Leserbriefe

NDAs pro und contra

LinuxUser 03/2007, S. 5: Mit Freude lese ich gewöhnlich Ihre Editorials. Umso geschockter war ich diesmal, als Sie offen das Angebot einiger Linux-Entwickler begrüßten, NDAs (Non-Diclosure-Agreement, Stillschweigeverpflichtung, Anm. d. Red.) von Herstellern zu unterschreiben, um im Gegenzug an die nötigen Informationen zur Entwicklung von Linux-Treibern zu gelangen.

Ist es möglich, dass ein kritischer Journalist derart – verzeihen Sie – kurzsichtig mit der Masse jubelt, ohne auch nur einen Gedanken an die Konsequenzen zu denken (und die Leser darüber zu informieren)? Einem 08/15-User mag man diese Naivität nachsehen – Ihre Aufgabe wäre es hingegen, Populärargumentationen dieser Art entgegenzuwirken und durch Sachkenntnis offen und neutral aufzuklären.

Das Unterzeichnen von Non-Disclosure-Agreements ist für jegliche Art freier Software fatal. Dies aus zwei Gründen:

  • Es schadet der Codequalität und -Entwicklung, denn um NDA-Code offen legen zu können, muss dieser entweder durch "Magic Numbers" oder durch andere obskure Massnahmen unleserlich gemacht werden (daran ändert auch das anderslautende FAQ von Greg Kroah-Hartman nichts). Eine offene Dokumentation des Codes wird durch ein NDA ebenfalls verunmöglicht und jedem zukünftigen Entwickler wird es ungeheuerlich erschwert werden, Bugs zu fixen oder Erweiterungen vorzunehmen. Es fehlt schlicht der leserliche Code und die Dokumentation – Reverse Engineering von GPL-Code ist dann der Ausweg! Pervers, aber wahr (und durch vergangene Vorkommnisse belegbar).
  • Der Druck auf die Hersteller durch andere freie Projekte wie OpenBSD, Hardware-Dokumentation offenzulegen, wird völlig unterminiert – das schadet allen, auch Linux. Durch das Angebot von Greg Kroah-Hartman haben Hersteller nun die perfekte Ausrede, keine offene Programmierdokumentation mehr ausliefern zu müssen, und sich trotzdem mit dem Label "Open" brüsten zu können.
  • Durch NDAs bekommt Linux kurzfristig vielleicht mehr Treiber. Langfristig ist es ein Schuss ins eigene Knie, denn immer weniger Dokumentation – das Lebenselixier der Treiberschreiber – wird veröffentlicht werden.

Es geht hier nicht um BSD-Fundamentalismus versus Linux-Pragmatismus, sondern um die klare Darlegung der Sachlage. NDAs nutzen niemandem, nicht einmal den Herstellern, dieser Meinung ist übrigens auch Torvalds. Die Ausrede des "Intellectual Property" bleibt ebenfalls nur eine solche – die Taiwanesen legen fast alle ihre "geheimen" Dokus offen und fahren damit recht gut.

Es wäre schön, wenn einige Leser und auch Sie die Freiheit nicht mit tosendem Applaus untergehen liessen und statt dessen lieber auf den Treiber der Super-Webcam XY vom Media-Markt verzichteten. Stephan A. Rickauer

LinuxUser: Wir drucken diesen Kommentar hier ungekürzt ab, um auch dem Standpunkt der Gegner von Greg Kroah-Hartmans Angebot Platz einzuräumen. Die von Stefan Rickauer zitierte FAQ zum Angebot finden Sie unter http://www.kroah.com/log/linux/free_drivers_faq.html. Sie behandelt nach Meinung der Redaktion ebenso eingehend wie zufriedenstellend alle Fragen und Vorwürfe, die der Autor der Zuschrift hier zur Sprache bringt.

Dass es hier nicht um Fundamentalismus versus Pragmatismus ginge, das wollen wir allerdings nicht unkommentiert stehen lassen – denn genau darum geht es. Offenbar reichen inzwischen GPL-Treiber alleine nicht mehr aus, es müssen jetzt schon ideologisch korrekte GPL-Treiber sein. Was zählt ist, was hinten rauskommt, sagt ein beliebtes Bonmot. Wir meinen: Wenn hinten GPL rauskommt, ist alles in bester Ordnung. (jlu)

Ärger mit USB-Festplatte

LinuxUser 03/2007, S. 10: Ich habe, wie Ralf Kittkowske, eine externe Festplatte, die ich via USB (und auch Firewire) anschließen kann. Ich nutze OpenSuse 10.2 und ziehe die Datensicherungsdatei auf die Festplatte. Via Automount werden pro Minute zirka 15 MByte übertragen. Mounte ich die Platte aber von Hand, dann liegt der Durchsatz bei etwa 1,2 GByte pro Minute. Auch unter Windows XP ist die Platte so schnell, wie beim händischen Einhängen unter Linux. Wolfgang Zenner

LinuxUser: Die Lösung Ihres Problems ist seit Suse 10.1 ziemlich einfach: Klicken Sie im Arbeitsplatz mit der rechten Maustaste auf das USB-Laufwerk und wählen Sie Eigenschaften | Mount-Vorgang. Im neuen Dialog entfernen Sie die Markierungen vor Synchron und vor Aktualisierung der Zugriffszeiten.

Mit diesen Einstellungen arbeitet die Platte beim nächsten Anschließen genauso schnell, als hätten Sie sie von Hand gemountet. Allerdings sollten Sie dann vor dem Entfernen einmal sync aufrufen oder den Menüpunkt Sicher entfernen auswählen, da es sonst zu Datenverlust kommen kann. (mhi)

UMTS mit Linux

LinuxUser 03/2007, S. 35: Ich habe die aktuelle Ausgabe im Regal gesehen und sofort zugegriffen. Eine kleine Ergänzung möchte ich zum UMTS-Artikel machen: Der Tarif "Vodafone Zuhause Web" ist mit wahlweise 5 000 MByte Volumen oder 60 Stunden im Monat derzeit wohl unschlagbar. Und wer keine Lust aufs Basteln hat, der besorgt sich zur PCMCIA-Karte noch einen Linksys WRT54G3G (Wireless-UMTS-Router, Anm. d. Red., Abbildung 1) und hat damit auch gleich noch einen DHCP-Server für's Heimnetzwerk. J. Engler

Abbildung 1

Abbildung 1: Der Router Linksys WRT54G3G bündelt 802.11b/g-WLAN, vier 10/100-Mbit/s-Switchports und eine UMTS/GPRS-Internetverbindung.

Gebrauchte Notebooks

LinuxUser 04/2007, S. 62: Euren Artikel zum Thema "Altersgemäße Gebrauchsspuren" in der LinuxUser 03/07 habe ich mit Interesse gelesen, verfüge ich doch selbst über inzwischen vier gebrauchte Thinkpads in der Familie. Darüber hinaus bin ich für die Beschaffung von weiteren sechs gebrauchten Thinkpad im Freundeskreis "verantworlich".

Wie man an den Zahlen schon sehen kann, weichen meine Erkenntnisse hinsichtlich der gebrauchten Thinkpads von euren Erfahrungen doch erheblich ab. Mein erstes gebraucht erworbenes Thinkpad ist ein 560er, der inzwischen seit sechs Jahren bei mir seinen Dienst tut. Langsam zerfällt zwar das Gehäuse etwas, aber selbst der Akku hält noch gut 30 Minuten durch. Alle Thinkpads begeistern immer wieder durch die Qualität der verbauten Einzelteile, die Stabilität der Gehäuse und nicht zuletzt durch das gelungene Design.

Im übrigen laufen alle meine Thinkpads unter Linux. Die beiden zuletzt beschafften, ein X30 und ein X31, liefen out-of-the-box mit Kubuntu "Edgy Eft". Die Installation beschränkte sich auf das Einlegen der CD (über Docking-Station), starten und abwarten: Einfacher geht's nimmer. Und was das Schöne ist: Alle wesentlichen Features wurden von Kubuntu automatisch erkannt und installiert. (LAN, WLAN, Sound, Grafik, Spezialtasten). Beim Modem bin ich nicht sicher – das habe ich noch nie benutzt.

Und das beste an diesen Geräten ist, dass man sowohl Zubehör, als auch Ersatzteile (Akkus, Docking-Station, Port-Replikator, Ladegerät, Netzteile, DVD-Brenner u.v.a.m) in großer Zahl preiswert bekommt.

Ich kann zumindest über die Fa. Ralf Scharbert nichts Negatives sagen. Ich habe selbst dort zwei Thinkpads gekauft (und ein paar vermittelt) und bisher ausschließlich sehr positive Erfahrungen gemacht. Die Laptops entsprachen stets den Angeboten. Darüber hinaus war es aber auch immer möglich, die angebotenen Geräte individuell zu verändern: So habe ich bei meinem X31 die Tastatur austauschen und den Hauptspeicher erweitern lassen – alles kein Problem. Auch die Beratung war sehr gut, bis hin zu dem Angebot, verschiedene zur Auswahl stehenden Laptops vorzuführen. Frank Hesse

LinuxUser 03/2007, S. 62: Vor zwei Jahren habe ich ein gebrauchtes Thinkpad T21 gesucht, da die Linux-Unterstützung gut und die Rechner robust sind. Bei Tb-computers.de wurde ich fündig und habe bestellt, nach einer Woche kam das Gerät mit einer Knoppix-CD dazu. Alle benötigten Treiber aus dem Internet geholt, Debian installiert – seitdem läuft das Gerät einwandfrei.

Vor 4 Wochen habe ich bei Lapworld.de in St. Augustin (bei Euch aus dem Test gefallen) ein Thinkpad T23 gekauft, ohne Betriebssystem. Das Gerät ist einwandfrei, Beratung habe ich allerdings nicht in Anspruch genommen. Grundsätzlich aufpassen muss man bei den Tastaturen: Wenn der Händler keine eindeutigen Angaben macht, sollte man unbedingt nachfragen, ob er umgelabelt hat. Solche Geräte habe ich direkt vom Kauf ausgeschlossen. Wichtig ist auch, vorher die Ersatzteilversorgung für das gewünschte Gerät zu recherchieren. Für die Thinkpads findet man relativ viel im Internet. Kirsten Klaffki

LinuxUser 03/2007, S. 62: Ich habe selbst bei der Firma Lapstore Barich Brüne Blunck GbR vier IBM T22 Laptops gekauft. Das ist jetzt fast zwei Jahre her. Alle Laptops weisen den Aufkleber This Product Contains Used Parts auf (Beispiel:Abbildung 2, Anm. d. Red.), zum Teil wurden die Tastaturen umgelabelt. Das Entscheidende: Die dazugehörigen Treiber lagen alle bei, die zugesicherten Eigenschaften bezüglich Display, Batterie und CPU trafen alle zu. Sicher kann man über den Begriff "übliche Gebrauchsspuren" streiten. Die vier Laptops laufen seit fast zwei Jahren im täglichen Einsatz, ich mußte zwischenzeitlich lediglich einen Akku austauschen. Ich würde jederzeit wieder bei Lapstore einkaufen. Ulrich Tümmers

Abbildung 2

Abbildung 2: Mit solchen Aufklebern kennzeichnen die Hersteller Geräte, zu deren Auffrischung gebrauchte Ersatzteile verwendet wurden.

LinuxUser 03/2007, S. 62: Auch ich habe im November letzen Jahres ein gebrauchtes, Linux-fähiges Notebook gesucht. Nach einiger Recherche entschied ich mich für Todaysbest.de – zu einen wegen des übersichtlichen Webauftritts, zum anderen wegen des Angebots, Ubuntu vorinstalliert zu bekommen. Die Wahl fiel auf ein Lifebook C1020 von Fujitsu-Siemens, da nur Büroanwendungen und Internet gefordert waren. Besonders gefreut hat mich die Möglichkeit, für ein gebrauchtes Gerät mehrere Ausstattungsoptionen wählen zu können (Größe von Hauptspeicher und Festplatte, Art des optischen Laufwerks).

Außerdem bot Todaysbest an, einen zusätzlichen, neuen Akku für 49 Euro mitzubestellen. Da die  Stromversorgung bei Notebooks immer ein Problem darstellt, habe ich alles online zusammengestellt und per Nachname geordert. (Diese Zusatzinvestition lohnt sich oft, damit die Ware ankommt.) Schon eine Woche später erhielt ich das Gerät, das zwar leichte Gebrauchsspuren aufwies, aber ansonsten tadellos in Ordnung war. Ubuntu lief sofort, wenn mir auch die Aufteilung der Platte (alles in einer Partition, dazu eine Swap-Partition) nicht ganz gefiel. Fazit: eine rundum problemlose Abwicklung und ein hervorragend funktionierendes Gerät. Reiner Hammerschmidt

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