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Nur 48 Stunden

Schicker MP3-Player von Cowon mit OGG-Support

01.04.2007 Hätten Nick Nolte und Eddy Murphy auf ihrem 48-Stunden-Trip einen MP3-Player mitnehmen dürfen, wäre ihre Wahl vermutlich auf den Cowon D2 gefallen: Sein Akku hält bis zu 52 Stunden durch.

Der jüngste Sprössling der Cowon-Familie erblickte im Februar 2007 das Licht der Welt und bringt gerade mal 92 Gramm auf die Wage. Sie erkennen ihn am 5 mal 4 Zentimeter großen Touchscreen, dem SD-Kartenslot und dem dreieckigen Stift, der locker an einem Gummiband hängt. Ein Exemplar mit 4 GByte Flash-Speicher und Firmware 2.30 schaffte es rechtzeitig vor der CeBIT noch ins Hardwarelabor des LinuxUser.

Vom Feinsten

Der D2 (siehe Tabelle "Cowon D2") kommt mit einem ganz neuen Menü, das Sie per Touchscreen oder mit den drei Funktionstasten steuern. Den Touchscreen bedienen Sie entweder mit dem Finger oder mit dem dreieckigen Stift, der sich zugleich als Standfuß nutzen lässt (Abbildung 1). Neben Audio- und Video-Playback bietet der D2 auch einen Foto- und Textbetrachter, ein UKW-Radio sowie einen Aufnahmefunktion für das eingebaute Mikrofon, das Radio oder den Line-In-Eingang (bis 265 Kbit/s). Die Qualität der Aufnahmen ist sehr gut – allerdings speichert der Cowon-Player sie im WMA-Format.

Auch hinsichtlich der Bild- und Klangqualität der Abspielfunktion gehört der D2 zu den besten Playern, die bislang den Weg in unser Labor fanden ([1],[2]). Mit einem maximalen Output von zwei mal 38 mW sorgt der kleine Player auf jeder Party für besten Sound. Gerade bei lauter Musik fanden wir die Fade-In-Funktion sehr praktisch: Stoppen Sie die Musik, fährt der MP3-Player bei der erneuten Wiedergabe die Lautstärke stufenlos hoch.

Abbildung 1: Liebe zum Detail: Der Touchscreen-Stift lässt sich als Standfuß mit zwei verschiedenen Winkeln einsetzen.

Cowon D2

Hersteller Cowon
Modell D2
Interner Speicher 4 GByte (Flash)
Unterstützte Formate MP3, OGG, FLAC, WMA, WAV, APE, MPEG4 (XVID), JPG, TXT
Display 2,5 Zoll (320 x 240 Bildpunkte), 16 Millionen Farben
Besonderes Slot für SD/MC-Speicherkarten, Touchscreen
Preis (ca.) 250 Euro

Offiziell verspricht Cowon für den D2 maximal 52 Stunden Laufzeit. In unseren Tests mit OGG-Vorbis-Dateien machte der Player mit der ersten Akkuladung nach 38 Stunden schlapp. Allerdings benutzten wir den Player während der Testphase ab und zu. Ohne Displaynutzung hält der Akku bestimmt 40 oder mehr Stunden.

Zum Aufladen schließen Sie den Player entweder per USB-Kabel an den Computer an oder verwenden das beiliegende Ladegerät. Über letzteres füllt sich der Akku binnen vier Stunden wieder auf, per USB dauert der Energietransfer deutlich länger. Versagt die Batterie einmal, lässt sich der Multimediaplayer über drei kleine Schrauben problemlos zum Akkuwechsel auseinandernehmen (Abbildung 2).

Abbildung 2: Der Akku des Players (rechts) lässt sich über drei kleine Schrauben problemlos ausbauen.

Als Multimediaplayer spielt der D2 auch Diashows und Videos ab. Eine Diashow können Sie auch starten, während im Hintergrund die Musik läuft. Zum D2 kompatible Videos erstellen Sie am besten über die Kommandozeile. Für unsere Tests benutzten wir folgenden ffmpeg-Aufruf:

ffmpeg -i input.avi
 -r 29 -b 600k -s 320x240 -vcodec xvid -acodec mp3 resultat.avi

Einen DVD-Film verkleinern Sie mit diesen Ffmpeg-Parametern auf rund 400 MByte – bei optimaler Qualität, ohne Ruckeln oder Artefakte.

Nicht ganz perfekt

Drei kleine Details trüben allerdings das Bild des perfekten Players: So benötigt der D2 mit rund einer Minute zum Booten deutlich zu lange. Auch beim Einschieben einer zusätzlichen Speicherkarte blockiert der Player das Menü, bis er die Daten von der Karte eingelesen hat.

Sehr ärgerlich fanden wir, dass der Player die Metainformationen von OGG-Dateien nicht auswertet. Den gewünschten Song finden Sie so nur über den Titelnamen. Da der Cowon-Player auch keine Playlistenformate unterstützt (weder .pls noch .m3u), müssen Sie sämtliche Wiedergabelisten direkt auf dem Gerät erstellen.

Wer allerdings seine Musiksammlung im MP3-Format vorliegen hat, wird am Cowon D2 sehr viel Gefallen finden. Die wirklich lange Akkulaufzeit lässt auch die langen Bootzeiten vergessen.

Infos

[1] Portable Videoplayer: Marcel Hilzinger, "In der Tasche", LinuxUser 01/2006, S. 86

[2] 8 MP3-Player im Test: Marcel Hilzinger, "Spiel mir das Lied mit OGG", LinuxUser 12/2005, S. 88

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Marcel Hilzinger

Marcel Hilzinger

Marcel Hilzinger arbeitet als Redakteur für die Zeitschriften LinuxUser und EasyLinux. Am liebsten schreibt er Artikel zu netten Gadgets oder Multimedia-Software. In seiner Freizeit spielt er gerne Kicker.

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