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01.03.2007

Debian und Ubuntu für Windows

Für die Distributionen Debian (http://www.debian.org) und Ubuntu (http://www.ubuntu.com) sind Installationsprogramme erschienen, die das Einrichten eines Linux-Systems aus Windows heraus ermöglichen, ohne dass Sie den PC von einer CD neu starten müssen. Der Debian-Installer für Windows (http://goodbye-microsoft.com) lädt den Netboot-Installer von Debian aus dem Netz. Nach der Wahl zwischen grafischer und textbasierter Installation trägt sich der Netboot-Installer in die boot.ini von Windows ein.

Nach einem Neustart steht der Installer von Debian neben Windows als Startoption zur Wahl. Der Installer legt eine Partitionen für das Linux-System an und installiert anschließend das Debian-System über das Internet. Dabei erkennt der Installer selbständig, ob es sich um ein 64-Bit-System handelt und lädt die passenden Pakete.

Der Ubuntu-Installer für Windows (http://wiki.ubuntu.com/install.exe) geht einen anderen Weg. Das Programm liegt zur Zeit als Betaversion vor. Die Software legt ein Image auf der NTFS-Partition an, das das Linux-System enthält. Es ist also kein Neupartitionieren der Festplatte erforderlich. Zusätzlich trägt der Installer das Linux-System in die Datei boot.ini von Windows ein, so dass Sie das Ubuntu-System beim Windows-Start in der Auswahl finden.

Beide Installationsprogramme erlauben eine schmerzlose Installation von Linux unter Windows, wobei die Ubuntu-Lösung weniger stark in das System eingreift. Beide Varianten setzen eine breitbandige Internetverbindung voraus, da sie das ganze System über das Netz nachladen.

Die Windows-Installer von Debian und Ubuntu erlauben die Installation eines Linux-Systems direkt aus Windows heraus.

Click-and-Run für alle?

Linspire (http://www.linspire.com) plant die Portierung des hauseigenen Softwareverteilungsprogramms Click-and-run auf andere Distributionen (http://cnr.com). Das System erlaubt die Installation von Software direkt aus dem Webbrowser heraus. Dabei macht es keinen Unterschied, ob die Softwarepakete im Deb- oder RPM-Format vorliegen.

Neben freier und kostenloser Software vertreibt Linspire über das System auch kostenpflichtige und Closed-Source-Software. Insgesamt enthält das Software-Repository etwa 20 000 Programme. Bisher gab es das Programm lediglich für Linspire und die freie Variante Freespire. Das Unternehmen hatte bereits vor einiger Zeit verkündet, Click-and-Run unter die GPL zu stellen.

Um das Verwalten der Pakete unter den wichtigsten Distributionen zu vereinheitlichen und zu vereinfachen, plant die Firma nun Click-and-Run-Clients für Fedora, Debian, Open Suse und Ubuntu. Die Software legt sich dabei über das distributionseigene Paketmanagement, ohne dieses anzutasten.

Linspire möchte die Portierung auf diese Distributionen im zweiten Quartal 2007 fertig haben, die Anpassungen an Ubuntu waren allerdings schon einmal für Anfang 2006 angekündigt.

T2 als Rettungsanker

Die Macher des Distributionsbaukastens T2 (http://www.t2-project.org) haben ein neues Build-Target vorgestellt, das ein schlankes Rettungssystem erzeugt, wahlweise mit oder ohne X11. Die neue Variante fällt durch den Einsatz von Komponenten für Embedded-Systeme besonders schlank ausgefallen. Als C-Bibliothek kommt :mClibc zum Einsatz. Das restliche System haben die Entwickler besonders auf geringe Größe hin optimiert. Sie versprechen, dass das System, das auch von einem USB-Stick läuft, nicht mehr als 10 MByte Speicher verbraucht. Bei Einsatz des X-Servers sollen es nicht mehr als 36 MByte sein.

Neben Antivirus- und und Netzwerkprogrammen enthält das System das Dateisystem im Userspace FUSE, über das es den Zugriff auf NTFS-formatierte Partitionen ermöglicht. Der auf Wunsch integrierte X-Server läuft im Framebuffer-Modus. Zur Zeit steht eine Technology Preview des Rettungssystems zum Download bereit. Die Entwickler arbeiten nun daran, überflüssige Programme zu entfernen und so die Größe des Systems weiter zu verringern.

Mandriva in 2,5D

Die kommende Version von Mandriva (http://www.mandriva.com), die voraussichtlich noch in der ersten Jahreshälfte 2007 erscheint, enthält nach den derzeitigen Plänen die 2,5D-Lösung Metisse (http://www.mandriva.com/projects/metisse). Metisse, das Programmierer im Rahmen des Situ-Projekts (http://www-ihm.lri.fr) entwickeln, geht einen Mittelweg zwischen dem klassischen Desktop und den in letzter Zeit aufkommenden 3D-Desktops. Wie AIGLX und XGL setzt Metisse auf eine Grafikkarte mit OpenGL-Support. Im Gegensatz zu den 3D-Lösungen gibt sich das System aber auch mit älterer Hardware wie der Nvidia Geforce TNT2 zufrieden.

Zur Zeit läuft Metisse nur im Zusammenspiel mit dem Desktop Gnome und dem Windowmanager FVWM; den Support für KDE planen die Entwickler für eine spätere Version. Auch eine 64-Bit-Variante steht noch nicht zur Verfügung. Eine Live-CD mit einer Vorabversion des kommenden Mandriva 2007.1 erlaubt einen ersten Blick auf Metisse und lädt zum Herumspielen mit der Erweiterung ein.

Mit Metisse machen sich neue Effekte auf dem Linux-Desktop breit.

Linux für Musiker

Die auf Open Suse (http://www.opensuse.org) basierende Distribution Jacklab (http://www.jacklab.org) ist eine Distribution speziell für Musiker, Produzenten von Musik und Media-Designer. Die Entwickler nahmen die freie Suse-Variante als Basis für ihr System, weil es ihrer Ansicht nach einfach zu installieren und administrieren ist, und sie den Benutzern genau diese Arbeiten erleichtern wollen.

Die Installation des Systems übernimmt YaST2, als Windowmanager ist Enlightenment DR17 vorkonfiguriert. Mit KDE in einer aktuellen Version 3.5.5 liegt aber eine Alternative bereit. Neben etwa 70 Anwendungen zum Bearbeiten von Musikdateien planen die Entwickler für kommende Versionen die Integration von Programmen zum Bearbeiten von Videos und Grafiken sowie zum Erstellen von DVDs.

Jacklab bleibt vollständig kompatibel zu Open Suse 10.2. Dazu liefern die Entwickler einen Echtzeit-fähigen Kernel, der auf Version 2.6.19 basiert. Das Audiosystem basiert auf dem Jack Audio Connection Kit, das für die Ansprüche von Profi-Musikern entwickelt wurde und eine entsprechend ausgelegte Audio-Midi-Schnittstelle mitbringt.

Debian unstable stabilisiert

Unter dem Namen Sidux (http://www.sidux.com) versucht eine Gruppe von Entwicklern, eine stabile Live-CD auf der Basis von Debian Sid zu erstellen. Sie planen, jedes Jahr drei bis vier neue Versionen zu veröffentlichen. Sidux stammt vom Projekt Kanotix (http://www.kanotix.org) ab. Die Sidux-Entwickler haben sich aber das Ziel gesetzt, eine leicht zu installierende Distribution mit sicherer Hardwareerkennung zusammenzustellen, die in kurzer Zeit auf der Festplatte installiert ist und ausschließlich aus freier Software besteht.

Eine erste Testversion von Sidux steht mittlerweile auf dem Projektserver bereit. Als Desktop dient ein aktuelles KDE 3.5.5. Als Browser stehen IceWeasel (Debian-Port von Firefox) und Konqueror bereit. Als Office-Paket ist KOffice 1.6 integriert. Grafische Programme zum Aufbau von ISDN-, DSL- und Modemverbindungen erleichtern den Kontakt übers Internet.

Sidux bleibt kompatibel zu Debian Sid. Nach der Installation ist es problemlos möglich, das System aus dem Debian-Fundus zu erweitern.

Sidux enthält aktuelle Software und verfügt über eine sichere Hardwareerkennung.

Kurz notiert

Der französische Distributor Mandriva (http://www.mandriva.com) hat entschieden, die gleichnamige Distribution künftig alle sechs Monate zu aktualisieren. Der Kernel und das Grundsystem bleiben allerdings ein Jahr lang gleich, um Hardwareherstellern das Anpassen ihrer Produkte an die Plattform zu erleichtern. Die Unternehmens-Variante der Distribution erscheint weiterhin alle 18 bis 24 Monate neu.

Unter dem Namen Ubuntu Studio (http://www.ubuntustudio.org) planen einige Entwickler eine Multimedia-Variante von Ubuntu. Die Distribution enthält zusätzliche Software zum Bearbeiten von Musik, Videos und Grafiken. Eine genaue Liste der mitgelieferten Programme existiert noch nicht, da sich das Projekt noch im Planungsstadium befindet. Wenn alles glatt geht, erscheint die auf Ubuntu "Feisty Fawn" basierende Distribution im April 2007.

Das Fedora Unity Project (http://fedoraunity.org) hat aktualisierte Installationsmedien für Fedora Core 6 (http://fedora.redhat.com) zum Download bereit gestellt. Das Projekt veröffentlicht diese Medien unter dem Namen Re-Spins. Sie enthalten dabei alle zur Zeit der Veröffentlichung erhältlichen Updates und ersparen so dem Benutzer das langwierige Aktualisieren der Distribution nach der Installation. Die Installationsmedien stehen in Form von CD- und DVD-Images für x86- und x86-64-Prozessoren per Bittorent zum Download bereit.

Das Debian-Projekt verschiebt die Daten des Release 3.0 Woody (http://www.debian.org) endgültig in das Archiv-Verzeichnis. Debian 3.0, veröffentlicht am 19. Juli 2002, erhält seit einiger Zeit keine Aktualisierungen und Sicherheitsupdates mehr. Die offiziellen Quellen der Distribution stehen aber unter http://archive.debian.org/ weiterhin zur Verfügung.

Mit Asterisk Now (http://www.asterisknow.org) hat die Firma Dignum (http://www.digium.com), Hersteller der quelloffenen Software Asterisk, eine Distribution zum Download freigegeben, die das Einrichten einer Telefonanlage auch für Einsteiger möglich macht. Asterisk Now basiert auf Rpath Linux (http://www.rpath.com). Für die Konfiguration steht eine webbasierte Oberfläche bereit, mit deren Hilfe das erste Setup meist in kurzer Zeit erledigt ist. Asterisk Now steht als Beta-Version für die Architekturen x86 und x86-64 sowie als Image für Xen und VMWare auf dem Server des Herstellers zum Herunterladen bereit.

Die Entwickler von Ubuntu (http://www.ubuntulinux.com) haben die zweite Testversion von Ubuntu 7.04 fertig gestellt. Neu in dieser Version sind Kernel 2.6.20, Gnome 2.17.5, das bis zum Erscheinen der Distribution noch für die Version 2.18 Platz macht. Ein Zeroconf-System für das Netzwerk soll in Zukunft das manuelle Einrichten von Netzwerkverbindungen überflüssig machen. Gnome-Mount erleichtert den Umgang mit Dateisystemen und mit Telepathy gibt es ein einheitliches Framework für Instant-Messaging, IRC und VoIP. Auch Wine 0.9.29 hat Einzug in Ubuntu gefunden und verbessert den Support für Windows-Spiele. Die Entwickler raten vom Einsatz auf Produktionssystemen ab. Die endgültige Version erscheint laut Fahrplan am 19. April 2007.

Die Entwickler von Open Suse (http://www.opensuse.org) haben eine Live-DVD des aktuellen Open Suse zusammengestellt. Das System läuft auf allen x86-kompatiblen Rechnern und setzt 512 MByte RAM voraus. Auf der CD sind die Desktops KDE 3.5.5 und Gnome 2.16.1 enthalten. Ein Kernel in Version 2.6.18.2 ist ebenso dabei wie X.org 7.2rc2. Compiz erlaubt allerlei grafische Spielereien auf den Desktop. Das 1,7 GByte große ISO-Image steht auf http://download.opensuse.org bereit.

Motorola, NEC, NTT, DoCoMo, Panasonic, Samsung und Vodafone haben wie im Sommer 2006 angekündigt, die Organisation LiMo (http://www.limofoundation.org) gegründet, die an einem Framework für Linux-basierte mobile Kommunikationsgeräte. Durch die Zusammenarbeit wollen die Beteiligten Firmen die Kosten senken. Als ersten Schritt plant die LiMo Foundation eine API, die Architektur des Systems und eine Referenzimplementation. Eine Zusammenarbeit mit anderen Organisationen im Linux-Mobilbereich ist geplant, um Doppelentwicklungen zu verhindern.

Zenwalk (http://www.zenwalk.org) ist zwei Monate nach Freigabe der Version 4.0 bereits in Version 4.2 erschienen. Die kompakte Distribution mit Schwerpunkt auf Internet, Multimedia und Programmieren bringt für jeden Zweck genau ein Programm mit. Als Desktop verwendet das System Xfce; KDE und Gnome stehen zum Nachinstallieren bereit. Das Verwalten der Pakete übernimmt das in Gtk+ eigens für Zenwalk entwickelte Programm Netpkg. Neu in Version 4.2 ist Kernel 2.6.18, X.org 7.1 und ein überarbeitetes Zenpanel, ein Programm zur Systemadministration. Die Entwickler tauschen ferner den Mediaplayer Gxine gegen MPlayer, Howl gegen das Avahi-Subsystem und Fam gegen Gamin aus. Den Dateimanager Thunar ergänzte das Unternehmen um das Suchwerkzeug Search4files.

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