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01.03.2007

PIM-Neujahrs-Treffen bei KDE

In der zweiten Januarwoche trafen sich die Entwickler der KDE-PIM-Anwendungen (Personal Information Management) in Osnabrück. Bei dem Treffen, das bereits zum fünften Mal in den Räumen der Firma Intevation stattfand, besprach man vor allem den Stand des Projekts, zu dem unter anderem die zu der Kontact-Suite vereinigten Anwendungen KMail, KOrganizer und KAddressbook gehören.

Als zentrales Thema kristallisierte sich das PIM-Backend Akonadi heraus, das künftig für die Speicherung von PIM-Daten sowie das Offline-Caching übernehmen soll, das in KDE 4 die individuellen Anwendungen verantworten. Außerdem diskutierten die Teilnehmer über ein effizientes Design, das auch den Anforderungen großer Firmen genügt. Zudem entwarfen die Entwickler Strategien, um die Anwendungsoberfläche bereits entwickeln zu können, bevor Akonadi vollständig fertiggestellt ist.

Auch der bestehenden Codebasis von KDE 3 soll weiterhin Pflege zukommen: Dazu wird der so genannte Enterprise-Branch von KDE 3.5 dienen, in die Entwickler auch weiterhin Bugs beheben. Das ist vor allem für das Kolab-Projekt wichtig, das Kontact als offiziellen Client verwendet.

Ein Zusammenschluss von Distributoren, Entwicklern und Firmen, die PIM-Anwendungen einsetzen, soll künftig über eine Mailingliste die Pflege des PIM-Moduls übernehmen – das erledigte bislang das Kolab-Konsortium über eine eigene Bugliste.

Auch diesmal mit neuen Gesichtern: Das traditionelle Gruppenfoto an der Hase in Osnabrück.

Kontakte für Kicker

Das Contacts-Applet für die KDE-Taskleiste Kicker macht das Öffnen von Kontact oder KAddressbook überflüssig: In der aktuellen Version 0.5.2 legt es einen Knopf im Stil des K-Menüs an, der die Adressbucheinträge als Popupmenü anzeigt. Die Daten der einzelnen Kontakte lassen sich so direkt zum Versenden von E-Mails oder zur Darstellung der Adresse in Google Maps nutzen. Häufig verwendete Kontakte integriert Contacts als eigene Schalter in die Taskleiste. Das Applet bringt eine deutsche Lokalisierung mit, kann derzeit jedoch nur als Quellpaket von http://www.kde-apps.org bezogen werden.

Das Contacts-Applet stellt häufig genutzte Kontakte als eigene Buttons dar.

KDE 4 mit neuem Konzept für Jobs

Die Idee, alle laufenden Jobs von einer zentralen Stelle aus zu steuern, verfolgen viele Programme. So kommen die meisten Browser wie Firefox, Opera oder Konqueror von Anfang an mit einem Downloadmanager, und auch Anwendungen wie K3b haben individuelle Wege gefunden, ihren Arbeitsfortschritt in eigenen Fenstern zu signalisieren.

In KDE 4 sollen diese Informationen nach dem Willen der Entwickler an einem zentralen Punkt der GUI zusammenlaufen. Egal ob Dateitransfer, Druckvorgang oder Brennvorgang: Alle Jobs sollen sich von einem zentralen Ort aus steuern lassen, das D-Bus-Protokoll übernimmt die Kommunikation mit den einzelnen Anwendungen.

Nach einem auf KDE-Look.org veröffentlichten Vorschlag arbeitet nun der Entwickler Rafael Fernandez Lopez daran, diese Vision in die Realität umzusetzen: In der aktuellen Version, die vor kurzem in KDE einfloss, zeigen Programme ihre Jobs in einem zentralen Fenster an. Über Schaltflächen nimmt der Benutzer Einfluss auf sie und stoppt oder unterbricht so einzelne Jobs.

Programme wie Konqueror, die bislang bei allen Transfers einen externen Dialog öffnen, können außerdem künftig selber definieren, wie sie den Verlauf einer Operation visualisieren möchten. Im vorliegenden Entwurf integriert der Dateimanager den Kopierstatus einfach in den Dateieigenschaften.

Dieser Mockup zeigt, wie's später aussehen soll: Die Übersicht Tasks in Progress zeigt alle aktuell laufenden Jobs, Konqueror visualisiert den Kopierstatus.

Statistik-Profi

Die Rkward-Entwickler haben die neue Version 0.4.5 der Statistiksoftware herausgegeben. Rkward, bislang vor allem eine Oberfläche für die Statistiksprache "R", soll in Richtung kommerzieller Statistiksoftware weiterentwickelt werden. Das pluginbasierte Programm setzt vor allem auf die Zusammenarbeit mit "R", für das es bereits zahlreiche Zusatzmodule anbietet, darunter Tabellenansichten und Assistenten für Histogrammdarstellungen.

Neu in Version 0.4.5 sind unter anderem verschiedene Plugins zur Analyse von Verteilungen, ein einfaches Hilfesystem sowie zahlreiche Verbesserung in der GUI. Die Quelltexte der Software finden sich auf der Homepage des Projekts (http://rkward.sf.net) zum Download. Zum übersetzen benötigen Sie neben den Entwicklungspaketen von KDE und "R" auch die Kommandozeilenversion von PHP.

Rkward erstellt mit Hilfe des "R"-Pakets Wizard-gesteuert Histogramme.

Qt 4.3 mit Javascript

Die kommende Qt-Version bringt standardmäßig Unterstützung für Javascript mit. Wie Trolltech-Entwickler Kent Sandvik im seinem Blog bekanntgab, werden Programmentwickler mit dem Qtscript-Modul ein Scripting-Interface für ihre Programme anbieten können.

Bereits für Qt 3 bot das norwegische Unternehmen ein Produkt namens QSA (Qt Scripting for Applications) an, dass man jedoch zusätzlich lizenzieren musste. Das zu QSA inkompatible Qtscript unterliegt als Teil von Qt der Duallizensierung: Die Bibliothek darf man für freie Software unter den Bedingungen der GPL nutzen, für proprietäre Software ist eine Lizenz notwendig.

Neue Rechtschreibkorrektur für KDE 4

Ein neues Modul für Rechtschreibkorrektur mit dem Namen Sonnet soll in KDE 4 für mehr Flexibilität sorgen. So erkennt Sonnet automatisch, in welcher Sprache ein Textstück vorliegt. Bislang kann der Spellchecker zwischen 112 Sprachen unterscheiden, weitere sollen hinzukommen. In KDE 3 allerdings muss der Anwender die korrekte Sprache noch manuell einstellen. Entwickler Jacob Rideout sucht derzeit nach der optimalen Möglichkeit, Sonnet in KDE 4 zu integrieren. Außerdem erhält Sonnet noch eine Grammatikprüfung, die auf dem Elixier-Framework basieren soll.

KDE-Gesichter kennenlernen

Wer sich schon immer gefragt hat, welche Menschen sich hinter den KDE-Anwendungen verbergen, findet Antworten auf der Seite http://behindkde.org. Dort stellt Danny Allen alle zwei Wochen ein neues Gesicht vor und schickt die Entwickler durch einen interessanten Parcours von Fragen.

Allen, der bereits mit dem KDE-Commit-Digest (http://commit-digest.org) eine wöchentliche Zusammenfassung der neusten Geschehnisse in der KDE-Entwicklung abliefert, schickt jetzt die Serie "People Behind KDE" in die dritte Runde. Zuvor betreuten Tink Bastian und später das niederländische KDE-Team die Interview-Reihe.

Anpassbares Router-OS FreeWRT stabil

Das Team um Initiator Waldemar Brodkorb hat kurz hintereinander die Version 1.0 der FreeWRT-Software für Wireless-Router und die Bugfix-Version 1.0.1 freigegeben. Im Gegensatz zu OpenWRT oder DD-WRT dient FreeWRT als Baukasten, aus dem sich jeder die für ihn passende Firmware zusammenstellen kann. Zusammen mit einem festen Release-Zyklus soll dies vor allem Hardwarehersteller und Systemintegratoren dazu motivieren, ihre Firmware auf FreeWRT aufzubauen. Zu den unterstützten Modellen zählen zahlreiche Geräte von ASUS und Linksys sowie der Netgear WGT634u.

Auf der Website (http://www.freewrt.org/) bieten die Entwickler neben einer Roadmap, einem Handbuch und viel Dokumentation auch ein webbasiertes Build-System, das dem Interessenten das Aufsetzen einer eigenen Build-Umgebung erspart.

Vor rund sieben Monaten hatte Brodkorb das OpenWRT-Team verlassen, weil er mit dessen Release-Politik unzufrieden war: Dort hatte man selbst an Release-Kandidaten noch substantielle Änderungen vorgenommen.

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