High Noon
Linux gegen Windows Vista
Administrieren leicht gemacht
Vista verbessert zwar einiges an der zentralen Administration, damit lassen sich jedoch überwiegend nur vordefinierte Parameter in Form von Gruppenrichtlinien oder Registry-Einstellungen konfigurieren. Skriptgesteuerte Automatisierung auf der Betriebssystemebene sucht der Administrator unter Vista noch immer vergebens. Um wenigstens einige grundlegende Werkzeuge zu erhalten, muss er sich die "Windows Server 2003 Resource Kit Tools" von Microsoft herunterladen.
Für die Batchverarbeitung oder den Zugriff über die "Windows Management Instrumentation" (WMI) auf die Systemkonfiguration dient nach wie vor die noch aus der DOS-Ära stammende Cmd-Shell. Die Microsoft PowerShell, die unter Vista eigentlich endlich das Relikt ablösen sollte, bringt Vista nun doch nicht mit. Microsoft bietet sie jedoch kostenfrei für Vista und Windows XP zum Download an.
Unter Linux kann Achim einfach loslegen und Programme mit C/C++, Java oder Fortran schreiben. Selbst grafische Oberflächen für seine Software entwickelt er problemlos unter Glade oder mit dem Bluefish-Editor. So einfach funktioniert das unter Vista nicht: Zwar gibt es kostenfreien Entwicklungsumgebungen (IDEs) für C#, J# und ASP in Form der Express-Editionen des Visual-Studios [7] – damit will Microsoft kreative Köpfe an die .NET-Entwicklung binden. Diese IDEs zählen jedoch nicht zum Lieferumfang von Vista und erfordern eine Registrierungung beim Microsoft-Anwenderprogramm "Windows Live".
Administration
| Funktion | Vista | Linux |
|---|---|---|
| Skriptsprachen | o | + |
| Programmiersprachen | – | + |
| Skripteditoren | – | + |
| Zentrale Administration | o | + |
| (+) enthalten (--) nicht enthalten (o) teilweise enthalten | ||
Achim speckt ab
Nach der Installation einer Ultimate-Edition, die alle Vista-Funktionen enthält, laufen bis zu 70 Dienste (Abbildung 3). Auf viele davon kann Achim locker verzichten, da er keine Verwendung für die dazugehörigen Anwendungen hat. Dienste unter Vista lassen sich jedoch zunächst nur deaktivieren, denn die Deinstallation der damit verbundenen Anwendungen ist in der Regel etwas komplizierter.
Unter Linux kann Achim nicht benötigte Daemons einfach anhalten, löschen beziehungsweise deinstallieren – natürlich muss ert dabei die Abhängigkeiten beachten. Unter Vista gestaltet sich das Abspecken deutlich schwieriger, da viele der Dienste aufeinander aufbauen und sich gegenseitig bedingen. Auch lässt es sich manchmal nur schwer nachvollziehen, warum ein Dienst in der Abhängigkeitsliste unbedingt mitlaufen muss.
Die Grundinstallation von Vista umfasst rund 7 GByte. Allerdings bringt Vista umfangreiche Programmbibliotheken mit, so zum Beispiel das .NET-Framework 3.0 und unzählige Treiberdateien. Die Grundinstallation lässt sich nur mit Mühe deutlich verkleinern, und mit zusätzlichen Programmen für Büroaufgaben, Multimediabearbeitung und Programmierung belegt Vista schnell 15 GByte auf der Platte. Das ist mehr als das Fünffache einer Linux-Distribution. Konzentriert sich Achim auf die Anwendungen, die er für seine Aufgaben benötigt, genügen einige hundert MByte. Besonders kleine Distributionen, wie zum Beispiel Damn Small Linux (DSL), beanspruchen gerade einmal 35 MByte.
Schlankes System
| Funktion | Vista | Linux |
|---|---|---|
| Installationsgröße | ca. 7 GByte | 35 MByte bis 2 GByte |
| aktive Dienste | ca. 70 | ca. 40 |
| CPU | min. 1 GHz | min. i386 |
| Arbeitsspeicher | min. 1 GByte | min. 32 MByte |
| Grafikkarte | min. 128 MByte, 32 Bit | 1 MByte, VGA |



