Aufmacher

Schmankerl für den Desktop

Weitere Distributionen auf Heft-DVD

01.04.2007
Handfestes aus Großbritannien und die Faszination einer ungewöhnlichen Oberfläche bieten die beiden Distributionen BLAG und Elive von unserer Heft-DVD.

Last not least finden sich auf der Heft-DVD dieser Ausgabe zwei weniger prominente, dafür aber umso interessantere Distributionen für den täglichen Einsatz. Eher solide Hausmannskost bietet die britische Fedora-Variante BLAG 60 000, während die Enlightenment-Live-CD Elive mit reichlich Eyecandy auch für schlanke Rechner aufwartet.

Freie Daten für freie Bürger

Alles was der Desktop braucht, und noch ein bißchen mehr – so könnte das Motto von BLAG 60 000 lauten. Die Distribution aus der Schmiede der der Brixton Linux Action Group und basiert auf Fedora Core 6 (Codename "Zod"). Sie enthält unter anderem Kernel 2.6.18.6, Gnome 2.16 sowie zahlreiche Applikationen, die das Arbeiten auf dem Desktop angenehm gestalten. Sie starten Sie über den entsprechenden Eintrag BLAG im Bootmenü der Heft-DVD.

Abbildung 1: Mit BLAG erhalten Sie ein alltagstaugliches Desktopsystem auf Basis einer Fedora Core 6.

Ihre Motivation sehen die Macher von BLAG durchaus auch im politischen Bereich: Es gehe unter anderem auch darum, dem Anwender ein System an die Hand zu geben, das vor dem Zugriff allzu kontrollwütiger Instanzen in Regierungen oder dem privatwirtschaftlichen Bereich wenigstens einigermaßen geschützt sei, lassen sie wissen.

Die Installation geht schnell von der Hand: Nach der Auswahl der Sprache legen Sie fest, auf welche Partition Sie BLAG installieren möchten, und welche optionalen Pakete das Setup gleich mitzieht. Das Hinzufügen weiterer Repositories setzt allerdings eine funktionierende Internetverbindung voraus.

Nach dem Auspielen der Pakete erwartet Sie ein aufgeräumter Gnome-Desktop mit angepassten Icons. Als Büroprogramme kommen Abiword und Gnumeric zum Einsatz, wovon vor allem ältere Rechner mit schwacher Hardware profitieren. Dank Open-Document-Format steht dem Datenaustausch zumindest in Sachen Textdateien nicht viel im Wege.

Gut gefällt auch die Integration von diversen Playern für freie Musikformate. Darüber hinaus greifen Sie direkt über ein entsprechendes Icon auf eine Software zum Abspielen von Internet-Radiostreams zu. Das hilft über den trockenen Büroalltag hinweg.

Faszination Desktop

Die große Faszination bei Elive liegt sicher in der Tatsache, dass die Oberfläche mit besonders elegantem Aussehen aufwartet. Sie verbindet Elemente aus der Open-Source-Welt, wie zum Beispiel die Mehrfacharbeitsfläche, mit einem Design, das sich an die Oberfläche von Mac OS X anlehnt. Viele kleine Animationen und Überblendeffekte erzeugen einen glatten, fließenden Eindruck.

Abbildung 2: Dank Elive testen Sie gefahrlos das neue Desktop-Konzept des Windowmanagers Enlightenment.

Wählen Sie am Bootprompt der Heft-DVD den Eintrag Elive, dann starten Sie in Elive Revolution RL2. Das Projekt arbeitet schon seit längerem an vollkommen neuen Bibliotheken zum Darstellen der Oberflächenelemente. Diese erhalten eine schlankere Architektur und versprechen damit auch auf älterer Hardware ansprechende grafischen Effekten bei geringem Leistungshunger.

Mit der vorliegenden Live-Version testen Sie gefahrlos, ob Ihre Hardware die entsprechenden Voraussetzungen für den reibungslosen Betrieb mitbringt. Gleich nach dem Booten fragt das System ab, ob Sie lieber mit dem klassischen Interface arbeiten möchten oder das etwas exotischere Theme Night bevorzugen.

Im Test kam ein Rechner mit einer ATI-Grafikkarte zum Einsatz. Das Setup wies in diesem Zusammenhang daraufhin, dass der proprietäre Treiber fglrx in einigen Fällen Probleme bereitet. Der Rat lautet dahingehend, es erst mit dem Modul radeon zu versuchen, und nur dann, wenn das nicht klappt, auf fglrx zu wechseln. Als Fallback bietet das Setup außerdem einen Vesa-Treiber an. Die Auswahl der Auflösung schließt die Konfiguration ab.

Geben Sie am Startbildschirm den Benutzernamen eliveuser mit dem Passwort elive ein. Sie gelangen Sie direkt in den modernen Desktop, der auf Enlightenment DR 17 basiert. Als Alternative bietet der Anmeldeschirm noch die ältere stabile Version 16 von Elightenment als Oberfläche an. Diese wartet zwar auch mit ungewöhnlicher Optik auf, macht aber bei weitem nicht so viel her wie das Development Release.

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