung setzt Xandros auf KDE. An Software bringt die Distribution sowohl für den Office- als auch für den Multimediabereich alle notwendigen Programme mit. Ungewöhnlich, aber zugleich auch praktisch sind die Namensgebungen der Programme: Xandros beschreibt Sie im K-Menü nicht über den Produktnamen (etwa XMMS), sondern über die Funktion (MP3-Player).

Der auf der Heft-DVD enthaltenen Version 4.1 Open Circulation Edition fehlen gegenüber der Vollversion, die Xandros [1] für knapp 100 Euro verkauft, vor allem die kommerziellen Komponenten. Zum Beispiel verfügt sie nur über eine Demo-Version des aufgebohrten Wine-Emulators Crossover Office, das – allerdings entbehrliche – Sicherheitscenter fehlt ebenso wie der CD-Ripper und die Unterstützung für den schreibenden Zugriff auf NTFS-Partitionen mit dem Paragon-Treiber. Leser des LinuxUser gewährt Xandros allerdings eine einjährige kostenlose Premium-Mitgliedschaft bei "Xandros Networks", die Ihnen in vielen Bereichen vergünstigte Tarife bietet (siehe Kasten "LinuxUser profitieren").

Als minimale Hardwarevoraussetzungen nennt Xandros eine CPU der Pentium-Klasse, 128 MByte Hauptspeicher sowie 3 GByte freien Festplattenplatz. Möchten Sie die neue 3D-Oberfläche nutzen, benötigen Sie eine ATI Grafikkarte ab dem Typ Radeon 8500 oder FireGL 8700. Die 3D-Darstellung mit Nvidia-Karten unterstützt Xandros bisher nicht.

LinuxUser profitieren

Den Lesern von LinuxUser bietet Xandros eine freie Networks-Premium-Mitgliedschaft für ein Jahr an. Mitglieder erhalten Ermäßigungen für kommerzielle Linux-Software wie Cedega, Crossover, Win4Lin, Virtualbox und StarOffice sowie eine Ermäßigung von 50 Prozent für Upgrades auf neue Xandros-Versionen. Weiterhin erhalten Sie als Premium-Mitglied ein Jahr lang kostenlos den Xandros-Networks-Support.

Dieses Angebot gilt bis zum 30. Juni 2007. Um es zu nutzen, führen Sie folgende Schritte aus:

  • Öffnen Sie über das Desktop-Icon Xandros Networks den Paketmanager.
  • Klicken Sie darin in der linken Spalte auf Onlineshop.
  • Wählen Sie den Link US$ 39 in der Box Xandros Networks Premium Membership und klicken Sie auf den Button Buy.
  • Füllen Sie alle Felder inklusive der Angaben zur Kreditkarte aus. Diese sind notwendiger Bestandteil, um die Bestellung abzuschließen – auch wenn Sie nicht bezahlen müssen.
  • Nachdem Sie im Coupon-Feld linuxpro eingegeben haben, sehen Sie nach Angabe der Kreditkarteninformation, aber noch vor Bestätigen der Angaben die Gutschrift von 39 US-Dollar.

Installation

Zur Installation wählen Sie aus dem Bootmenü der Heft-DVD Xandros 4.1 Setup und drücken danach [Eingabe]. Klicken Sie nach dem Festlegen der gewünschten Sprache im Fenster Installationsauswahl auf die Option Express Installation, so nimmt das Setup Ihnen die meisten Entscheidungen ab. Sie legen lediglich das Root-Kennwort fest und geben einen neuen Benutzer ein, danach startet die Systemeinrichtung. Wählen Sie stattdessen die Benutzerdefinierten Installation, dann zieht das Setup eine Schleife über die Paketauswahl, gefolgt von der Disk-Konfiguration und dem Setup des Netzwerkes.

Nach einem Neustart öffnet sich der Ersteinrichtungs-Assistent, mit dessen Hilfe Sie grundlegende Parameter wie das Desktopthema, das Mauseinstellungen oder Datum und Uhrzeit festlegen.

Xandros intern

Xandros unterscheidet sich von anderen Distributionen in erster Linie durch den Versuch, oft gebrauchte Werkzeuge und Programme ähnlich zu gestalten, wie Microsoft-Anwender sie vom Windows-Desktop kennen. Die Einstellung des Bildschirms erreichen Sie beispielsweise über einen Rechtsklick auf den Desktop und die Auswahl von Eigenschaften aus dem Kontextmenü. Um die Netzwerkkonfiguration zu öffnen genügt ein Klick auf das Netzwerksymbol im System Tray.

Beinahe perfekt geklont hat Xandros den Dateimanager (Abbildung 2), der sich optisch nur im anhand kleiner Details vom Microsoft-Vorbild unterscheiden lässt, jedoch dank der KIO-Slaves wie fish:// über deutlich mehr Funktionen verfügt. Schade allerdings, dass Xandros erweiterte Funktionen wie die Mehrfensteransicht oder Tabs nicht von Konqueror übernommen hat.

Abbildung 2: Optisch unterscheiden sich die Dateibrowser von Microsoft und Xandros nur im Detail, Technisch liegt die Xandros-Kopie jedoch weit voraus.

Um Dateien oder Verzeichnisse via SMB im Netzwerk zu teilen, klicken Sie im Dateibrowser mit der rechten Maustaste auf den gewünschten Ordner und wählen aus dem Kontextmenü den Punkt Eigenschaften. Im neuen Fenster klicken Sie auf den Reiter Windows-Freigabe und setzten ein Häkchen neben Freigabe aktiviert. Ein Klick auf den Button Berechtigungen... im gleichen Fenster verrät: Diese Freigabe gilt in der Grundeinstellung für jeden – sowohl lesend als auch schreibend.

Zum Verwalten der Software bringt die Distribution den modifizierten Synaptic-Paketmanager Xandros Networks mit (Abbildung 3) , den Sie mit einem Klick auf das gleichnamige Desktop-Icon öffnen. Neben den üblichen Funktionen enthält das Programm einen integrierten Webshop, mit dem Sie direkt zusätzliche kommerzielle Software – wie etwa die Vollversion von Crossover Office – nachkaufen können.

Abbildung 3: Zum Verwalten der Software verwendet die Distribution den modifizierten Synaptic-Paketmanager namens Xandros Networks.

Um den Rechner gegen Angriffe aus dem Netz zu schützen, starten Sie über das K-Menü mit Anwendungen | System | Sicherheit den Firewall-Assistenten, mit dessen Hilfe sie Schritt für Schritt die Regeln des Paketfilters festlegen. Der Eintrag Firewall-Steuerung startet und stoppt die Firewall, bringt aber ansonsten keine weiteren Funktionen mit.

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Infos zum Autor

Thomas Leichtenstern

Thomas Leichtenstern

CD/DVD-Redakteur


Infos zur Publikation

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LinuxUser 03/2012

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