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Abgeschottet

Firewall-Distribution IPCop 1.4.15

Installation

Zur Installation von IPCop legen Sie die Heft-CD in das CD/DVD-Laufwerk, und booten den Rechner. Achten Sie auf die richtigen Starteinstellungen im BIOS des Rechners. Wählen Sie aus dem Bootmenü des Datenträgers den Eintrag IPCop 1.4.15 installieren und drücken danach [Enter]. Beachten Sie: Die Installationsroutine partitioniert die Festplatte stets komplett neu. Vorhandene Daten gehen damit verloren. Nach der Auswahl der Sprache und des Installationsmediums beginnt das Setup. Falls Sie die Distribution von einem USB-Medium installieren, lesen Sie dazu die Hinweise im Kasten "Installation vom USB-Stick"

Um ein vorhandenes Backup der Konfigurationsdateien einzuspielen, wählen Sie im Fenster Wiederherstellen das Medium, auf dem es sich befindet. Andernfalls wählen Sie Überspringen. Das Setup ermittelt automatisch die angeschlossenen Netzwerkkarten und bietet direkt deren Konfiguration an. Diese erreichen Sie auch im Hauptfenster des textbasierten Setups unter dem Menüpunkt Adress-Einstellungen.

Zuvor gilt es jedoch, über den Eintrag Typ der Netzwerkkonfiguration festzulegen, welche Rolle das Gateway übernimmt. Das Standard-Szenario für DSL-Benutzer lautet hier GREEN + RED. Das bedeutet, dass der Rechner über zwei Netzwerkkarten kommuniziert. Während GREEN das innere Netz repräsentiert, zeigt das RED zugeordnete Netzwerkinterface ins Internet. Dieses erhält bei der Adress-Konfiguration (Abbildung 3) Zusatzoptionen wie PPPOE, welche Sie als DSL-Nutzer aktivieren. Weitere Informationen über die Farbschemata für Netzwerkanschlüsse erhalten Sie unter [4].

Abbildung 3: Über die konsolenbasierte Konfiguration legen Sie unter anderem die Einstellungen der Netzwerkkarten fest.

Danach erscheint das Setup des DHCP-Servers. Eine deutlich umfangreichere Konfigurationsoberfläche für diesen erreichen Sie im Webfrontend über Dienste | DHCP-Server. Abschließend fragt das Setup nacheinander die Passwörter vom Benutzer root, admin und backup ab. Beachten Sie, dass während der Passworteingabe das Feld leer bleibt.

Während Sie den Benutzer root zum Login auf der Konsole benötigen, melden Sie sich am Webfrontend als admin an. Den User backup benötigen Sie, um den Backup-Schlüssel über das Webfrontend sicher zu exportieren. Nach einem abschließenden Neustart installieren Sie mit der Eingabe von linuxuser in der Konsole die gewünschten Addons (siehe Kasten LinuxUser Specials).

Sie erreichen die Konfiguration der Grundeinstellungen jederzeit, indem Sie nach Abschluss der Installation in der Konsole setup eingeben. Den Punkt DNS- und Gateway-Einstellungen benötigen Sie nur, wenn Ihr Provider diese Angaben nicht beim Verbinden übermittelt oder Sie andere Einstellungen bevorzugen.

Installation vom USB-Stick

Sollte Ihr Rechner kein DC/DVD-Laufwerk besitzen, wie das oft bei Barebones der Fall ist, installieren Sie IPCop über einen mindestens 64 MByte großen USB-Stick. Die dafür notwendigen Images finden Sie im Verzeichnis LinuxUser/ipcop/ der Heft-CD. Welches Image (HDD oder FDD) sie verwenden, hängt in erster Linie davon ab, welche USB-Boot-Optionen das BIOS des Zielrechners bereitstellt.

Um das Image auf den Stick zu befördern, öffnen Sie ein Terminalfenster und wechseln hier in den Administrator-Account. Stellen Sie mit mount fest, als was für ein Gerät sich der USB-Stick am System angemeldet hat. In der Regel emuliert der Kernel ein SCSI-Device, dessen Notation beispielsweise /dev/sda1 sein kann. Mit der Eingabe von dd if=ipcop-lu-1.4.15-install-usb-Typ .i386.img of=Gerätename USB-Stick schreiben Sie das Image auf den Datenträger.

Konfiguration

Nach dem Neustart von IPCop erreichen Sie die webbasierte Konfigurationsoberfläche durch Eingabe von https://IP-Adresse des grünen Interfaces :445 (Beispiel: https://192.168.0.1:445). Die Reiter beinhalten dem Namen entsprechend thematisch zusammengefasste Weboberflächen. Über System erreichen Sie beispielsweise das Modul zum Sichern von Daten und den Update-Service sowie – thematisch nicht ganz passend – die Konfiguration des SSH-Zugriffs.

Möchten Sie sich über den Zustand des Systems informieren, klicken Sie auf Status. Neben System-Status, das unter anderem die gestarteten Dienste anzeigt, gibt der Punkt Netzwerk-Diagramme grafisch Aufschluss über den Netzverkehr. Das Addon Net-Traffic finden Sie als gleichnamigen Eintrag in diesem Reiter. Es zeigt eine Zusammenfassung des Netzwerkverkehrs. Besonders nützlich ist dieses Feature für Nutzer von Internetzugängen mit Datenlimit, da es bei einem vorgegebenen Schwellwert via Mail warnt.

Um den Anschluss ans Internet zu konfigurieren, klicken Sie auf Netzwerk | Einwahl. Darin legen Sie die Art der Verbindung fest und geben die benötigten Zugangsdaten ein. Damit das Zwangstrennen alle 24 Stunden in eine für Sie günstige Zeit fällt, stellen Sie im LinuxUser-Addon Connection Scheduler ein, wann IPCop trennt und neu verbindet.

Der Reiter Dienste vereint die Konfiguration aller von IPCop angebotenen Services wie Zeitserver, IDS, DHCP-Server oder dynamischem DNS. Letzter erweist sich als wichtig, wenn Sie nur über eine dynamische IP-Adresse verfügen, aber einen FTP- oder Webserver dauerhaft über das Internet anbieten möchten.

Als mächtiges Werkzeug für die restriktive Zugriffskontrolle vom inneren ins äußere Netz erweisen sich die LinuxUser-Addons Advanced Proxy, URL-Filter und das im Reiter Firewall untergebrachte Block Outgoing Traffic. Sie ermöglichen im Zusammenspiel zum einen eine genaue Regel, welche Protokolle der Anwender nutzen darf. Zum andern legen Sie damit fest, zu welchen Zeiten Sie Benutzern den Zugriff aufs Internet gestatten. Der URL-Filter sorgt darüber hinaus dafür, dass diese nur Seiten zu sehen bekommen, die Sie per Definition als ungefährlich einstufen.

Speziell für kleine Firmennetze sind die vielfältigen VPN-Funktionen interessant. Sie ermöglichen es Ihnen, sowohl verschiedene Standorte zusammenzuschließen als auch einzelnen Rechnern, zum Beispiel den Laptops von Außendienstmitarbeitern, einen sicheren Zugriff auf die Daten des Firmenservers zu ermöglichen. Neben dem Standard IPSEC verfügt die LinuxUser-Edition über einen OpenVPN- sowie einen PPTPD-Server. Letzterer erlaubt vor allem Windows-Rechnern den problemlosen Zugriff auf das sichere Netz. Sie erreichen sämtliche VPN-Funktionen über den gleichnamigen Reiter.

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Infos zum Autor

Thomas Leichtenstern

Thomas Leichtenstern

CD/DVD-Redakteur


Infos zur Publikation

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LinuxUser 03/2012

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