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Überflieger

64-Bit-Distribution Bluewhite64

Die reinrassige 64-Bit-Live-Distribution Bluewhite64 glänzt nicht nur durch eine flotte Performance, sondern enthält auch reichlich Desktop-Programme und Serverdienste.

Rechner mit 64-Bit-Prozessoren verbreiten sich gegenwärtig immer mehr. Die meisten Distributionen stellen daher inzwischen parallel 64-Bit-Ports ihrer Pakete bereit. Live-Distributionen für diese Prozessorarchitektur zählen allerdings nach wie vor zu den Ausnahmeerscheinungen.

64 Bit erklärt

Gegenüber den 32-Bit-Prozessor-Architekturen zeichnen sich 64-Bit-Systeme durch eine doppelte Registerlänge aus. Davon profitieren vor allem rechenintensive Aufgaben. Neben den lange Zeit führenden Prozessoren der AMD64-Familie bestreiten heute auch Core-2-Duo-CPUs der Firma Intel diesen Markt.

Die Entwickler der auf Slackware basierenden Distribution Bluewhite64 (Abbildung 1) gehören da zu den rühmlichen Ausnahmen: Sie bieten neben der normalen Installationsversion auch eine Live-Variante an, die über einen beinahe identischen Funktionsumfang verfügt. Als Grundlage verwendet Bluewhite64 Kernel 2.6.17, KDE 3.5.4, X.org 6.9 sowie GCC 3.4.6 und Glibc 2.3.6.

Abbildung 1: Die 64-Bit-Distribution Bluewhite64 enthält neben einer Vielzahl von Desktop-Programmen diverse Serverdienste.

Starten

Zum Start von Bluewhite64 [1] wählen Sie aus dem Bootmenü den entsprechenden Eintrag und bestätigen mit [Eingabe]. Ohne weitere Abfragen startet die Distribution den Desktop-Manager KDE, der allerdings nur in englischer Sprache vorliegt. Sofern sich im LAN ein DHCP-Server befindet, konfiguriert die Distribution den Netzzugang automatisch. Andernfalls starten Sie das KDE-eigene Kontrollzentrum (Control Center) (Abbildung 2).

Über dieses Interface erreichen Sie nicht nur die Netzwerkkonfiguration, sondern auch andere Einstellungen, wie beispielsweise für das Tastaturlayout oder die Konfiguration der Zeitzone. Da das Setup den Benutzeraccount root ohne Passwort angelegt hat, bestätigen Sie Abfragen danach beim Wechsel in den Administrator Mode immer mit [Eingabe].

Abbildung 2: Das Einrichten der Hardware und Umgebungsvariablen erfolgt ausschließlich über die im Kontrollzentrum zusammengefassten Werkzeuge.

Als Paketmanager kommt KPackage zum Einsatz. Das ergibt aber nur Sinn, wenn Sie Bluewhite fest auf einem Rechner installieren. Anders als viele andere Livesysteme bringt Bluewhite64 jedoch kein Skript für diesen Zweck mit. Bleibt nur das Einrichten von Hand. Ein detailliertes Howto finden Sie im Forum des Distributors [2]. Ebenso fehlt der Distribution ein Werkzeug, um Einstellungen oder das Home-Verzeichnis auf der Festplatte zu speichern.

Für jeden etwas

Es ist schon erstaunlich, wie viele Programme die Entwickler auf nur 700 MByte untergebracht haben. Während sich KDE 3.5.4 zusammen mit X.Org 6.9 für die Darstellung der Fenster zuständig zeichnet, übernimmt KOffice 1.5.2 den Office-Part. Weitere Pakete nennt die Tabelle "Programme".

Programme

Serversoftware

DNS Bind 9.3.2 P2
DHCP Dhcpd 3.0.4
HTTP/HTTPS Apache 1.3.37
SMB Samba 3.0.23c
SMTP Sendmail 8.13.8
SSH Openssh 4.4p1

Clientsoftware

Grafik Gimp 2.2.13
IM Gaim 1.5.0
IRC Xchat 2.6.6
Multimedia Amarok 1.4.3
Video Xine-ui 0.99.4
Mail Thunderbird 1.5.0.9
Web Firefox 1.5.0.9
Web/Mail Seamonkey 1.0.7
Office KOffice 1.5.2
Verschlüsselung Gnupg 1.4.6

Neben den üblichen Komponenten wie Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und einem Präsentationsprogramm im Stile von OpenOffice Impress enthält die Office-Suite Grafik-Editor für vektorbasierte Zeichnungen, einen Projektplaner und einen Editor für Flussdiagramme.

Multimediale Ansprüche deckt die Distribution mit Programmen wie Amarok, Juk, Xine und GXine sowie Noautun ab. Als Mail-Clients stehen Ihnen Thunderbird, KMail sowie der in Seamonkey integrierte Mail-Clients zur Verfügung, das Anzeigen von Webseiten übernimmt Firefox, Konqueror und Seamonkey.

Warum die Entwickler allerdings sowohl die komplette Mozilla-Suite (Seamonkey) als auch die mittlerweile eigenständigen Komponenten Firefox und Thunderbird in die Distribution packen, bleibt unklar. Alternativ zu Thunderbird integrierten sie noch KMail, das KDE-eigene Mailprogramm.

Unterhaltsam und lehrreich gibt sich die Software in der Programmgruppe Edutainment des K-Menüs. Hier finden sich eine stattliche Anzahl an Lernprogrammen für die verschiedensten Zwecke. Neben Vokabeltrainern für die viele Sprachen gibt es auch Mathematikprogramme, wie KBruch oder KPercentage. KStars und Keography informieren über den Weltraum und die Erde.

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Infos zum Autor

Thomas Leichtenstern

CD/DVD-Redakteur


Infos zur Publikation

Dieser Artikel stammt aus der Zeitschrift LinuxUser.

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