Mit NTFS formatierte Festplatten waren lange der Albtraum jedes Linux-Anwenders: Mit etwas Glück ließ sich der Inhalt der Platte zwar lesen, jeder Versuch eines Schreibzugriffs aber brachte die Gefahr von Datenverlusten mit sich. Daher musste zum Austausch von Dateien zwischen Windows und Linux meist das FAT32-Dateiformat herhalten, das lediglich 32 GByte große Partitionen erlaubt und Weder Verschlüsselung noch Kompression oder Quotas unterstützt.
Das hat sich mittlerweile jedoch geändert: Sogar auf die neueste NTFS-Variante unter Windows Vista greifen Sie mit Linux inzwischen problemlos lesend und schreibend zu. Dieser Artikel stellt die bekanntesten freien Lösungen vor und testet die zwei wichtigsten davon im Praxiseinsatz mit Open Suse und Ubuntu.
Kernelmodul
Das NTFS-Kernelmodul [1] greift hauptsächlich lesend auf die Laufwerke zu. Seit Kernel 2.6.16 vergrößert und verkleinert es Dateien auch. Einen Schreibzugriff, der es erlaubt, neue Dateien anzulegen, erwarten die Entwickler im Kernel frühestens ab Sommer 2007. So lange müssen Sie jedoch nicht warten, um Dateien auf einer NTFS-Partition abzulegen.
Ntfsmount
Während das Kernelmodul im so genannten Kernel Space agiert, setzt Ntfsmount [2]Fuse ein, das im User Space operiert. Es gehört zu den Ntfsprogs, einer Sammlung von Tools, um NTFS-Partitionen zu manipulieren: So ändern Sie über Ntfsresize die Größe einer NTFS-Partition oder legen über Mkntfs eine neue an. Ntfsmount dient zum Einhängen eines NTFS-Laufwerks und erlaubt daneben das Vergrößern und Verkleinern von Dateien und Erstellen von Hardlinks, Dateien und Verzeichnissen. Das klappt zwar nicht immer reibungslos, Fehler erkennt das System jedoch rechtzeitig und bricht den Vorgang ab, bevor Schaden am fremden Dateisystem entsteht.



