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Im Studio

Zwei externe Soundkarten von M-Audio

01.05.2007 Gitarre, Mikrofon, USB-Soundkarte – mit diesen drei Utensilien und einem Linux-Rechner steht Ihrer ersten professionellen Aufnahme nichts mehr im Wege. LinuxUser stellt zwei Geräte vor, die sich speziell gut für Aufnahmen eignen.

Die meisten PCs bringen von Haus aus eine Soundkarte mit, über die das Playback auch unter Linux problemlos funktioniert. Wer jedoch über seinen Rechner Musik aufzeichnen will, kommt an einer speziellen Soundkarte in der Regel nicht vorbei. Für das mobile Studio eignen sich USB-Geräte am besten. Dieser Artikel stellt zwei davon vor (siehe Tabelle "Testgeräte").

Testgeräte

Hersteller M-Audio M-Audio
Modell Fast Track Fast Track Pro
Schnittstelle USB 2.0 USB 2.0
Eingänge 1 x 6,3 mm Klinke, 1 x XLR 2 x 6,3 mm Klinke oder XLR, 1 x Midi, 1 x S/PDIF, 2 Inserts (6,3 mm) für Effekte
Ausgänge Kopfhörer (3,5 mm), Cinch Kopfhörer (6,3 mm), 4 x Cinch, 2 x 6,3 mm, 1 x Midi, 1 x S/PDIF
Abmessungen 13,5 x 10 x 4 cm (B x T x H) 18,5 x 14 x 4,5 cm (B x T x H)
Gewicht 230 g 580 g
Besonderes Kensington Lock Kensington Lock, alternative Stromversorgung per 9-Volt-Netzteil (gehört nicht zum Lieferumfang), 48 Volt Phantomspeisung zuschaltbar
Preis (ca.) 120 Euro 220 Euro

Schnelle Tracks

Das kleinere M-Audio-Gerät, Fast Track, eignet sich in erster Linie für Musiker, die sich auf der Gitarre oder einem E-Piano singend begleiten möchten. Dazu schließen Sie das Mikrofon über den XLR-Stecker an, das Instrument per Klinkenstecker. Über den Cinch-Ausgang hören Sie dann die Musik per Monitor oder Stereo-Anlage. Je nach Mikrofon und Instrument benötigen Sie aber einen zusätzlichen Verstärker: In den Tests mit E-Gitarre und Mikrofon war die Gitarre kaum zu hören.

Das größere Modell Fast Track Pro bringt für dieses Problem die Lösung gleich mit, da sich beide Instrumenten-Eingänge separat regeln lassen. Ein zusätzlicher Pad-Button reduziert die Lautstärke um weitere 20 Dezibel. Auch hier besteht die Möglichkeit, den Sound über die Cinch-Ausgänge mitzuhören, in den Tests hörten wir allerdings nur Eingang 1. Der 6,3-mm-Kopfhörerausgang eignet sich somit besser als Monitor.

Für Midi-Freaks stellt das Fast Track Pro je einen Ein- und Ausgang bereit. Auch DJs dürften an der Soundkarte Ihre Freude haben: Über ein separat erhältliches Netzteil lässt sich das Gerät auch ohne USB-Anschluss als Mini-Mischpult benutzen, um zum Beispiel Tracks vorzuhören. Dazu benutzen Sie den Mix-Regler kombiniert mit dem A/B-Schalter. Auf der Geräterückseite befinden sich zudem auch Midi- sowie S/PDIF-Schnittstellen (Abbildung 1).

Abbildung 1: Die Pro-Variante der Fast-Track-Geräte (unten) bietet deutlich mehr Schnittstellen.

Die Funktionsweise beider Geräte sowie sämtlicher Knöpfe und Drehregler erklärt die Dokumentation auf der beiliegenden Treiber-CD ausführlich und leicht verständlich. Auf der CD finden sich zudem 148 Schlagzeug-Loops im WAV- und AIFF-Format (Fast Track), beziehungsweise 148 Schlagzeug-Loops im WAV-Format sowie 20 komplette Drumsets im MP3-Format mit einer Länge zwischen 2 und 5 Minuten (nur Fast Track Pro). Für Windows-Benutzer liegen zudem die Programme GT Player Express und Live Lite bei. Die Pro-Variante enthält Live Lite in Version 5, dem kleineren M-Audio-Gerät lag Version 4 bei.

Let's rock

Als Aufnahmeprogramme eigenen sich zum Beispiel Audacity [1] oder Ardour [2]. Wir verwendeten Audacity, da es sich für den schnellen Einstieg deutlich besser eignet. Hier müssen Sie zunächst über Bearbeiten | Einstellungen unter Audio E/A das passende Aufnahmegerät auswählen (Abbildung 2). Findet sich kein Fast-Track-Eintrag in der Liste, gibt es Probleme mit dem Soundsystem – oder Sie haben Audacity vor dem Anschließen der USB-Soundkarte gestartet. Nutzen Sie nur einen Kanal des Fast-Track-Geräts, wählen Sie bei Kanäle den Eintrag 1 (Mono).

Abbildung 2: Audacity erkennt die Fast-Track-Geräte nach einem Neustart automatisch.

Die Aufnahme in Audacity bereitet keine größeren Schwierigkeiten. Klicken Sie zunächst auf den schwarzen dreieckigen Pfeil rechts vom Mikrofonsymbol (Abbildung 3, grün markiert) und wählen Sie den Eintrag Anzeige aktivieren aus. Spielen oder singen Sie jetzt etwas, so schlägt die Anzeige aus: Bei Mono-Instrumenten der rechte oder linke Kanal, bei Stereoaufnahmen beide. Audacity zeigt den Ausschlag mit einem blauen Balken an. Achten Sie darauf, dass dieser im sichtbaren Bereich bleibt. Übersteuert der Eingang permanent, müssen Sie die Lautstärke des Instruments reduzieren oder die Pad-Funktion aktivieren (nur bei der Pro-Variante). Eine zu leise Aufnahme verstärken Sie nachträglich über Effekt | Verstärken; haben Sie die Aufnahme hingegen übersteuert, lässt sie sich in den meisten Fällen nicht benutzen.

Abbildung 3: Achten Sie darauf, dass die Aussteuerungsanzeige während der Aufnahme immer unterhalb des blauen Balkens bleibt.

Um über eines der Drumsets abzuspielen, öffnen Sie zuerst die MP3-Datei in Audacity und markieren dann unter Bearbeiten | Einstellungen die Option Multiplay: Bestehende Spuren während einer Aufnahme mithören. Klicken Sie jetzt auf den Aufzeichnungsknopf, fängt Audacity automatisch an, die bestehenden Spuren abzuspielen. Zusätzlich können Sie auch die Option Software Playthrough: Neue Spur während der Aufnahme mithören ankreuzen. In den Tests kam es dabei aber unter Suse und Fedora zu ungewollten Verzerr- und Nebeneffekten. Ubuntu Dapper meisterte das Playthrough hingegen problemlos.

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Infos zum Autor

Marcel Hilzinger

Marcel Hilzinger

Marcel Hilzinger arbeitet als Redakteur für die Zeitschriften LinuxUser und EasyLinux. Am liebsten schreibt er Artikel zu netten Gadgets oder Multimedia-Software. In seiner Freizeit spielt er gerne Kicker.

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