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Distribits

01.04.2007

Schweizer Linux zum Aufbohren

Die Schweizer Distribution Paldo (http://www.paldo.org) setzt auf Gnome als Desktop setzt und legt besonderen Wert auf einfache Erweiterbarkeit. Der Name Paldo steht dabei für "Pure Adaptable Linux Distribution". Paldo nutzt das in Mono implementierte Paketverwaltungssystem Upkg (http://www.upkg.org) zum Bauen und Verwalten von Softwarepaketen.

Upkg verwendet XML-Spezifikationen, um Softwarepakete zu verwalten, und erlaubt, jedes Softwarepaket durch eigene lokale Paketarchive zu verändern und an die eigenen Bedürfnisse anzupassen. Paldo verwendet ausschließlich ungepatchte Softwarepakete. Sollten Änderungen an Programmen nötig sein, geben die Paldo-Entwickler diese an die Softwareautoren weiter.

Paldo besteht wie Debian aus vier Entwicklungszweigen: Stable, Unstable, Testing und Experimental. Im Stable-Zweig dient Gnome 2.16 als Desktop, unstable bringt zusätzlich XFCE 4.4 mit. Demnächsten wollen die Entwickler KDE 3.5.6 in den Testing-Zweig integrieren. Zurzeit unterstützt Paldo die Sprachen Deutsch und Englisch. Das größte Manko der Distribution stellt das Fehlen eines Installationsprogramms dar. Eine ausführliche, deutschsprachige Anleitung http://amnonsblog.blogspot.com/2006/11/installation-von-paldo-linux-german.html schildert, wie man das System mit einiger Handarbeit auf der Festplatte einrichtet.

Um dem Anspruch an Einfachheit gerecht zu werden, bringt Paldo für jeden Zweck genau ein Programm mit. Der Stable-Zweig enthält Abiword 2.4.6, Dia 0.96 und Gnumeric 1.6.3 für die Büroarbeit sowie Firefox 2.0.0 und Evolution 2.9.91 fürs Internet. Auch PPPoE-Support ist mit an Bord, sodass die Einwahl ins Netz via DSL keine Probleme bereitet. Über Bluetooth und WLAN findet das System auch drahtlos Anschluss an die Umwelt. Eine Unterstützung für ISDN fehlt allerdings.

Datensicherung nicht nur für Windows

Mit CDriveBack stellt das Unternehmen LCC Digital (http://www.lccdigital.com) eine Live-Distribution zum kostenlosen Download zur Verfügung gestellt, die ein problemloses Backup einer Windows-Systempartition ermöglicht.

Zwar richtet sich CDriveBack vornehmlich an Windows-Nutzer, eignet sich aber auch für Linux-Nutzer, die vor der Installation einer Distribution das parallel vorhandene Windows-System sichern möchten. CDriveBack versteht sich auf das Backup und das Wiederherstellen von FAT32- und NTFS-Partitionen.

Das Sichern des Windows-Laufwerks C: erledigen Sie mit CDriveBack in nur zwei Schritten: Sie starten die Distribution und drücken einmal die Eingabetaste, um eine Kopie der Systempartition auf dem gleichen Laufwerk abzulegen. Als Backup-Programm nutzt die Distribution DAR (http://dar.linux.free.fr/), das sowohl das Zurückspielen der ganzen Partition als auch ein Restore einzelner Dateien aus dem Archiv ermöglicht.

Vector Linux in 3D

Die auf Slackware basierende Desktop-Distribution Vector Linux (http://www.vectorlinux.com) verstand sich ursprünglich als kompakte Distribution, die alle Werkzeuge für die tägliche Büroarbeit mitbrachte und auch auf schmalbrüstigen Rechnern noch benutzbar bleiben sollte. Nun erlagen die Entwickler aber offenbar dem Charme des 3D-Desktops: In der aktuellen Version 5.8 hat mit Beryl (http://www.beryl-project.org/) eine Technik Einzug gehalten, die den beliebten Cube auch auf den Vector-Linux-Bildschirm zaubert. Das setzt neben einer aktuellen Grafikkarte allerdings auch einen schnellen Prozessor voraus. Für Nutzer älterer PC halten die Entwickler allerdings immer noch eine Distributionsversion ohne Beryl vor.

In der aktuellen Version setzt Vector Linux auf den Kernel 2.6.18.5, der eine verbesserte Unterstützung von SATA-Festplatten mitbringt. Auch die Einbindung von USB-Geräten via Udev haben die Entwickler deutlich verbessert. Als Desktop kommt das aktuelle XFCE 4.4 zum Einsatz, hinzu gesellen sich Seamonkey, Firefox und Opera für die Arbeit im Netz. Mit Gimp und Xara LX lassen sich grafische Aufgaben erledigen, zur Büroarbeit dienen die Textverarbeitung Abiword und die Tabellenkalkulation Gnumeric. Das Softwareangebot lässt sich problemlos aus dem großen Slackware-Pool erweitern, wozu mit Gslapt ein grafisches Programm zur Verfügung steht.

Vector Linux ist eine solide ausgestattete Desktop-Distribution.

Fedora sammelt Daten

Mit Hilfe des Programms Smolt (http://smolt.fedoraprojects.org) möchten die Entwickler von Fedora (http://fedora.redhat.com) mehr Informationen über die Hardwareausstattung ihrer Nutzerbasis gewinnen.

Smolt stammt von Mike McGrath und liegt aktuell in Version 0.6.1 vor. Das Programm lässt sich über die Paketverwaltung installieren und analysiert die Hardware des Rechners, auf dem es läuft. Zur Hardware-Erkennung greift das Programm auf HAL zurück. Sofern der Benutzer einverstanden ist, sendet Smolt die gewonnenen Daten an das Fedora-Projekt. Die gesammelten Daten präsentiert die Webseite http://smolt.fedoraprojects.org/stats in Form von Statistiken.

Bei der Übermittlung der Daten generiert Smolt einen Identifikator (UUID), der mit hoher Wahrscheinlichkeit eindeutig ist. Nach Angaben des Projekts lässt die UUID aber keinen Rückschluss auf den Absender der Daten zu.

Ein Desktop für unterwegs

Aus Rumänien stammt NimbleX (http://www.nimblex.net), eine Kleinst-Distribution für Mini-CDs und USB-Sticks. Sie lässt sich sowohl als mobiles Büro als auch zur Systemanalyse einsetzen, ein integrierter Server erlaubt den Start des Systems über das Netz.

NimbleX startet von CD recht flott in einen KDE-Desktop, der mit KOffice, Konqueror und KMail eine rudimentäre Ausstattung für die Büroarbeit mitbringt. Wer KDE zu üppig findet, kann stattdessen auch Icewm einsetzen, das sich mit wesentlich weniger Rechenleistung zufrieden gibt.

Für die Datenrettung und Systemanalyse bietet NimbleX neben der Unterstützung der üblichen Linux-Dateisysteme vollen Lese- und Schreibzugriff auf NTFS-formatierte Datenträger. Per Bluetooth und WLAN findet das System problemlos Anschluss an drahtlose Netze. Ein neuer Paketmanager gestattet das Nachinstallieren von Programmen über das Internet komfortabel. Zusätzlich hat NimbleX noch Server für HTTP, FTP und PXE an Bord.

NimbleX ist ebenso ein kompaktes Büro wie auch ein Werkzeugkasten zur Systemanalyse.

Solaris und Linux vereint

Die Live-Distribution Belenix (http://www.genunix.org/distributions/belenix_site/) kombiniert Suns OpenSolaris mit Linux-Technologie. In der aktuellen Version verwendet sie OpenSolaris Build 52 als Basis. Dieses Release verbessert durch Integration von HAL und D-Bus die Hardware-Erkennung deutlich, auch das Zusammenspiel mit USB-Geräten funktioniert jetzt sicherer. Dank der überarbeiteten C++-Runtime-Bibliotheken funktioniert auch Java jetzt problemlos unter Belenix; es wird allerdings nicht mitgeliefert, sondern muss separat installiert werden.

Ein mit Hilfe von Perl-curses geschriebenes Programm erleichtert die Einrichtung des X-Servers, beschleunigte 3D-Treiber von Nvidia ermöglichen auf mit Quadro- und Geforce-Grafik ausgestatteten Systemen unter XFCE Effekte wie Transparenz oder Schatten. Die Softwareausstattung der Distribution orientiert am Einsatz als Desktop: Das aktuelle KDE mit KOffice 1.6, Firefox 2.0 und Thunderbird 1.5.0.8 bieten dafür eine solide Grundlage.

Belenix kombiniert den Solaris-Kernel mit Linux-Technik und bekannten Open-Source-Anwendungen.

OpenSuse 10.3 im Alpha-Stadium

Die Entwickler von OpenSuse (http://www.opensuse.org) haben die erste Version des kommenden OpenSuse 10.3 zum Download und Testen bereit gestellt. Die wichtigsten Neuerungen stellen die Verlagerung von Gnome ins Verzeichnis /usr, die Aktualisierung von KDE auf die Version 3.5.6 und der frische Kernel 2.6.20 dar. Mit Hilfe von Luks (http://luks.endorphin.org/) verschlüsselt das System ganze Partitionen und sichert sie so vor unberechtigtem Zugriff. Die Alpha-Version lässt sich über Bittorrent oder von den OpenSuse-Servern herunterladen. Noch ist das System sehr instabil, die Entwickler warnen ausdrücklich vor der Verwendung auf Produktivsystemen. (Frank Wieduwilt/jlu)

Freie PDA-Oberfläche für Handys

Die Linux-basierte PDA-Oberfläche GPE (http://gpe.linuxtogo.org) wird künftig auch auf Mobiltelefonen laufen. Die Entwickler hoben dazu ein neues Unterprojekt aus der Taufe, in dessen Rahmen ein kompletter Stack einschließlich Anwendungen und Bibliotheken entsteht. GPE basiert auf Gtk+ und läuft unter anderem auf Handhelds von HP.

Den Entwicklern schwebt als Ziel ein kompletter Satz von Bibliotheken, Anwendungen und Dokumentation vor, der es Herstellern ermöglicht, das System auf ihre Hardware anzupassen. Zurzeit existieren eine Laufzeitumgebung für Programme und Sprachanrufe sowie einfache PIM-Anwendungen. Die Entwicklerversion der "GPE Phone Edition" liegt auf der Homepage des Projekts zum Herunterladen bereit. Dort gibt es auch ein VMware-Image, um das System in einer virtuellen Maschine auszuprobieren.

Kurz notiert

Die OpenPrinting Workgroup (http://www.linux-foundation.org/OpenPrinting) der Linux Foundation hat eine Reihe von Druckertreibern veröffentlicht, die sich auf allen zu LSB 3.1 kompatiblen Distributionen mit ein wenig Handarbeit installieren lassen. Die Arbeitsgruppe verspricht sich durch derartige Treiber eine Arbeitserleichterung für Paketierer und Hardwarehersteller, die nur noch ein Treiberpaket zusammenstellen müssen, das dann auf verschiedenen Distributionen funktioniert.

Ab der kommenden Release 2.0 verwendet Linspire (http://www.linspire.com) Ubuntu anstatt Debian als Grundlage. Linspire möchte von der Arbeit der Ubuntu-Entwickler in Hinblick auf Stabilität und Benutzerfreundlichkeit profitieren. Im Gegenzug erhält Ubuntu Zugriff auf das Click-n-Run-System von Linspire, das die Verteilung und Installation von Software für Benutzer erleichtert. Bereits in Ubuntu 7.04 soll ein Click-and-Run-Client erhalten.

Das Linux Professional Institute (LPI) (http://www.lpi.org) hat eine neue Stufe der Linux-Zertifizierung LPIC ins Leben gerufen: LPIC-3 richtet sich an erfahrene Systemadministratoren. Die Zertifizierung verlangt das Absolvieren eines obligatorischen Kernmoduls (Prüfung 301), das der Prüfling um zusätzliche Tests ausbauen kann. Zurzeit gibt es allerdings nur die Erweiterung "Mixed Environment" (Prüfung 302). Die LPIC-3-Prüfung kostet 250 US-Dollar und lässt sich in allen LPI-Prüfungszentren ablegen.

Terrasoft Solutions, der Hersteller von Yellow Dog Linux (YDL, http://www.yellowdoglinux.com), stellt die aktuelle Version 5.0 der Distribution jetzt auch für Power-Macs zur Verfügung gestellt. Bisher gab es YDL 5 nur für die Playstation 3 von Sony. Die Distribution basiert auf Kernel 2.6.16, GCC 3.4.4 und Glibc 2.4 – allesamt schon nicht mehr taufrisch. Als Desktop kommt Enlightenment 17 zum Einsatz. Auf DVD kostet das System ohne Support 50 US-Dollar, mit sechsmonatigem Installationssupport 100 US-Dollar.

Die Entwickler von Fedora (http://fedora.redhat.com) haben sich entschlossen, mit der Veröffentlichung von Fedora 7 noch ein wenig zu warten: Ursprünglich war die Release für Ende April 2007 geplant, jetzt soll Fedora 7 am 24. Mai 2007 erscheinen. Grund für die Verschiebung: Die Anpassung des Buildsystems und die Zusammenführung der Repositories Core und Extras dauert länger dauert als ursprünglich geplant.

Das Debian-Projekt (http://www.debian.org) hat die fünfte Aktualisierung des stabilen Zweigs der Distribution herausgegeben. Debian GNU/Linux Sarge 3.1r5 fasst die Fehlerkorrekturen und Sicherheitspatches der letzten Monate zusammen. Wer sein System ohnehin stets auf dem neuesten Stand hält, hat diese Änderungen bereits integriert.

Unter dem Namen OpenSuse Community (http://opensusecommunity.org) haben engagierte OpenSuse-Benutzer eine Website eingerichtet, die Anwendern Informationen zur Konfiguration und Benutzung von OpenSuse anbietet. Am der als Wiki organisierten Site können alle Interessenten mitarbeiten und Inhalte beisteuern.

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LinuxUser 03/2012

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