Extrem schnittig
Videoeditor LiVES
Hereinspaziert
Vor der Nachbearbeitung muss das mühsam gedrehte Filmmaterial zunächst irgendwie auf die Festplatte gelangen. LiVES unterstützt Digitalkameras mit Firewire-Schnittstelle (auch iLink oder IEEE1394 genannt), die alle halbwegs aktuellen Amateurkameras mitbringen. Es genügt, die Kamera über ein Kabel in die passende Buchse am PC zu stöpseln und anschließend in den Wiedergabemodus zu schalten. Verfügt Ihr PC nicht über einen Firewire-Anschluss, erhalten Sie im Fachhandel Steckkarten, die diese Funktion nachrüsten.
Rufen Sie nun im Hauptmenü von LiVES den Punkt FileImport from DeviceImport from Firewire Device (dv) auf. Es erscheint das Fenster aus Abbildung 2. Mit den Schaltflächen oben rechts in der Werkzeugleiste starten Sie die Wiedergabe (Play) und spulen vor (Forward) oder zurück (Rewind). Allerdings zeigt LiVES dabei keine Vorschau. Sie müssen folglich mit Ihrem Sucher oder dem LCD-Display an der Kamera vorlieb nehmen. Haben Sie den Anfang der ersten Szene gefunden, die später auch im fertigen Video auftauchen soll, klicken Sie auf Grab und am Ende der Szene auf Stop.
Das eingelesene Videomaterial wandert in eine Datei, die den Namen trägt, den Sie hinter Filename eintragen. Sie finden die Filme dann im Verzeichnis, das neben Save Directory steht. Dieses sollte ebenso über genügend freien Speicherplatz verfügen: Eine Minute digitales Video verschlingt gute 200 MByte.
Ärgerlicherweise erkennt LiVES Szenen nicht automatisch, Sie müssen also den gesamten Vorgang mit der nächsten Szene wiederholen. Immerhin hängt die Software dem Dateinamen automatisch eine fortlaufende dreistellige Nummer sowie die Endung .dv an. Haben Sie alle Szenen beisammen, geht es mit einem Klick auf Close Window wieder zurück zum Hauptfenster.
Einlesen
Nachdem sich das Rohmaterial auf der Festplatte befindet, laden Sie die erste Szene über den Menüpunkt FileOpen File/Directory. Im nun erscheinenden Fenster wählen Sie die entsprechende Videodatei aus. Eine Alternative bietet der Menüpunkt FileOpen File Selection, der es ermöglicht, lediglich einen Ausschnitt der Datei zu laden.
In beiden Fällen überführt LiVES nach einem Klick auf OK das Videomaterial in ein eigenes, internes Format. Je nach Dateiart und Kompressionsgrad dauert diese Umwandlung schon bei kleinen Filmschnipseln mehrere Minuten. Währenddessen präsentiert LiVES keinerlei Vorschau, und auch der immerhin vorhandene Fortschrittsbalken bleibt während des gesamten Vorgangs bei wenigen Prozentpunkten stehen. Lediglich das leise Surren der Festplatte verrät, dass der Computer noch lebt. Wem das alles zu lange dauert, der bricht den Vorgang mit Cancel komplett ab oder arbeitet über Enough mit dem bisher konvertierten Material weiter (Abbildung 3).
Nach dem Umwandeln arbeitet LiVES nur noch mit einer im Hintergrund erstellten Kopie. Das schützt die Originaldatei bei allen folgenden Manipulationen. Zudem lassen sich die Videoeffekte schneller anwenden und berechnen – so lautet zumindest die Theorie. In der Praxis kostet die Berechnung einiger Effekte deutlich mehr Zeit als in vergleichbaren Anwendungen.



