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Film ab

Mit DeVeDe vom einfachen Videostream zur DVD fürs Wohnzimmer

01.05.2007 Ob VCD, SVCD und Video-DVD – mit dem kleinen Python-Programm DeVeDe bannen Sie im Handumdrehen und sehr komfortabel digitales Filmmaterial auf kleine Silberscheiben.

Sicher, es gibt bereits viele Tools zum Aufbereiten von Videomaterial. Diese liefern in der Regel ein Ergebnis, das sich zum Abspielen auf dem DVD-Player im Wohnzimmer eignet. Wer die einzelnen Werkzeuge jedoch kompetent bedienen möchte, dem bleibt oft nichts anderes übrig, als stundenlag über der entsprechenden Manpage zu brüten und sich mit Auflösungen, Frameraten und Audiofrequenzen zu beschäftigen.

Das Programm DeVeDe bedient sich genau dieser Tools. Es fasst sie jedoch unter einer grafischen Oberfläche zusammen und vereinfacht das Umwandeln und Zusammenstückeln der multimedialen Inhalte ganz wesentlich. Statt mit Optionen und Parametern arbeiten Sie hier mit meist selbsterklärenden GUI-Elementen.

Bei der Arbeit zu diesem Artikel fiel auf, dass das Programm in der früheren Version keine deutsche Oberfläche aufwies. Quasi als Nebenprodukt entstand diese im Verlauf des Artikels. Sie ist heute Bestandteil der aktuellen Version 2.12. Wie Sie älteren Programmversionen die deutsche Sprache beibrigen, dass erläutert der Kasten "DeVeDe eindeutschen".

Installation

Devede kommt als Quelltextarchiv, welches beispielsweise im Netz [1] oder auf der Heft-CD liegt. Sie entpacken es mittels tar -xvjf devede-Versionsnummer .tar.bz2 auf der Festplatte. Die Installation erfolgt durch ein einfaches sudo ./install.sh im neu entstandenen Verzeichnis. Den Programmstart leitet, eine installierte Python-Umgebung vorausgesetzt, ein devede im Terminal oder dem Schnellstarter [Alt]+[F2] ein.

Devede prüft automatisch, ob alle Hilfsprogramme vorhanden sind. Fehlt eines, so bricht der Programmstart mit einer Nachricht (Abbildung 1) ab. Die fehlenden Programme reichen Sie unter Ubuntu 6.10 via sudo apt-get install mplayer mencoder dvdauthor vcdimager nach. Das funktioniert aber nur, wenn Sie zusätzlich zu den von den Ubuntu-Entwickler unterstützten Repositories main und restricted auch die ausschließlich von der Community gepflegten universe und multiverse einbinden.

Abbildung 1: Devede bedient sich weiterer Tools beim Verarbeiten von Multimedia-Daten. Es prüft beim Start automatisch, ob diese im System vorliegen.

OpenSuse 10.2 gebärdet sich als Einsatzort etwas schwieriger, da die benötigten Komponenten nicht auf dem Installationsmedium mitkommen. Unter [3] finden sie den MPlayer für OpenSuse sowie das notwendige Zusatzpaket Namens x264. Desweiteren brauchen Sie die Pakete für Lame [4], Dvdauthor [5], Twolame [6], Xvid [7], Mpeg4v2 [8], Faad2 [9] und Faac [10]. Installieren Sie die Pakete in der aufgeführten Reihenfolge, den MPlayer aber zum Schluss. Nutzen Sie dazu den Zen-Installer, der sich von selbst für den Umgang mit RPM-Paketen nach deren jeweiligen Download anbietet.

Beim Einsatz des distributionseigenen Paketmanagements löst dieses weitere Abhängigkeiten automatisch auf. Der Einsatz der Win32-Codecs [11] erlaubt das Bearbeiten von weiteren Formaten. Ubuntu liefert dieses Paket gleich mit.

DeVeDe eindeutschen

Die älteren Versionen von DeVeDe bis 2.10 wiesen keine deutschsprachige Benutzeroberfläche auf. Dazu fehlte die deutsche Sprachdatei. Im Rahmen der redaktionellen Arbeit zu diesem Artikel fiel diese quasi als Nebenprodukt ab. In unserem Download-Bereich [14] finden Sie die Datei de_DE.po auf dem Server.

Kopieren Sie diese in das Quelltextverzeichnis, das nach dem Entpacken entstanden ist, in das dortige Unterverzeichnis po. Anschließend führen die in diesem Verzeichnis den Befehl msgfmt de_DE.po -o de_DE.mo aus und ergänzen das Installationsskript im Devede-Quelltextverzeichnis install.sh um die Zeile install po/de_DE.mo /usr/share/locale/de/LC_MESSAGES/devede.mo. Nach der Installation von DeVeDe mittels sudo ./install.sh spricht das Tool ab dem nächsten Programmstart Deutsch.

Erste Schritte

Erfüllt Ihr System alle Voraussetzungen für den Betrieb von DeVeDe, erfragt das Programm nach dem Start zuerst das gewünschte Ausgabeformat (Abbildung 2). Zur Auswahl stehen die klassische Video-DVD, die speichersparende VCD, der Kompromiss aus Qualität und Speicherplatz (SVCD) und – als Exot – die so genannte China Video Disc (CVD) [2].

Via Tooltip erhalten Sie weitere Infos zu den jeweiligen Alternativen. Verständlicherweise hängt die Wahl nicht zuletzt von der Qualität des Ausgangsmaterials ab. Zum Speichern von Handy-Filmen erscheint eine DVD eher unangemessen.

Abbildung 2: Ob SVCD, VCD, DVD oder gar CVD – DeVeDe beherrscht eine Vielzahl an Ausgabeformaten.

Haben Sie die Auswahl via Klick auf den entsprechenden Knopf getroffen, so öffnet sich das schlichte, aber übersichtliche Hauptfenster. Abbildung 3 zeigt den Dialog für das Erzeugen einer Video-DVD. Im oberen Teil des Dialogs befinden sich zwei Listenfelder, in denen die Software die Titeleinträge der DVD und die zu verarbeitenden Videodateien anzeigt. Darunter finden Sie Informationen zu oben ausgwählten Daten.

Abbildung 3: Schlicht aber übersichtlich: Das Hauptfenster von Devede wartet nur mit den notwendigen Informationen auf.

Neue Videodateien fügen Sie via Hinzufügen unterhalb des ensprechenden Fensters hinzu (Abbildung 4). Letzteres erfolgt natürlich unter Zuhilfenahme eines entsprechenden Suchdialoges. Über einen Klick auf Erweiterte Optionen klappt der untere Teil des Fensters auf, der zusätzliche Parameter (Bildgröße, Bildqualität, Audio-Video-Synchronizität, Untertitel, automatische Kapitelerstellung) für die aktuelle Datei enthält.

Abbildung 4: Beim Einfügen von neuen Dateien liefert DeVeDe reichlich Informationen zu den Files.

Ein Klick auf Vorschau erzeugt nach Angabe der Vorschaulänge (in Sekunden) eine Vorschau, welche die Software anschließend via MPlayer abgespielt. Auf diese Weise sehen Sie recht einfach, ob die von Ihnen gewählten Parameter auch das gewünschte Ergebnis erzielen.

Nach dem Einfügen und Parametrisieren aktualisiert Devede im Hauptfenster die Balkenanzeige für den Speicherverbrauch eingefügten Videos nach dem Konvertieren. So sehen Sie, ob Sie eventuell noch zusätzliche Daten auf dem Medium unterbringen.

Selbstverständlich erlaubt es die Software, einmal getätigte Einstellungen im Nachhinein auch noch zu korrigieren. Wählen Sie dazu im Hauptfenster des Programms die entsprechende Videodatei oben rechts aus. Klicken Sie auf den Button Eigenschaften, und schon gelangen Sie wieder in den Dialog für die Einstellungen für das gewählte Video.

Unterschiedliche Titel innerhalb eines Datenträgers beherrscht das Programm nur beim Erstellen von DVDs. Haben Sie stattdessen ein anderes Ausgabeformat gewählt, so erscheint das Titelmenü nicht im Hauptfenster.

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LinuxUser 03/2012

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