Aufmacher

Gnomogramm

01.05.2007

Den Datenwildwuchs im Griff

Auch bei der größten Festplatte fragt sich der Anwender irgendwann, wo denn der freie Platz geblieben ist. Hilfe bei der Antwort auf diese Frage gibt das Programm PySize (http://guichaz.free.fr/pysize/).

PySize stellt den Platzverbrauch sehr eindrucksvoll dar.

Das in Python geschriebene Werkzeug stellt die Größe eines Verzeichnisbaums grafisch dar. Dazu wertet es das Volumen aller Unterverzeichnisse aus und visualisiert die Struktur in Form von Blöcken. Durch Anklicken eines solchen Blocks kann der Anwender dann in die Verzeichnisstruktur absteigen.

Ein Klick mit der rechten Maustaste offenbart darüber hinaus, welche Unterverzeichnisse der jeweilige Block enthält und erlaubt es dem Benutzer, bei Bedarf den gesamten Block in die Warteschlange zu löschender Dateien einzufügen. Das tatsächliche Löschen erfolgt jedoch erst dann, wenn der Benutzer die Bearbeitung der Warteschlange explizit aktiviert. Um die Anzeige übersichtlich zu halten, zeigt PySize in der Vorgabe die Verzeichnisstruktur nur bis zur sechsten Unterebene an. Bei Bedarf lassen sich jedoch auch weitere Ebenen einblenden.

Neben einer Gtk-basierten Benutzerschnittstelle verfügt das Programm auch über eine Curses-Oberfläche und bietet zudem die Ausgabe in einer strukturierten ASCII-Darstellung an. Damit eignet sich PySize auch für den Einsatz auf entfernten Systemen, die sich nur via SSH erreichen lassen. Während der Anwender in der Curses-Oberfläche wie gewohnt navigiert und in Verzeichnisse absteigt, eignet sich die ASCII-Darstellungen nur zur Betrachtung.

PySize erschien jetzt in der Version 0.2, die außer Python und den PyGTK-Bibliotheken keine weiteren Abhängigkeiten besitzt. In dieser Version verbesserten die Entwickler die Ausagbestruktur und beschleunigten die Darstellung. Ein Update lohnt sich also. ->CD

Virtualisierung einfach verwalten

Virtualisierungslösungen wie Qemu liegen zur Zeit voll im Trend. Allerdings fehlt Qemu von Hause aus ein Werkzeug zur Verwaltung der virtuellen Maschinen. Qemulator (http://qemulator.createweb.de) tritt nun an, diese Lücke zu schließen.

Mit Qemulator bietet Qemu fast den gleichen Komfort wie VMware.

Das Programm erinnert auf den ersten Blick an VMware Workstation. In der grafischen Oberfläche erstellt der Anwender komfortabel Image-Dateien für neue virtuelle Systeme und legt die Hardwareparameter fest. Dabei stehen sieben verschiedenen Prozessorarchitekturen zur Auswahl, bis zu vier Festplatten lassen sich je System anlegen. Hierbei kann der Anwender zwischen vier verschiedenen Formaten für das Festplatten-Image wählen. Neben dem hauseigenen Format QCOW steht auch VMwares VMDK-Format zur Wahl.

Qemulator unterstützt den Anwender aber nicht nur bei der Erstellung neuer virtueller Maschinen, sondern steht ihm auch bei deren Verwaltung zur Seite. Über einen Kontrollmonitor manipuliert der Anwender aktive Qemu-Sitzungen zur Laufzeit. Dabei reicht die Palette der Möglichkeiten von der (De-)Aktivierung von USB-Geräten über das Ein- und Aushängen von Massenspeichern oder der Anpassung von Tastatur und Maus bis zum schlichten Neustart der Sitzung.

Die jetzt veröffentlichte Version 0.4.5 wartet mit einer völlig überarbeiteten und fehlerbereinigten Oberfläche auf. Der Entwickler legte dabei besonderen Wert auf verbesserte Bedienbarkeit. Qemulator ist ein noch sehr junges Projekt, daher freut sich sein deutscher Entwickler über jede Form von Feedback und konstruktiver Kritik. ->CD

Desktop-Konferenz mit Gnome und KDE

Vom 23. bis 25. März fand im spanischen La Coruña erstmals die Guademy statt, eine Veranstaltung, die sich gleichermaßen an KDE- und Gnome-Entwickler richtet. Der Name leitet sich aus den beiden großen Konferenzen Guadec und Akademy ab, die alljährlich Gnome- und KDE-Community separat veranstalten.

Die Teilnehmer des Guademy-Treffens vor den Toren der Universität La Coruña.

Ausrichter der Veranstaltung war die GPUL, eine spanische Gemeinschaft von Linux-Entwicklern und -Benutzern. Die Unternehmen Trolltech und Igalia traten als Sponsoren auf. Das Vortragsprogramm botet abwechslungsreiche Einblicke in KDE 4, KuiServer, PyQT, Gtk, Maemo und Opensolaris, wurde aber überwiegend in Spanisch gehalten. Lediglich zwei Vorträge fanden in englischer Sprache statt.

Die Teilnehmer sahen das dreitägige Event in erster Linie als einmalige Gelegenheit, auf technischer Ebene miteinander zu kooperieren. Vor allem durch desktopunabhängige Technologien wie D-Bus besteht hier viel technischer Freiraum. Es bleibt zu hoffen, dass der Kongress Schule macht und künftig mehr Veranstaltung mit diesem Themenschwerpunkt und internationalerer Ausrichtung stattfinden.

Kurz notiert

Das Mono-Projekt gab jetzt die Veröffentlichung eines Visual-Basic-Compilers bekannt. Er ist Bestandteil von Mono 1.2.3. Mono trägt damit der Tatsache Rechnung, dass über 50 Prozent aller .NET-Programme in Visual Basic .NET implementiert werden. Eine Portierung dieser Progamme nach Mono gestaltet sich daher bislang schwierig. Hier soll der Compiler Abhilfe schaffen, so dass auch Entwickler mit geringer Linux-Erfahrung relativ einfach Applikationen für Linux implementieren können. Der neue Compiler wurde in Visual Basic implementiert und unterstützt alle Funktionen von Visual Basic 8 und .NET 2.0.

Nach dem Erfolg vom Vorjahr beteiligt sich auch dieses Jahr die Gnome Foundation wieder am Google Summer of Code und gibt damit erneut motivierten Studenten Gelegenheit, sich durch betreute Mitarbeit an Gnome ein paar Euro dazu zu verdienen. Ein Ideen-Pool mit möglichen Projekten soll interessierte Hochschüler inspirieren, es können aber auch eigene Projekte eingereicht werden. Der "Summer of Code" startet Ende Mai.

Wie die Gnome Foundation jetzt bekannt gab, lässt sie sich künftig in juristischen Angelegenheiten durch das Software Freedom Law Center vertreten. Hierbei handelt es sich um eine gemeinnützige Einrichtung, die sich auf die Rechtsvertretung von Open Source Entwicklern und Projekten spezialisiert hat. Mit profundem Fachwissen beraten sie in Lizenz- und Patentfragen und schulen darüber hinaus Juristen in Open-Source-Fragen. Die Gnome Foundation hofft gerade in Patent- und Lizenzbelangen von diesem Fachwissen zu profitieren und so dem Endanwender eine größere juristische Sicherheit zu geben.

Kaum ist das neue Gnome erschienen, findet es sich bereits in den ersten Distributionen wieder. Als Erster ging nur fünf Tage nach Gnome-Veröffentlichung Foresight Linux 1.1 über die Ziellinie, das Gnome 2.18 als Standardoberfläche mitbringt. So sind dann auch die meisten Neuerungen in Foresight Linux Neuerungen eigentlich der neuen Gnome-Version zuzuschreiben. Die Distribution umfasst zwei CDs oder eine DVD.

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