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Buchtipp

01.05.2007

Komplexes Interface gebändigt

Wer sich ernsthaft mit der Bildbearbeitung unter Linux beschäftigt, kommt am Urgestein Gimp nicht vorbei. Oft gescholten, aber immer wieder im Einsatz, leistet das Programm bei vielen Grafikarbeiten seinen Dienst. Wer das ungewöhnliche Benutzerinterface und die vielen Funktionen jedoch voll ausreizen möchte, der sollte auf entsprechende Literatur zurückgreifen. Jürgen Osterberg ist ein erfahrener Gimp-Autor und vermittelt auch mit aktuellen Buch "Gimp 2" einen kompetenten Einblick.

Der rund 490 Seiten starke Wälzer nimmt den Leser an die Hand und führt ihn langsam an die Benutzeroberfläche, Tastenkürzel und Ansichten heran. Außerdem erläutert Osterberg das Gimp-eigene Dateiformat XCF, das als einziges den vollen Funktionsumfang von Gimp auch in der Datei selber abzubilden vermag. Darüber hinaus beherrscht das Programm jedoch zahlreiche weitere Formate.

Drei große Kapitel zeigen dem Leser, wie er die Werkzeuge bedient, anspruchsvolle Aufgabenstellungen löst und die zahlreichen Filter richtig einsetzt. Das systematische Vorgehen des Autors mag auf den ersten Blick zwar in einen etwas unspannenden Stil münden, macht das Buch aber zu einer wertvollen Referenz beim Arbeiten mit der Software. Wer also regelmäßig mit dem Programm arbeitet, für den lohnt die Investition auf alle Fälle.

Jürgen Osterberg

Gimp 2

Dpunkt, 2005

ISBN 978-3-89864-295-X

486 Seiten, 39 Euro

http://www.dpunkt.de

RAW-Daten optimal weiterverarbeiten

Bilder im Rohdaten-Format (englisch "RAW") eignen sich perfekt für das digitale Nachbearbeiten im Computer, weil sie grundsätzlich unkomprimiert und unbearbeitet bleiben. Damit sind sie das genaue Gegenteil von JPG-Bildern, wie sie die meisten Kameras standardmäßig ausgeben. Hier hat die Kamera vor dem Speichern schon kräftig am Weißabgleich, an der Farbsättigung, dem Kontrast oder der Schärfe gearbeitet.

Die vielfältigen Möglichkeiten des Nachbearbeitens stellen Uwe Steinmüller und Jürgen Gulbins in "Die Kunst der RAW-Konvertierung" vor. Lesenswert sind der Einstieg in die Grundlagen des Farbmanagements und in den "Basis-Workflow mit RAW", weil dieses Know-how programmunabhängigen Nutzwert verspricht. Danach beschreiben die Autoren konkret Programme. Linux-Anwendern hilft dieser der Teil leider in der Praxis nur wenig weiter: Auf den Seiten 63 bis 192 stellen die Autoren zahlreiche RAW-Konverter vor, von denen leider nur ein einziger – Bibble – auch unter Linux läuft.

Bei den Workshops zum Weiterbearbeiten der Bilder sind Linuxer dann zwar wieder dabei. Jedoch setzt es ein ausgeprägtes Abstraktionsvermögen voraus, um die Photoshop-Funktionen in das Standardprogramm unter Linux, Gimp, zu übersetzen. Da stellt sich dann doch die Frage, ob das 40 Euro teure und damit zugegeben preiswerte Know-how auch für Linux-Anwender taugt. Wir meinen: Nein, bis sich die Rohdatenkonvertierung unter Linux auch mit den im Buch vorgestellten Programmen erledigen lässt.

Uwe Steinmüller, Jürgen Gulbins

Der Kunst der RAW-Konvertierung

Dpunkt-Verlag, 2006

ISBN 978-3-89864-389-1

285 Seiten, 39 Euro

http://www.dpunkt.de

Basics für die gelungenen Digitalbilder

Der "Grundkurs Digital Fotografieren" von Jürgen Gulbins wendet sich an ambitionierte Ein- und Umsteiger in die Digitalfotografie. Neben Kameratechnik und Auswahl der richtigen Digitalkamera behandelt der Autor natürlich ausführlich grundlegende Themen wie Bildkomposition, die Technik des digitalen Fotografierens sowie das Nachbearbeiten fertiger Bilder.

Gerade hier muss der Linux-Anwender – wie bei allen Kreativprogrammen – Abstraktionsvermögen beweisen. Zwar führt der Autor in seiner Übersicht der Bildbearbeitungsprogramme auch das Open-Source-Programm Gimp auf ("Mächtig, aber ungewohnt in der Oberfläche"). Die meisten Beispiele exerziert er allerdings mit den Windows-Programmen Photoshop beziehungsweise dessen Einsteigervariante Photoshop Elements durch. Trotzdem stellt es mit ein wenig Mühe kein echtes Problem dar, die Beispiele unter Linux nachzuvollziehen.

Das gilt umso mehr für die allgemeinen Teile des Buches, in denen sich der Autor mit den wichtigen Fragen des strategischen Planens und dem Vorbereiten der Aufnahmen ebenso befasst wie mit den genauso unverzichtbaren Themen Ausgabe und Archivieren. Fazit: Für alle, die sich ambitioniert mit dem Thema Digitalfotografie beschäftigen möchten, weist das Buch von Jürgen Gulbins einen profund geschriebenen Weg in die Materie. (Thomas Pelkmann, Andreas Bohle/agr)

Jürgen Gulbins

Grundkurs Digital Fotografieren

Dpunkt-Verlag, 2007

ISBN 978-3-89864-422-8

352 Seiten, 34 Euro

http://www.dpunkt.de

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