Windows-Treiber

Für einige WLAN-Geräte gibt es keinerlei native Linux-Treiber. Zusammen mit dem Tool Ndiswrapper lassen sich diese aber über den Windows-Treiber in Betrieb nehmen. Suse-Benutzer installieren Ndiswrapper von der DVD nach, bei Ubuntu finden Sie das Paket im Main-Repository. Achten Sie darauf, unter "Edgy" das Paket ndiswrapper-utils-1.8 zu installieren, nicht etwa die Version 1.1.

Von den getesteten Geräten ließen sich so der WLAN-Stick von AVM und die beiden Netgear-Geräte in Betrieb nehmen. Das USB-Testgerät von Netgear hatte allerdings einen Hardware-Fehler und ließ sich auch unter Windows nicht aktivieren. Für die PC-Card von Sitecom können Sie zwar Treiber aus dem Internet herunterladen, die Ndiswrapper auch lädt. Das Testgerät gab dennoch keinen Mucks von sich, vom Kauf der Sitecom-PC-Card ist deshalb dringend abzuraten. Wir erklären im folgenden, wie Sie den AVM-Stick mit Hilfe von Ndiswrapper in Betrieb nehmen – bei anderen Geräten funktioniert es analog.

Sobald Sie den Stick zum ersten Mal an Ihren Linux-Rechner anschließen, begrüßt Sie der AVM-Adapter mit einer kleinen Überraschung: Die Hardware meldet sich als CD-ROM-Laufwerk beim System an (Abbildung 1), von dem aus per Autorun-Funktion ohne Zutun des Benutzers der Windows-Treiber installiert werden soll – was unter Linux natürlich nicht funktioniert. Nach rund 30 Sekunden ist der Spuk vorbei, der Stick schaltet in den WLAN-Modus um.

Legen Sie nun die Treiber-CD ins Laufwerk ein und wechseln Sie auf der Kommandozeile in deren Hauptverzeichnis. Hier liegt die Datei fwlan.inf. Diese installieren Sie mit administrativen Rechten über den Befehl ndiswrapper -i fwlan.inf. Anschließend laden Sie mit dem Kommando modprobe ndiswrapperdas Ndiswrapper-Modul.

Die Ausgabe von iwconfig zeigt Ihnen jetzt das WLAN-Gerät wlan0 an, das sich über die Standardwege in Betrieb nehmen lässt. Ob die Installation des Treibers geklappt hat beziehungsweise, welche Treiber installiert sind, erkennen Sie an der Ausgabe von ndiswrapper -l.

Abbildung 1: Schlechter Spaß: Anstelle eines WLAN-Sticks erhalten AVM-Kunden nur ein Pseudo-CD-Laufwerk. Dank Ndiswrapper lässt sich der Stick unter Linux aber trotzdem nutzen.

Aber sicher

WLAN-Netze haben einen Nachteil: Prinzipbedingt kann jeder mithören. Aus Sicherheitsgründen sollten Sie Ihr Funknetz deshalb mit WPA oder mit WPA2 verschlüsseln. Versuche, das drahtlose Netz per WEP-Key, mit einer versteckten ESSID oder einer Kontrolle der MAC-Adresse abzuschirmen, halten vielleicht den neugierigen Nachbarn vom eigenen WLAN-Netz fern. Gegen einen professionell geführten Einbruch bringen sie aber keinen zureichenden Schutz. Wer sein Funknetz täglich länger als eine Stunde betreibt, sollte unbedingt eine WPA-Verschlüsselung benutzen. Der Artikel erklärt im Folgenden, wie Sie diese für die getesteten Geräte einrichten.

Die traditionelle Methode benutzt unter Linux das Tool wpa_supplicant. Es tauscht in bestimmten Abständen einen neuen Schlüssel mit dem Router aus, sodass ein Angreifer gar nicht die Zeit hat, den Key zu knacken. Zum manuellem Setup von wpa_supplicant finden Sie Anleitungen in diversen Foren. Der Artikel verzichtet aber an dieser Stelle auf eine ausführliche Erklärung, da die Einrichtung mit Hilfe des Networkmanagers (beliebige Distro) oder mit YaST (Suse) deutlich einfacher ist. Eine häufige Fehlerquelle beim Einrichten von WPA-Supplicant stellt die Passphrase dar. Am besten erstellen Sie diese auf Ihrem Linux-Rechner mit dem Befehl:

wpa_passphrase ESSID

Die ESSID müssen Sie dazu durch die Netzwerk-ID des Funknetzes ersetzen. Danach tippen Sie das gewünschte Passwort ein und bestätigen die Eingabe. Das Programm erstellt nun einen 64-stelligen hexadezimalen Schlüssel. Diesen richten Sie über die Weboberfläche des Routers als Schlüssel ein. Nur so ist garantiert, dass der Networkmanager bei der Eingabe des Passwortes den richtigen Schlüssel übermittelt.

Benutzen Sie in der Regel nur ein Funknetz, sollten Sie die Konfiguration unter Suse mit YaST vornehmen. Details dazu finden Sie in den Suse-Handbüchern. Bei einigen Adaptern erkennt YaST jedoch nicht, dass es sich dabei um WLAN-Geräte handelt. Hier müssen Sie den Typ manuell von Ethernet zu Drahtlos umstellen. Die Warnmeldung von YaST können Sie ignorieren.

Das Setup per Networkmanager ist jedoch deutlich einfacher. Unter Suse gehört das Programm zur Standardinstallation, Benutzer von Ubuntu installieren das Paket network-manager-gnome (Gnome) beziehungsweise knetworkmanager (KDE) nach. Das Gnome-Applet starten Sie über den Befehl nm-applet, den KDE-Netzwerkmanager über knetworkmanager. Nach einem Klick auf das Applet zeigt es die gefundenen WLANs an (Abbildung 2). Hier wählen Sie das gewünschte Netz aus. Im folgenden Dialog zeigt der Networkmanager die richtige Verschlüsselung bereits an (Abbildung 3), Sie müssen nur noch das Passwort eingeben.

Abbildung 2: Per Klick auf das Networkmanager-Symbol durchsuchen Sie die Funknetze der Umgebung.
Abbildung 3: WPA leicht gemacht: einfach das Passwort oder den Schlüssel eingeben – schon sind Sie online.

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