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Hin und her

Linux und Vista: Datenaustausch via LAN

01.04.2007 Geht es darum, zwischen Windows und Linux Daten über das Netzwerk auszutauschen, gilt SMB nach wie vor als Standard. Aber klappt der Transfer auch mit Vista reibungslos – und welche Alternativen gibt es?

Trotz der Versprechen aus Redmond, die Kompatibilität zu anderen Standards als den eigenen zu verbessern, liegt auch bei Windows Vista [1] nach wie vor einiges im Argen. Weit verbreitete Protokolle wie NFS, SSH und SFTP ignoriert Microsoft nach wie vor beharrlich, auch die Kommunikation mittels SMB zwischen Linux und Vista klappt nicht reibungslos, wie der Artikel "Ein ungleiches Paar" in Ausgabe 11/2006 belegte [2]. Die damals getestete Vista-Beta verweigerte Linux-Clients den Zugriff auf freigegebene Shares. Was sich seither getan hat, und welche Alternativen Sie zum Microsoft-Standard SMB zum Datenaustausch über das Netzwerk haben, untersuchen wir im Folgenden.

Linux als Server

Der Einsatz von Linux als File-Server in internen Netzwerken gehört heute beinahe zum guten Ton, sowohl unter dem Sicherheitsaspekt als auch aus finanziellen Gründen. Meist übernimmt Samba [3] diese Aufgabe, da sich das verwendete SMB-Protokoll mit praktisch allen gängigen Betriebssystemen nutzen lässt.

Ein erster Versuch, mit einer Vista-Final auf Samba-Shares zuzugreifen, schlug zunächst fehl. Recherchen ergaben, dass Vista offensichtlich ein Kommunikationsproblem mit Samba-Versionen vor 3.0.10 hat. Nach Angaben des Samba-Entwicklers Volker Lendecke handelt es sich dabei um einen Bug in Vista [4], der Netprot-Replies des Samba-Servers irrtümlich ignoriert. Nach einer Aktualisierung auf Samba-Version 3.0.22 funktionierte denn der Zugriff von Windows Vista auf Samba-Freigaben problemlos (Abbildung 1).

Abbildung 1: Kommunikationsproblem: Netzwerk-Shares öffnet Vista nur von Samba-Servern ab Version 3.0.10.

NFS

Das inzwischen etwas angestaubte NFS dient noch heute in vielen Linux- und Unix-Netzwerken als Standard-Filesharing-Protokoll. Den historischen Wurzeln entsprechend enthalten nach wie vor die meisten Distributionen sowohl einen NFS-Client als auch einen Server – wenn nicht direkt installiert, dann zumindest auf dem Installationsmedium.

Für die Freigaben des NFS-Servers zeichnet die Datei /etc/exports verantwortlich. Diese bearbeiten Sie entweder manuell mit einem Texteditor oder über grafische Frontends wie beispielsweise Webmin [5]. Tipps und Tricks zur Konfiguration bietet ein Artikel in Ausgabe 12/2006 [6], der Aufruf man exports in der Konsole gibt ebenfalls Aufschluss.

Interessanter ist allerdings die Frage, wie Sie mit Windows Vista auf diese Freigaben zugreifen. Wer sich bereits mit dem Thema auseinandergesetzt hat, dem dürften die "Microsoft Windows Services for UNIX" [7] ein Begriff sein. Diese Erweiterung stellt unter anderem einen NFS-Client für Windows zur Verfügung. Microsoft hat das Projekt für Vista in "Subsystem for UNIX-based Applications" [8] umbenannt.

Allerdings bringen nur die Vista-Varianten Enterprise und Ultimate diese Erweiterungen mit – Anwender anderer Versionen müssen mit anderen Mitteln auf NFS-Freigaben zuzugreifen. Eines davon ist das kostenlose Programm Jftp ([9], Heft-CD). Die auf Java basierende Applikation läuft nicht nur unter Vista, sondern auf allen Betriebssystemen mit entsprechender Unterstützung. Diese gilt es in Vista jedoch zunächst einmal nachzurüsten.

Dazu laden Sie das aktuelle Java Runtime Environment (JRE) herunter [10] und installieren es. Jftp starten Sie im Anschluss entweder über die Konsole mit dem Aufruf java -jar jftp.jar oder mit einem Rechtsklick auf die Datei und der Auswahl von Öffnen mit.... Die Auswahlliste beschränkt sich auf Java (TM) Platform SE Binary. Ein Klick auf OK öffnet Jftp (Abbildung 2). Da Vista die Auswahl dauerhaft speichert, reicht künftig ein Doppelklick auf die Jar-Datei, um das Programm zu starten.

Neben NFS unterstützt das Tool auch die Protokolle FTP, SFTP, SMB sowie HTTP. Das Öffnen von entfernten Datenquellen in Tabs ermöglicht, mehrere Verbindungen gleichzeitig offen zu halten.

Abbildung 2: Kommunikationstalent: Das auf Java basierte Client-Programm Jftp erlaubt unter Vista nicht nur den Kontakt zu NFS-Servern, sondern auch zu SMB-, FTP- oder SFTP-Diensten.

Bevorzugen Sie eine kommerzielle Lösung, sind Sie mit Nfsaxe [11] von LabF gut bedient, die mit etwa 40 US-Dollar zu Buche schlägt. Die Software bringt neben einem Client auch einen NFS-Server für Windows mit. Eine weitere kommerzielle Alternative bietet der Omni-Lite-Client [12], der allerdings stolze 89 US-Dollar kostet.

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Thomas Leichtenstern

Thomas Leichtenstern

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LinuxUser 06/2012

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