Die Nussknacker-Suite
SAM-Linux 2007
Softwareausstattung
Ein Betriebssystem, das vor allem für den Desktop konzipiert ist, muss alle im Arbeitsalltag benötigten Anwendungen mitbringen. Das tut SAM-Linux. Mehr noch: Die Distribution bringt auch für weniger nachgefragte Aufgaben ausgereifte Software mit. Ein Beispiel: Die Remote Administration durch einen nicht vor Ort tätigen Systemadministrator gehört bei SAM zum Lieferumfang. Ab Werk installiert SAM-Linux zudem gängige Büroprogramme wie OpenOffice in der neuen Version 2.2, aber auch Gnome-spezifische Office-Anwendungen wie Abiword und Gnumeric.
Neben vielen kleinen Softwarepaketen, zum Beispiel einer stattlichen Anzahl von Spielen, ragen insbesondere die Bereiche Multimedia und Grafik heraus. Im Bereich Netzwerk sticht ins Auge, dass mit Opera 9.10 und Firefox 2.0.0.2 gleich zwei grafische Webbrowser ihre Dienste anbieten. Wie sorgfältig Nico Reuter seine Software für SAM-Linux auswählt, zeigen ebenfalls die beiden Browser: Sie verfügen schon von Haus aus über alle gängigen Plugins. Das oft mühselige Nachinstallieren von Softwarepaketen entfällt damit in vielen Fällen.
In der Sektion Multimedia finden Sie alle wichtigen Audio- und Videoprogramme ebenso wie mit GnomeBaker eine Anwendung zum Brennen von CD-ROMs und DVD-ROMs. Highlight dieser Sektion ist der Streamtuner, der es erlaubt, Audio-Ströme aus dem Internet oder direkt vom Eingang der Soundkarte auf die Festplatte aufzunehmen (Harddisk-Recording). Mit dem Programm zeichnen Sie alles auf, was Ihr Rechner abspielen kann.
Mit TVtime nutzen Sie den PC darüber hinaus als Fernseher – vorausgesetzt, er verfügt über eine TV-Karte. Interessant ist auch das Programm Exaile, das unter XFCE den beiden großen Multimediaplayern Amarok und Banshee Konkurrenz macht. Exaile orientiert sich in Funktionsumfang und Erscheinungsbild wie der Gnome-Player Banshee stark am KDE-Platzhirsch Amarok und dürfte sich daher schon bald zu einer beliebten Applikation unter XFCE entwickeln.
Natürlich hat Nico Reuter auch der Grafik-Abteilung von SAM-Linux 2007 die wichtigsten Programme für Bildverarbeitung und -verwaltung spendiert: Der schnelle Bildbetrachter GQview ist ebenso mit von der Partie wie die Bildbearbeitung Gimp in der aktuellen Version 2.3.10. Gleich zwei Applikationen wenden sich an die Freunde der Digitalfotografie: GTKam und FLPhoto. Beide Anwendungen erlauben nach einfacher Konfiguration das Auslesen von Bildern nahezu aller Kameras, die mit dem Picture Transfer Protocol (PTP) arbeiten. Eine Installation von Treibern und das Speichern der Bilder auf der Festplatte ist dabei nicht nötig. Das Programm Xsane schließlich hilft Ihnen beim Betreiben von Flachbett- und Diascannern am PC. Erfreulicher Weise unterstützt das Programm die meisten älteren SCSI- und Parallelport-Scanner ebenso wie moderne Scanner mit USB-Anschluss. Sogar reinen Dokumenten-Scannern verweigert die Software die Zusammenarbeit nicht.
Windows-Umsteiger werden sich für das Untermenü System interessieren: Hier finden sie neben den Werkzeugen zur Systemverwaltung die komplette Umgebung von Wine. Der Emulator erlaubt den Betrieb einer ganzen Reihe von Windows-Programmen auch unter Linux (Abbildung 2).
Der 3D-Desktop
Wer von dreidimensionalen Oberflächen unter Linux spricht, redet bisher fast immer über KDE und Gnome – entweder mit AIGLX/Beryl oder mit XGL/Compiz. Nico Reuter bringt in seinem SAM-Linux den berühmten rotierenden Würfel nun auch unter XFCE ins Gespräch (Abbildung 3).
Arbeitet in Ihrem Rechner eine unterstützte Grafikkarte (dazu zählen alle neueren Boards von Nvidia und ATI), so richtet SAM-Linux bei der Installation die 3D-Umgebung nach einem einzigen Mausklick komplett ein. Beim Start des Systems stehen die bekannten Desktop- und Fenstereffekte sofort und ohne aufwändige Konfiguration zur Verfügung. Wem optische Gestalt oder Farben nicht gefallen, passt mit dem speziell für die 3D-Umgebung mitgelieferten Themenmanager Emerald seinen Desktop einfach an seinen Geschmack an.
Aber auch Anwender, die ohne neueste Grafikhardware arbeiten, müssen auf grafischen Genuss nicht vollständig verzichten: Transparenzeffekte sind bei XFCE auch ohne 3D-fähige Grafikkarte möglich, wobei die Distribution selbst Neomagic-Karten älterer Bauart ohne Einschränkungen unterstützt (Abbildung 4).
Diese Effekte sind allerdings nicht in der Standardkonfiguration enthalten. Über das Menü Einstellungen | SAM Desktop Configuration | XFCE4 Desktop Settings | Fenstermanager-Tweaks | Compositor) lassen sich neben der Transparenz von Fenstern auch Schatteneffekte aktivieren. Aber Vorsicht: Ältere Systeme büßen mit diesen optisch beeindruckenden Finessen spürbar an Arbeitsgeschwindigkeit ein.
In der SAM Desktop Configuration passen Sie auch die Wbar an, die Panel-Leiste am oberen Bildschirmrand. Die bietet Ihnen den schnellen Programmzugriff auf häufig benötigte Anwendungen: Ein Mausklick reicht. Auch die Wbar präsentiert sich in der Standardinstallation mit 3D-Effekt: Fahren Sie mit der Maus über ein Programmsymbol, kommt es Ihnen aus der Wbar entgegen.



