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KDE-News

01.04.2007

KDE-Vorschau mit neuem Dateimanager

Unter dem Codenamen "Kludge" hat das KDE-Projekt die dritte an Entwickler gerichtete Vorschau auf KDE 4.0 veröffentlicht. Das Release mit der offiziellen Versionsnummer 3.80.3 bringt die Rechtschreibkorrektur Sonnet mit, die im Gegensatz zu ihrem Vorgänger in KDE 3 nun selbständig die Sprache des abgefassten Textes erkennt.

Die neue Hardwarebibliothek Solid soll es dem KDE-Team erlauben, hardwarenahe Features wie Netzwerkverwaltung oder Powermanagement besser in KDE zu integrieren. Bislang steuert fast jeder Distributor seine eigenes Tool für diesen Zweck bei. Erstmals mit an Bord ist der Dateimanager Dolphin, der Konqueror in dieser Funktion ablöst. Konqueror bleibt jedoch als alternativer Dateimanager erhalten.

Mit "Kludge" trennen sich die Entwickler außerdem von einem Großteil der X11-Abhängigkeiten. Damit ist KDE 4 dem Ziel, einzelne KDE-Anwendungen auch unter Windows und Mac OS X verfügbar zu machen, einen großen Schritt näher gekommen. Im nächsten Schritt wollen die Entwickler nun die zahlreichen bereits fertiggestellten Oxygen-Icons in KDE 4 integrieren, gleichzeitig soll die Plasma-Oberfläche Einzug halten. Damit erhält KDE ein komplett neues Gesicht.

Wer bereits einen näheren Blick auf "Kludge" werfen möchte, findet die Quellen unter http://www.kde.org/info/3.80.3.php. Für Open Suse gibt es im Buildsystem fertige Pakete, das Kubuntu-Team stellt seine Binärpakete unter http://www.kubuntu.org bereit.

Schlanker Säuger: Der Dateimanager Dolphin löst Konqueror als Dateimanager ab.

Komfortabel umwandeln mit Multimedia-Converter

Wer den Umgang mit Kommandozeilenprogrammen zur Audiokonvertierung zu kompliziert findet, für den gibt es jetzt den Multimedia-Converter. Das Programm kann zwischen nahezu allen gängigen Formaten konvertieren, darunter auch nicht alltägliche wie 3GP für Handys oder Flash Video. Auch die Konvertierung reiner Audiodateien ist möglich.

Der Audiokonverter benötigt neben der Commander-Laufzeitumgebung Kommander-Executor die Programme Ffmpeg, MEncoder, Lame, die Vorbis-Bibliotheken sowie die Win32-Codecs, um mit allen Formaten umgehen zu können. Das Problem: Aus Lizenzgründen bringen viele Distributionen einige der Bibliotheken nicht mit. Extra-Repositories wie Guru bei SUSE oder Multiverse bei Kubuntu bieten die Pakete jedoch zum Nachinstallieren.

Der Multimedia-Converter liegt unter http://www.kde-apps.org zum Download bereit. Für die nächsten Versionen hat der Autor unter anderem Funktionen zur Batchbearbeitung und Kontrolle über die Kompressionsqualität versprochen.

Wanderer zwischen den Welten: Ein Knopfdruck genügt, um eine Datei ins gewünschte Format zu konvertieren.

KDevelop 3.4

Die auf die Arbeit mit KDE- und Qt-Projekten spezialisierte Entwicklungsumgebung KDevelop bietet in der neuen Version 3.4 Verbesserungen in der Debugging-Unterstützung, im QMake-Manager, in der C++-Autovervollständigung sowie in der Oberfläche.

Ein Highlight stellt die Unterstützung für Qt4-basierte Projekte dar: Während die Vorversionen von KDevelop nur rudimentäre Unterstützung für Qt4 boten, kann KDevelop 3.4 Qt4-Projekte verwalten und mit dem "GUI-Editor Designer" von Qt 4 zusammenarbeiten. Eine Integration des Designers in die Oberfläche erfolgt jedoch erst in KDevelop 4, an dem die Entwickler nun mit Hochdruck arbeiten.

Zu den Neuerungen zählt auch die verbesserte Unterstützung für die Skriptsprachen Ruby und PHP. KDevelop bringt Anwendungsvorlagen für auf Rails basierende Anwendungen mit, den PHP-Parser haben die Entwickler in großen Teilen neu geschrieben. KDevelop 3.4 liegt auf der Projekthomepage unter http://www.kdevelop.org zum Download bereit.

KDevelops QMake-Manager unterstützt jetzt auch Qt4-Projekte

Amarok 1.4.5 integriert Shoutcast-Verzeichnis

Das neue Amarok-Release 1.4.5 bringt mit der "Labels"-Funktion eine Möglichkeit, seine Musik nach eigenen Kategorien zu ordnen. Außerdem haben die Entwickler der neuen Version eine Direktanbindung ans Internet-Radio: Das so genannte Shoutcast-Directory hält verschiedene Internet-Streams für fast jede Musikrichtung bereit. Außerdem enthält Amarok 1.4.5 rund 20 weitere Neuerungen gegenüber seinem Vorgänger sowie rund 50 Fehlerkorrekturen. Unter http://amarok.kde.org/wiki/Download stehen Pakete für die meisten Distributionen bereit.

Das Amarok-Team beendet die Entwicklung der "Fast-Forward"-Reihe mit diesem Release und und will sich nun vor allem um Amarok 2.0 kümmern, dass auf KDE 4 basieren wird. "Fast-Forward"-Benutzer dürfen zwar weiterhin mit Bugfix-Releases rechnen, neue Features bleiben jedoch Amarok 2.0 vorbehalten. Das nimmt bereits Gestalt an, unterscheidet sich jedoch bislang optisch noch nicht von seinem KDE-3-basierten Vorgänger.

KDE 3.5.6 bringt neue Features

Obwohl das KDE-Team bereits intensiv an KDE 4 arbeitet, pflegt es auch die stabile Version der Desktopumgebung aktiv weiter. So bringt KDE 3.5.6 nicht nur zahlreichen Fehlerkorrekturen mit, sondern enthält auch ausgewählte neue Features. Zu den Neuerungen zählen dieses Mal Vorlagen für KMail sowie eine Sitzungsverwaltung für geöffnete Tabs im Feedreader Akregator. Zudem haben die Programmierer die Übersicht der PIM-Suite Kontact überarbeitet und das KDE-Panel Kicker nun besser auf die 3D-Windowmanager Compiz und Beryl abgestimmt.

Von den Fehlerbereinigungen profitieren vor allem der HTML-Renderer KHTML, der Editor Kate sowie der KDE System Guard. Bugfixes und neue Features haben die Entwickler im Changelog zusammengefasst. Mit KDE 3.5.6 hat sich zudem die Anzahl der unterstützten Sprachen auf 65 erhöht – die Übersetzer nutzen die Zwischenreleases traditionell zur inkrementellen Vervollständigung der Übersetzungen.

Nahezu alle Distributionen halten Binärpakete für KDE 3.5.6 bereit. Wer für seine Distribution trotzdem nicht fündig wird, dem hilft Konstruct beim Übersetzen der Quellen.

KOffice 1.6.2 mit wichtigen Bugfixes

Das KDE-Projekt hat Version 1.6.2 seiner Officesuite KOffice veröffentlicht. Sie behebt hauptsächlich Bugs und führt einige wenige Neuerungen ein. Die Wartungsrelease löst unter anderem ein Sicherheitsproblem beim Import von PDF-Dokumenten in die Textverarbeitungskomponente KWord. Das Projekt rät Anwendern schon aus diesem Grund zu einem Update.

Das Grafikprogramm Krita erhielt einen neuen Halbton- und einen Einfärbefilter sowie einen Verschmiereffekt. Das Datenbankprogramm Kexi kennt nun unter anderem einen "User Mode", der es leichter machen soll, Kexi-Anwendungen auszuliefern. Außerdem hat das um Internationalisierung und Lokalisierung bemühte KDE-Projekt die Zahl der verfügbaren Sprachen auf 36 erweitert: So gibt es KOffice nun auch in der kambodschanischen Landessprache Khmer und irischem Gälisch.

Das Changelog (http://www.koffice.org/announcements/changelog-1.6.2.php) führt die Änderungen im Detail auf. Zum Download (http://www.koffice.org/releases/1.6.2-release.php) stehen neben dem Quelltext bereits Binärpakete für Kubuntu und Suse bereit.

KDE TechBase startet

Nachdem das KDE-Team unter dem Arbeitstitel "DeveloperNew" an einer überarbeiteten Form des Portals für KDE-Technologien zu arbeiten begann, hat es die Seite nun unter dem Namen "TechBase" freigeschaltet.

Dem neuen Namen gingen Kontroversen innerhalb der Community voraus, die eine Diskussion mit anschließender Abstimmung jedoch ausräumen konnte. TechBase richtet sich nicht nur an Entwickler, die mit KDE-Technologien arbeiten wollen, sondern auch an Systemintegratoren und Administratoren.

Das Portal nutzt die Mediawiki-Software, auf der auch die Wikipedia basiert. Auf diese Weise soll kann auch die Community neue Artikel beisteuern und Anleitungen zu verschiedenen KDE-Technologien schreiben. Dazu plant das KDE-Team auch Schreibwettbewerbe – Vorbild ist auch hier die Wikipedia.

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LinuxUser 06/2012

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