Windows bietet traditionell out of the box keinerlei Unterstützung für Linux-Dateisysteme. Wer Linux und Windows auf einem Rechner betreibt, speichert daher ebenso traditionell von beiden Betriebssystemen gemeinsam genutzte Dateien auf einer Partition mit FAT-Dateisystem, das Linux wie Windows gleichermaßen unterstützen.
Schon in der Vergangenheit ermöglichten verschiedene Werkzeuge aber alternativ auch den problemlosen Zugriff von Windows 2000 und XP auf Linux-Dateisysteme. Einige davon integrieren sich fest in Windows und erlauben den transparenten Zugriff wie auf ein natives Windows-Laufwerk, andere bringen einen eigenen Datei-Explorer mit. Ob diese verbreiteten Werkzeuge unter Vista noch ebenso zuverlässig funktionieren wie unter XP, soll ein Test klären.
Ex2ifs
Beim der Freeware Ext2ifs (Ext2 Installable File System for Windows) [1] handelt es sich wohl um den bekannteste Vertreter dieser Werkzeuggattung. Das Programm ermöglicht Windows den Schreib- und Leserzugriff auf Ext2/3-Partitionen.
Zur Installation unter Windows Vista laden Sie das Setup-Programm von der Ext2ifs-Seite herunter, klicken mit der rechten Maustaste darauf und und wählen aus dem Kontextmenü Als Administrator ausführen. Der Versuch, die Software einzuspielen, schlägt im ersten Anlauf fehl. Es meldet sich danach jedoch der Programmkompatibilitätsassistent von Vista, der das Problem behebt. Nach der nun folgenden Installation erscheint ein Auswahlfenster, in dem Sie den vorhandenen Linux-Partitionen Laufwerksbuchstaben zuweisen (Abbildung 1).
Nach einem abschließenden Neustart stehen die Linux-Dateisysteme über den Windows-Explorer wie ein normales NTFS-Laufwerk zur Verfügung. Um Laufwerkszuordnungen zu ändern oder neue Linux-Dateisysteme einzubinden, klicken Sie in der Systemsteuerung auf IFS Drives. Auch hier übernimmt Vista Änderungen erst nach einem anschließenden Neustart des Systems.
Auf einzelnen Maschinen verhinderten die mit Vista neu eingeführten Sicherheitsmaßnahmen jedoch den Start des Ext2ifs-Laufwerksmanagers. Sollte das auch bei Ihrem Rechner der Fall sein, gehen Sie wie folgt vor:
- Öffnen Sie über Start | Systemsteuerung | System | Erweiterte Systemeinstellungen das Fenster Systemeigenschaften.
- Klicken Sie in der Rubrik Leistung auf den Schalter Einstellungen....
- Wechseln Sie in der neuen Ansicht zu Datenausführungsverhinderung und aktivieren Sie die Option Datenausführungsverhinderung für alle Programme und Dienste mit Ausnahme der ausgewählten einschalten.
- Klicken Sie danach auf den Schalter Hinzufügen... und wählen Sie das Verzeichnis
C:\Windows\System32an. Tippen Sie im Eingabefeld unten im Dialog den DateinamenIfsDrives.cplein – Vista bietet hier nur solche Programme an, die es an der Namenserweiterung als ausführbar erkennt, mit.cplkann es nichts anfangen.
Nach einem Neustart lässt Vista das Ausführen der Verwaltungsoberfläche von IFS Drives zu – zumindest im Regelfall: Bei Tests auf mehreren Systemen ergaben sich auf zwei unterschiedliche Verhaltensweisen. Manchmal erwartete Vista das Ausführen als lokaler Administrator, der automatisch startende Programmkompatibilitätsassistent sorgte dann jedoch für einen problemlosen Betrieb.
Auf anderen Systemen war ein Start auf diesem Weg grundsätzlich nicht möglich. Der Versuch, zur Umgehung des Problems die Datei C:\Windows\System32\IfsDrives.cpl über das Kontextmenü als Administrator auszuführen, endete mit einer Zugriffsfehlermeldung der Datei rundll32.exe. Erst wenn diese in der Datenausführungsverhinderung ebenfalls freischaltet, lässt sich IfsDrives.cpl als Administrator ausführen.
Ext2fsd
Auch Ext2fsd [2] integriert Ext2/3-Partitionen transparent ins Windows-Dateisystem und ermöglicht sowohl das Lesen als auch Schreibzugriffe. Der Ext2 Volume Manager (Abbildung 2) erlaubt nicht nur das Zuweisen von Laufwerksbuchstaben, sondern daneben beispielsweise auch Änderungen am verwendeten Zeichensatz.
Nach der Installation müssen Sie nach Angaben der Ext2fsd-Entwicklerangaben Vista im Modus ([F8]) Erzwingen der Treibersignatur deaktivieren booten. Die Einstellung gilt nur für die aktuelle Sitzung und muss nach jedem Neustart wiederholt werden.
Auch diese Software zeigte auf mehreren Systemen unterschiedliche Verhaltensweisen: Teils standen nach dem Systemstart die gewünschten Laufwerke zur Verfügung, teils zeigte der Volume Manager lediglich das DVD-Laufwerk an.



