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Firewall-Distribution IPCop 1.4.15

01.05.2007
Die Firewall-Distribution IPCop 1.4.15 besticht durch umfangreiche Features, die eine übersichtliche Konfigurationsoberfläche anwenderfreundlich verpackt.

Zur Hausmannskost unter den Routern zählt wegen der einfachen Bedienung die Fritzbox. Allerdings bleiben beim Funktionsumfang des Schmalspur-Gateways einige Wünschen offen. Eine VPN-Lösung fehlt ebenso wie ein Proxy oder das Filtern von unerlaubten Inhalten aus Webseiten.

Der unter der GPL stehende Firewallrouter IPCop [1] stellt Geräte dieser Kategorie hinsichtlich Funktionsumfang locker in den Schatten, bietet einen wesentlich höheren Bedienkomfort als diese. Für den reinen Gateway-Betrieb reicht ein Rechner mit 64 MByte RAM, einer Pentium-CPU mit 90 MHz sowie eine Festplatte mit 1 GByte. Planen Sie zusätzliche Dienste, wie Proxy, VPN oder das Intrusion Detection System Snort, sollten es mindestens 256 MByte Hauptspeicher gepaart mit einem 500-MHz-Prozessor sein.

Basis und Hardware

Die aus dem Smoothwall-Projekt [2] entstandene Firewall-Distribution blickt auf eine lange Tradition zurück. Bereits im Jahre 2002 erschien die erste Release und begeisterte Nutzer mit einem durchdachten Konzept einer einfachen, webbasierten Konfigurationsoberfläche. Am Credo des Projektes, eine möglichst robustes, dabei aber flexibles und leicht zu bedienendes Firewall Gateway bereitzustellen, hat sich bis heute nichts geändert. Als Basis kommt der Kernel 2.4.34 zum Einsatz, der sich vor allem durch eine bessere Performance auf älteren Rechnern auszeichnet und darüber hinaus weniger Schwachstellen als die Variante 2.6 enthält.

Auch beim Verbinden mit der Außenwelt zeigt sich IPCop außerordentlich kommunikationsfreudig. Als Netzwerkgeräte kommen sowohl 10- bis 1000-MBit-Karten als auch WLAN- und ISDN-Hardware in Frage (Abbildung 1). Besitzern analoger Modems bietet die Distribution den nötigen Support. Anwendern mit einem File- oder Mailserver bietet IPCop eine DMZ als Anschlussvariante über ein drittes Interface, was den Host vor allen Zugriffen gleichermaßen schützt. Eine Liste aller unterstützten Netzwerkdevices zeigt die Hardwarekompatibilitätsliste [3].

Abbildung 1: IPCop erlaubt eine Vielzahl möglicher Anschlussvarianten.

Dienste und Features

Zum Erfüllen seiner Hauptaufgabe, dem Schutz des lokalen Netzwerks vor unerlaubtem Zugriff aus dem Internet, verfügt die Distribution über ein ausgefeiltes Paketfilter-Regelwerk, auf das der Benutzer kaum Einfluss hat. Außer dem Freigeben von Ports zum direkten Zugriff auf IPCop von außen sowie dem Portforwarding zum Durchreichen von Verbindungen zu Rechnern im lokalen Netz steht das etwas mager geratene Traffic Shaping zur Verfügung, das eine sehr begrenzte Datenflusskontrolle ermöglicht.

Das Addon Block Out Traffic der LinuxUser-Edition erweitert die grafische Verwaltungsoberfläche um die Fähigkeit, den in der Grundeinstellung komplett freien Zugang vom lokalen Netz ins Internet gezielt zu regeln. Für den Einsatz als rudimentärer Applikationsserver bringt die Distribution einen Zeitserver, den DNS-Forwarder DNS-Masq und den Proxy Squid mit. Die Möglichkeiten des Proxies erweitert das LinuxUser-Addon Advanced Proxy (Abbildung 2) beträchtlich.

Abbildung 2: Das Addon Advanced Proxy der LinuxUser-Edition erweitert die webbasierten Konfigurationsmöglichkeiten von Squid erheblich.

LinuxUser Specials

Die LinuxUser-Edition von IPCop enthält diverse Addons, die Sie mit dem Aufruf linuxuser in der Konsole installieren.
Advanced Proxy Erweiterte grafische Konfigurationsoberfläche für Squid
Block Outgoing Traffic GUI zum Reglementieren ausgehender Verbindungen.
Connection Scheduler Zeitgesteuertes Verbinden und Trennen des VPN und des Netzwerks
Net-Traffic Anzeige des Datentransfervolumens mit Warnfunktion bei Erreichen eines Schwellwertes
PPTPD Server VPN für Windows-Rechner
SysInfo GUI Detailierte Informationen zum Rechner
UPS Server Kontrollinstanz für unterbrechungsfreie Stromversorgung
URL Filter Filtern von potentiell gefährlichen Webinhalten (Parent Control)
Zerina OpenVPN-Server

Danksagung

An dieser Stelle gilt ein ganz herzlicher Dank dem Team der IPCop-Foren [6], im speziellen Olaf Westrik, der die LinuxUser-Edition der Distribution erstellt hat.

Die ebenfalls enthaltene Intrusion Detection Snort informiert über potentielle Einbruchsversuche. Sie erfordert jedoch vom Anwender eine gewisse Einarbeit, um die Meldungen zu deuten. Auf der ganzen Linie sinnvoll erweist sich der DHCP-Server, der Hosts im lokalen Netz bei richtiger Konfiguration automatisch eine IP-Adresse samt DNS und Gateway zuweist. Zur Fernadministration auf der Kommandozeile dient SSH. Den Zugang müssen Sie jedoch zuerst in der Konfigurationsoberfläche freischalten.

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