Ein echter GAG

Als kaum bekannte Alternative zu den Standards geht der Universal-Bootloader GAG [5] (Gestor de Arranque Grafico – deutsch: Grafischer Bootmanager) (Abbildung 5) ins Rennen.

Abbildung 5: Eine wohltuend einfach einzurichtende Alternative zum Linux- und Vista-Bootloader bietet der Bootmanager GAG.

Er unterstützt unter anderem Windows, Linux, OS/2 sowie alle bekannten BSD-Derivate. Neben Englisch und Deutsch zeigt sich die Benutzeroberfläche in beinahe allen mitteleuropäischen Sprachen. Die Software verwaltet Festplatten bis zu einer Größe von 4 TByte. GAG benötigt keine eigene Partition, sondern schreibt sich in die reservierten 32 KByte am Anfang einer Festplatte. Er ermöglicht auch das Setzen eines eigenen Passwortes für jedes einzelne Betriebssystem sowie des Setups.

Ähnlich wie der Vista-Bootloader setzt auch GAG einen vorhandenen Linux-Bootloader im Bootblock der Linux-Systempartition voraus. Zur Installation von GAG starten Sie den Punkt GAG Bootloader starten im Bootmenü der Heft-CD. Install GAG im ersten Fenster stößt das Setup an, das mit der Auswahl der Tastaturbelegung beginnt. Für den deutschen Sprachraum kommt in der Regel 3: QWERTZ zum Einsatz. Nach der Wahl der Sprache im folgenden Fenster gelangen Sie über [S] zum eigentlichen Setup.

[N] für "neu" öffnet eine Übersicht der auf dem System enthaltenen Partitionen. Wählen Sie über den Buchstaben am Anfang, welche davon das bootbare System enthält. Ein Popupfenster fragt dann nach dem Namen, der später im Bootmenü auftaucht, sowie dem Passwort. Eine leere Eingabe deaktiviert dieses. Ordnen Sie dem neuen Eintrag noch ein Icon zu und sichern Sie die Einstellungen abschließend mit der Eingabe von [H] (Speichern auf Harddisk, Abbildung 6).

Abbildung 6: Das einrichten vom Bootloader GAG geschieht über eine grafische Oberfläche, die auch nach Abschluss der Installation erreichbar bleibt.

Um die Einträge auf Korrektheit zu prüfen, wählen Sie danach [Z] (zurück zum Hauptmenü). Bereits jetzt ist der Bootloader einsatzbereit. Die Wahl eines angelegten Systems mittels der zugeordneten Ziffer startet es. GAG eignet sich auch zur Installation auf Disketten, die Installation auf zeitgemäßeren USB-Sticks erlaubt die Software jedoch noch nicht.

Fazit

Auch Microsofts jüngstes Kind Windows Vista behält die schlechten Angewohnheiten seiner älteren Brüder bei und erhebt zunächst einen Alleinanspruch auf den Rechner. Die Installation von Vista oder das Upgrade von Windows XP überschreiben den potenziell vorhandenen Bootmanager ohne Rückfrage. Zwar erlaubt das Programm bcdedit die Integration von Linux in den Vista-Bootmanager, jedoch stellt sich das als mühseliges Unterfangen heraus.

Deutlich eleganter löst diese Aufgabe Grub, dem einige Zeilen in der Konfigurationsdatei reichen, um auch Vista zu booten. Noch komfortabler geht es mit GAG, dem grafischen Bootmanager, mit dem Sie im Nu mehrere Betriebssysteme in das Bootmenü einbinden. Wer nicht auf Vistas Bootloader verzichten möchte, dem bietet EasyBCD eine passende grafische Oberfläche zu dessen Konfiguration.

Glossar

MBR

Master Boot Record. Der erste Datenblock eines in Partitionen aufgeteilten, bootfähigen Speichermediums. Der MBR enthält neben dem Bootloader auch eine Partitionstabelle, die die Aufteilung des Datenträgers beschreibt.

Infos

[1] Windows Vista: http://windowsvista.de

[2] System Rescue CD: http://www.sysresccd.org

[3] EasyBCD: http://neosmart.net

[4] Bootloader Grub: http://www.gnu.org/software/grub/

[5] Bootloader GAG: http://gag.sourceforge.net

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Kommentare
Absicht ?
gsgs (unangemeldet), Samstag, 16. August 2014 13:41:35
Ein/Ausklappen

macht microsoft das wohl extra schwierig/kompliziert ?


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