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Distribits

01.05.2007

Ein erster Blick auf Freespire 2.0

Die Entwickler von Freespire (http://www.freespire.org) der freien Variante von Linspire (http://www.linspire.com) haben eine weiterie Vorabversion der Distribution zum Download freigegeben. Freespire basiert ab Version 2.0 statt auf Debian auf Ubuntu. Aufgrund der Modifikationen existiert kein Update-Pfad für Installationen mit Freespire 1.0.

Freespire bringt als Besonderheit eine Reihe von lizensierten Multimedia-Codecs und Hardwaretreibern mit, so dass viele Winmodems, WLAN-Chipsätze und Grafikkarten von ATI und Nvidia ohne aufwändiges Nachinstallieren von Treibern oder Firmware sofort funktionieren. Die aktuelle Alphaversion enthält die Grafiktreiber allerdings noch nicht.

Die aktuelle Beta nutzt Kernel 2.6.20-9-lowlatency und X.org 7.2. Auch wenn Linspire AIGLX unterstützt, beeinflusst das den Betrieb zunächst wenig. Hier fehlen die Treiber für ATI- oder Nvidia-Grafikkarten, damit der 3D-Support funktioniert.

Als Desktop verwendet Freespire KDE, das um einige angepasste Programme wie das auf Thunderbird basierende LMail und den Firefox-Clone LBrowser erweitert ist. Für die Installation zusätzlicher Software steht der Ubuntu-Fundus ebenso wie Linspire-eigenen Click-n-Run-Warehouse bereit. Letzteres enthält neben freier Software auch Kaufprogramme. Die endgültige Version von Freespire 2.0 erscheint voraussichtlich im Herbst 2007.

freespire.png

Freespire basiert auf Ubuntu und bringt einen sauber voreingestellten KDE-Desktop mit.

Linux schnell und einfach

Um die Distribution Yoper (http://www.yoper.com) herrschte lange Zeit Stille. Mittlerweile steuern die Entwickler um Tobias Gerschner jedoch auf Version 3.0 zu; aktuell liegt die zweite Beta 2.95 Codename Blacksand Mk II auf den Servern.

Yoper verspricht ein auf die i686-Architektur optimiertes System mit schnellem Arbeitstempo und einfachen Bedienkonzepten. Es setzt auf Kernel 2.6.20 auf. X.org liegt in Version 7.2 bei. Beim Erkennen von Hwardware vertrauen die Entwickler auf Kudzu von Red Hat. Damit versteht sich Yoper auf jedes Gerät, das Red Hat und Fedora unterstützen.

Als Desktop verwendet Yoper ein aktuelles KDE 3.5.6 mit einem ebenso frischen KOffice 1.6.2. Firefox ist in Version 2.0.0.3 dabei. Die Extra-Repositories enthalten weitere Software, die Sie mit Hilfe des Paketverwalungssystems Smart installieren. Smart dient als Ersatz für RPM und DPKG und verwaltet Pakete in verschiedenen Formaten. Ein neuer öffentlich zugänglicher Build-Server erleichtert zudem das Erstellen neuer Pakete.

Yoper kommt in drei Geschmacksrichtungen: Die Slim CD enthält nur das Basissystem und liegt bei gerade 160 MByte. Auf der regulären CD findet ein Grundsystem Platz, mit dem Sie nach der Installation sofort arbeiten können. Die DVD schließlich enthält das komplette System. ISO-Abbilder aller Varianten stehen auf der Homepage des Projekts und einigen Spiegelservern zum Download bereit.

Linux in der Vorschau

Die Entwickler um Ken VanDine haben die Version 1.1 von Foresight Linux (http://foresightlinux.org) zum Download bereit gestellt. Die aktuelle Variante der Distribution verwendet das brandneue Gnome 2.18 als Desktop und eignet sich bestens dazu, das Einvironment ohne Installation auszuprobieren. Die Distribution benutzt das Paketverwaltungssystem Conary (http://wiki.rpath.com/wiki/Conary:Overview), das anders als RPM oder DPKG seine Pakete durch Komponenten und Dateien definiert, die auf Servern im Netz verteilt liegen.

Die Macher von Foresight Linux arbeiten daran, in einem System immer eine Vorschau auf die aktuellsten Entwicklungen im Linux-Bereich zu vereinen. Gleichzeitig achten Sie auch einen einfachen Einstieg für die Nutzer. Der Schwerpunkt der beigelegten Software liegt auf Programmen für Büroarbeit und Internet. Dazu gesellt sich grafische Software zur Konfiguration des Systems, die etwa das Einrichten einer WLAN-Karte erleichtert.

Foresight basiert auf RPath (http://www.rpath.org) und bezieht auch seine Sicherheitsaktualisierungen von dort. Um die Stabiliät des Systems ist es nicht besonders gut bestellt. Probleme gab es vor allem beim Erkennen der Hardware und beim Shutdown, den das System nicht vollständig durchführte. Auch mit dem Erkennen von USB-Massenspeichern wie Festplatten und Sticks hat Foresight noch Probleme.

Foresight Linux liegt in Form eines DVD- und zweier CD-Images zum Download auf der Homepage des Projektes bereit. Wer das System einfach nur ausprobieren möchte, findet eine Gnome Live genannte Variante unter http://www.rpath.org/rbuilder/project/foresight/release?id=5451.

foresight.png

Forsight Linux 1.1 enthält unter anderem das aktuelle Gnome 2.18 als Desktop.

Vollständig freies Ubuntu-System

Linux Mint (http://linuxmint.org) ist ein weiterer Ubuntu-Clone. Die Entwickler entfernten alle Programme, Firmware-Dateien und Treiber, die nicht unter einer zur GPL-kompatiblen Lizenz stehen und stellten ein mit KDE-Anwendungen erweitertes Desktopsystem zusammen. Es bleibt zwar weiterhin kompatibel zu Ubuntu, auch wenn die Entwickler beim Design und den Bedienkonzepten andere Wege gehen.

Nach dem Start bootet Linux Mint in einen Gnome-Desktop. Aus dem KDE-Fundus ergänzten die Entwickler den Audioplayer Amarok. Als Office-Programm versieht die Version OpenOffice 2.1 den Dienst. Als Mailprogramm und zum Verwalten von Kontakten und Terminen dient Evolution. Das digitale Fotoarchiv bekommen Sie mit F-Spot in den Griff.

mint.png

Linux Mint besteht ausschließlich aus freier Software und stellt einen fein abgestimmten Desktop bereit.

Tuxmobil wird 10

Tuxmobil (http://www.tuxmobil.org), eine Informationsseite über Linux auf mobilen Geräten, feierte im März ihren zehnten Geburtstag. Werner Heuser gründete Tuxmobil 1997, als er seine Erfahrungen zur Installation von Linux auf seinem ersten Laptop online stellte.

Mittlerweile enthält die Seite Verweise auf über 6000 Anleitungen zum Einrichten von Linux auf Notebooks, PDAs und Smartphones. Daneben finden sich auf der Seite einige Howto-Dokumente, besonders der von Werner Heuser verfasste Linux-Mobile-Guide (http://tuxmobil.org/Mobile-Guide/Mobile-Guide.html), der eine gute Übersicht zum Einsatz von Linux auf mobilen Geräten gibt. Tuxmobil gehört zu den umfangreichsten Informationsquellen für den Einsatz von Linux auf derartigen Gerätschaften.

Gentoo für Eilige

Sabayon Linux (http://www.sabayonlinux.org) ist eine Gentoo-basierende Distribution, die die Installation und das Verwalten von Gentoo vereinfachen möchte. Um das zu erreichen, setzt Sabayon ausschließlich auf binäre Programmpakete, das bei Gentoo übliche zeitaufwendige Übersetzen der Anwendungen aus dem Quelltext fälltt somit weg. Über ein eigens entwickeltes Tool namens Enzyme hält Sabayon Gentoo-Quelltextpakete und Binärpakete synchron, so dass die Distribution zu Gentoo kompatibel bleibt.

Sabayon eignet sich für den Einsatz als Live-System und bringt neben einem sauber konfigurierten Desktop ein funktionierendes Beryl mit, das grafische Effekte wie gestauchte Fenster oder das Anordnen aller aktiven Anwendungen auf dem Bildschirm ermöglicht. Auch an die aktuellen OpenChrome-Grafiktreiber haben die Entwickler gedacht. Die Betreibern von DSL- und WLAN-Verbindungen ermöglichen PPPOE und Ndiswrapper.

sabayon.png

Sabayon ist ein sauber zusammengestelltes Desktop-System mit netten grafischen Effekten.

Kurz notiert

Der amerikanische Distributor Red Hat (http://www.redhat.com) hat mit einiger Verspätung Red Hat Enterprise Linux 5 freigegeben. Das System nutzt Kernel 2.6.18 und unterstützt Virtualisierung mit Xen. Die Basisversion unterstützt bis zu vier virtuelle Maschinen, bei der Advanced Plattform ist die Zahl nur durch den Arbeitsspeicher begrenzt. Als GCC kommt die Version 4.1 zum Einsatz, die sich auf glibc 2.4 stützt. Das Installationsprogramm wurde überarbeitet und erlaubt nun das Nachinstallieren von Treibern Dritter, besonders von Grafikkartentreibern.

Ubuntu-Gründer und Mäzen Mark Shuttleworth gehört seit kurzem zum Vorstand der Linux Foundation (http://www.linux-foundation.org). Er möchte sein Amt jedoch nicht als Vertreter von Ubuntu, sondern als unabhängiger Vertreter der freien Software- und Linux-Gemeinschaft ausüben. Ziel der Linux Foundation ist, das weitere Wachstum von Linux zu fördern, indem sie Linux schützt und die Standardisierung vorantreibt. Die Mitglieder wählen die Vorstände der Linux Foundation.

Die Entwickler von CentOS (http://www.centos.org) haben die erste Beta-Version der auf Red Hat Enterprise Linux (RHEL) basierenden Version 5 der Distribution fertig gestellt. CentOS basiert auf den freien Quellen von RHEL und ist zu diesem weitgehend kompatibel. CentOS verteilt das System kostenlos und bietet kostenpflichtigen Support für die Distribution an. Das System steht für die Architekturen x86 und x86-64 auf dem Server des Projekts zum Download bereit.

Xandros (http://www.xandros.com) integriert in die kommende Version 2.0 seines Debian-basierenden Servers die Groupware O3Spaces (http://www.o3spaces.com). Es handelt sich dabei um eine Alternative zu Microsofts SharePoint Server. Sie erlaubt das Verwalten und gemeinsame Verwenden von OpenOffice-, Microsoft-Office- und PDF-Dokumenten. Es bringt zudem ein Versionsmanagement für Dokumente mit. Das Unternehmen möchte das O3Spaces-Plugin für den Xandros Server ab Ende April 2007 als Update bereit stellen.

Der französische Hersteller Mandriva (http://www.mandriva.com) hat eine Niederlassung in Nigeria eröffnet. Von dort aus möchte Mandriva den westafrikanischen Markt erreichen. Das Unternehmen plant, lokale Bildungseinrichtungen mit Hard- und Software zu unterstüzten.

Nach kurzer Zeit hat der Gründer der Distribution Gentoo (http://www.gentoo.org), Daniel Robbins, der nach einem siebenmonatigen Intermezzo bei Microsoft zu Gentoo zurück gekehrt war, die Entwicklergemeinde wieder verlassen. Grund für sein Ausscheiden waren persönliche Differenzen mit anderen Entwicklern und Robbins Unzufriedenheit über die Entwicklung der Distribution.

Der Distributionsbaukasten Crux (http://crux.nu) ist in Version 2.3 erschienen. Es handelt sich dabei um Werkzeuge, mit denen Sie ein individuell angepasstes System zusammen stellen. Die neue Version enthält X.org 7.2. Außerdem haben die Entwickler Netkit durcht Inetd und Iana-etc ersetzt und Iproute2 und Iputils in Crux aufgenommen. Zusätzliche Software installieren Sie über ein distributionseigenes Ports-System, das sich an die Ports von Gentoo und BSD anlehnt.

Patrick Volkerding, Gründer und Maintainer von Slackware (http://www.slackware.com) hat angekündigt, dass die kommende Version 12 von Slackware Linux mit Kernel 2.6.18.8 erstmals einen Kernel der 2.6 als Standard einsetzt. Slackware 11 verwendete noch Kernel 2.4.33.3. Volkerding verspricht allerdings, Slackware 11 weiterhin mit Sicherheitsupdates zu versorgen. Neben dem Wechsel des Kernels integrierte Volkerding eine Reihe weiterer Neuerungen: KDE ist jetzt in Version 3.5.6 dabei, GCC trägt die Versionsnummer 4.1.1 und baut auf der Glibc 2.5 auf. Slackware bootet jetzt nicht mehr von Diskette, dafür aber von USB-Medien.

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