Extrem schnittig
Videoeditor LiVES
Multitrack-Modus
Der Standard-Betriebsmodus von LiVES hört auf den Namen Clip Mode. Um die einzelnen Videoschnipsel zu einem kompletten Film zu kombinieren, wechseln Sie zunächst in den so genannten Multitrack-Modus: Er versteckt sich hinter dem Menüpunkt EditMULTITRACK mode. LiVES öffnet ein neues Fenster, in dem es die Eckdaten des späteren Films abfragt. Sofern Sie mit Material aus einer digitalen Videokamera arbeiten, passen die Werte des PAL-Standards. Nach einem Klick auf OK wechselt LiVES in den Multitrack-Modus (Abbildung 6).
In der neuen Ansicht wechselt das Vorschaufenster an den linken Rand, in der Mitte warten die geladenen Szenen. Ganz rechts schließt ein Informationsfenster den oberen Fensterteil ab. Den unteren Teil des Fensters beherrscht eine aufgebohrte Zeitleiste: Direkt unterhalb des Lineals finden sich standardmäßig die zwei Spuren Video 1 und Video 0, auf denen Sie die Videos, ganz wie richtige Filmstreifen auf einem Schreibtisch, gemäß ihrer gewünschten Reihenfolge anordnen.
Dazu wählen Sie einen der Clips aus dem oberen, mittleren Bereich. Fehlt dieser Bereich, genügt ein Druck auf [C], um ihn erscheinen zu lassen. Halten Sie die linke Maustaste gedrückt und ziehen den Filmschnipsel an die gewünschte Position auf der Zeitleiste. Dort erscheint der Clip daraufhin als Balken, dessen Länge der Spieldauer entspricht. Als Orientierungshilfe füllt LiVES den Balken mit Bildern aus der Szene. Erscheint Ihnen die Anordnung zu fummelig, dürfen Sie über das Menü View in die Darstellung hinein- und aus ihr herauszoomen.
Um die Videos in die richtige Reihenfolge zu bringen, genügt bereits die oberste Spur. Hilfe bei der Ausrichtung der Filme bietet die Snap-Funktion, die Sie über die Schaltfläche Snap mode in der Menüleiste aktivieren. Steht hier on, richtet LiVES alle in der Timeline abgelegten Filme immer bündig an den anderen Szenen aus (Abbildung 7).
Damit wäre das Video an seinem Platz – es fehlt nur noch der Ton. Für das Audiomaterial zeichnet die Spur Backing Audio verantwortlich. Um sie zu füllen, ziehen Sie einfach eine Filmsequenz auf diese Spur. Deren Tonmaterial erscheint dann genau wie ein Film als Block, den Sie nach dem bekannten Muster beliebig verschieben.
Blendwerk
Um einem Video einen einfachen Effekt zuzuweisen, führen Sie über dem Clip einen Doppelklick aus. Die Sequenz erscheint dann als grauer, durchkreuzter Kasten: Damit gilt der Filmschnipsel als ausgewählt. Im oberen Bereich ersetzen wieder zwei Vorschaufenster die Liste mit den Videofilmen. Diese neue Ansicht funktioniert ganz analog zu der bereits bekannten aus dem Clip Mode: Über die beiden Eingabefelder direkt unter den Vorschaubildern legen Sie den Start- und Endpunkt fest.
Wählen Sie nun aus dem Menü Effects den Punkt Apply effect to block und entscheiden Sie sich für einen der zur Verfügung stehenden Videoeffekte. Das hier bereitgestellte Angebot unterscheidet sich übrigens von demjenigen im Clip Mode. In Abbildung 8 wurde als Beispiel der Effekt colour correction gewählt. Die Einstellungen erscheinen in Form von Reglern in der Mitte des oberen Bildschirms, wobei das Fenster zur linken eine kleine Vorschau präsentiert.
Die dargestellten Einstellungen gelten immer für einen ganz bestimmten Zeitpunkt. Welcher dies ist, verrät die Zahl neben Apply. Mit dem Schieberegler rechts daneben gelingt eine schnelle Auswahl. Fahren Sie zur Übung an das Ende der Szene, indem Sie den Regler nach rechts schieben. Ziehen Sie nun alle Regler der Effekteinstellungen nach links auf 0. Klicken Sie auf die Schaltfläche Apply, um die neuen Einstellungen diesem Zeitpunkt zuzuweisen und anschließend auf show frame preview, um das Vorschaubild zu aktualisieren. Gemäß den gewählten Einstellungen wird der Bildschirm schwarz.
Ziehen Sie nun den Regler neben der Schaltfläche Apply hin und her. Beobachten Sie dabei die Einstellungen des Effekts: Sie rutschen vom Beginn bis zum Ende nach links. Der Effekt blendet das Video langsam aus. Dieses auf den ersten Blick recht merkwürdige Verhalten ist jedoch erwünscht: Damit Sie nicht für jedes Bild die Effekteinstellungen setzen müssen, berechnet LiVES selbständig alle nötigen Zwischenwerte.
Um eine feinere Kontrolle über den Effektverlauf zu erlangen, weisen Sie weiteren Zeitpunkten neue Einstellungen zu. Mittels Prev node und Next node springen Sie zwischen den einzelnen Punkten bequem hin und her.
Um einen Effekt wieder loswerden, wählen Sie zunächst aus dem Menü EffectsList/Edit effects at current time/track und klicken dann den gewünschten Effekt mit der Maus an. Der Punkt EffectsDelete selected effect entfernt den Kandidaten.



