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Gute Karten

Pixel: Professionelle Fotos zum kleinen Preis

01.05.2007 Das Image von Linux leidet auch darunter, dass es kaum professionelle Bildbearbeitung-Software gibt. Umso erfreulicher ist es zu sehen, welche Trümpfe das Programm Pixel im Ärmel hat. Wir haben der Anwendung in die Karten geschaut.

Mac- und Windows-Anwender haben es gut: Mit Adobe Photoshop steht ihnen ein anerkannt professionelles Werkzeug zur Verfügung. Linux-User sind auf Gimp angewiesen, aber nicht jeder kommt mit der eigenwilligen Oberfläche des Programms gut zurecht.

Mit Pixel, einem Programm des Slowaken Pavel Kanzelsberger, meldet sich nun auch unter Linux eine kommerzielle Alternative zum Dienst. Mit seinen 89 US-Dollar ist Pixel aber wesentlich günstiger, als der Marktführer. In der Beta-Phase fallen sogar nur 38 US-Dollar für den Kauf an. Der Erwerb berechtigt zudem nach Auskunft des Autors [1] zu Updates aller 1.x-Varianten.

Professionelles Pixel

Über CrossOver [2] wäre es durchaus möglich, Adobe Photoshop unter Linux zu installieren. Allerdings liefe das Programm deutlich langsamer und böte zudem einen geringeren Funktionsumfang als unter Windows und Mac. Hier baut Pixel Brücken: Die professionelle Bildbearbeitungs-Software erinnert schon rein äußerlich stark an Adobe Photoshop.

Auch die Kernfunktionen von Pixel bieten alles, was man von einer modernen Bildbearbeitungs-Software erwarten darf. Sie unterstützt Scanner und digitale Kameras, die mit der Standard-Schnittstelle Twain und seinem Linux-Gegenüber Sane kompatibel sind. Zudem geht das Programm wie selbstverständlich mit zahlreichen Bildformaten um, so auch mit dem Photoshop-eigenen Format PSD. Der Import und Export von PSD-Dateien sowie die Arbeit mit Photoshop-Plugins gilt in der Beta-Phase jedoch noch als instabil. Dafür funktioniert der EXIF-Support, der beim Auslesen von Bilddaten hilft.

Das Bildbearbeitungs-Programm unterstützt wie sein älterer Bruder Ebenen, Pfade, Kanäle und Masken. Als Farbpaletten bietet Pixel RGB, CMYK, Graustufen und CIE Lab Modes (8-bit und 16-bit). Besonders die für den professionellen Druck wichtige CMYK-Ausgabe dürfte das Herz der in dieser Hinsicht leidgeplagten Gimp-Anwender höher schlagen lassen. Nur am Rande erwähnt sei, dass Pixel im Bereich "High Definition Range" sogar Bilder in echter HDR-Qualität (32-bit) ausgibt.

Auch die enthaltenen Web-Features können sich sehen lassen: Pixel erlaubt Bildoptimierung für GIF, PNG, JPEG und WBMP. Eigenen HTML-Code können Sie direkt im Programm bearbeiten, Unterstützung für interaktive Image-Maps und animierte GIFs ist ebenfalls mit an Bord.

Abbildung 1: Ähnlichkeiten sind unübersehbar: Die Oberfläche von Pixel erinnert stark an Adobe Photoshop.

Die Installation von Pixel

Die Installation der Software unter Linux ist angenehm einfach, weil vorgefertigte Debian- und RPM-Pakete zur Verfügung stehen [3]. Für nicht unterstützte Derivate oder für Selbstkompilierer existiert aber auch ein tar.gz-Archiv. Zum Testen dürfen Sie die Software 30 Tage lang nutzen. Allerdings verpasst das Programm in der Demo-Version Bildern ein unschönes Wasserzeichen.

TIPP

In der FAQ [4] finden Sie Hinweise darauf, wie Sie Pixel in einer gemischten 32-/64-Bit-Umgebung lauffähig machen. Dort gibt es auch einen Link mit Hinweisen, wie Sie nicht enthaltene CMYK-Profile nachinstallieren können.

Das komprimierte Archiv packen Sie mit dem Befehl tar xjvf pixeldemo-1.0.558-linux.ppc.tar.bz2 aus. Haben Sie eine andere Betaversion, passen Sie den Namen des Archivs bitte an. Danach starten Sie Pixel aus dem neuen Verzeichnis mit ./pixel. Haben Sie eines der vorgefertigten Pakete verwendet, geben Sie nach dem Einrichten des Programms in der Konsole einfach pixeldemo ein.

Möchten Sie eine aktuelle Beta-Version von Pixel aus dem Internet runterladen, lesen Sie vorher die Installations-Hinweise. So weist Pavel Kanzelsberger beim Debian-Paket zum Beispiel darauf hin, dass Sie libSDL brauchen. Als optionale Pakete empfiehlt er zudem libfreetype und liblcms. Sollten Sie auf eine JPEG2000-Unterstützung nicht verzichten wollen, benötigen Sie außerdem die Runtime-Bibliothek libjasper. Als Druckerschnittstelle empfiehlt der Entwickler den Linux-Standard CUPS.

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LinuxUser 03/2012

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