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Neue Software

01.03.2007

Weechat, nomen est omen

Auf den ersten Blick scheint Weechat (http://weechat.flashtux.org/) nur ein weiterer Client für das IRC-Protokoll zu sein. Lässt man sich jedoch Weechat ein und macht sich mit seiner Bedienung etwas vertraut, lernt man es schnell schätzen. Im Gegensatz zu anderen populären IRC-Clients wie X-Chat agiert Weechat auf der Konsole, wobei es über Ncurses eine Bedienoberfläche bereitstellt. Auf Gtk, wxWidget und Qt basierende Oberflächen planen die Entwickler zwar schon, haben sie aber noch nicht implementiert.

Beim Start versucht Weechat automatisch den Freenode-Server zu kontaktieren, der bereits vorkonfiguriert ist. Die Daten weiterer IRC-Server muss der Benutzer selber eingeben. Steht die Verbindung mit dem gewünschten Server, betritt der Anwender die vorhandenen Channels mit dem Befehl join. Für jeden offenen Channel legt WeeChat ein Pufferfenster an, durch das man mit [F5] und [F6] blättert. Alternativ lässt sich die Anzeige auch horizontal oder vertikal teilen, bei Bedarf sogar mehrfach. Alle Teilnehmer eines Channels listet Weechat am rechten Fensterrand auf. Ein grüner Klammeraffe ("@") kennzeichnet den Operator, der im Channel das Sagen hat.

Neben der Channel-Kommunikation unterstützt WeeChat auch den direkten DCC-Chat und DCC-File-Transfer zwischen zwei Anwendern. Weitere Highlights des Programms sind die SSL-Integration und die Unterstützung von HTTP- und Socks-Proxies. So lässt sich die Kommunikation absichern, ohne dass die Firewall des Providers den Anwender blockiert. Zur Zeit liegt WeeChat in der Version 0.2.3 vor. Sie korrigiert zahlreiche Fehler, bringt aber keine neuen Funktionen mit sich.

Wer den Bildschirm bei Weechat zu oft unterteilt, verliert am Ende den Überblick.

Munteres Pacman-Revival

Wer früher gerne Pacman spielte, wird auch an Myman (http://www.geocities.com/bsittler/#myman) seine Freude haben. Im Gegensatz zum Original des Klassikers verwendet der Klon Myman aber keine Grafikausgabe, sondern stellt das Spielfeld, die Monster und Pacman selbst als ASCII-Zeichen dar. Dabei symbolisiert der Buchstabe "C" Pacman, wohingegen ein "A" für die Monster steht.

Über Kommandozeilenparameter legt der Spieler beim Start zahlreiche Einstellungen wie Spielfeldgröße, Klang sowie Farb- oder Monochromdarstellung festlegen. Der Programmierer liefert sogar vorgefertigte Wrapper-Skripte für verschiedene Terminalemulationen mit, so etwa für Xterm, Rxvt oder Kterm.

Die aktuelle Version 0.6 unterstützt jetzt auch UTF-8- und CJK-Terminals. Daneben weist sie weist zahlreiche Verbesserungen in Sachen Portierbarkeit und Dokumentation auf. Neben der klassischen Spieldarstellung beherrscht Myman nun auch die Darstellungsmodi Tiny und Huge. In letzterem setzen sich die Spielfiguren aus mehreren ASCII-Zeichen zusammen und ähneln so mehr den Originalfiguren. Das geht ein wenig zu Lasten der Geschwindigkeit, steigert aber den Spielspaß noch.

Selbst mit ASCII-Zeichen kommt beim Spielen von Myman Nostalgie auf.

Kurz notiert

Ein Artikel auf Linux.com brachte jetzt ans Licht, dass Audi bereits seit sechs Jahren seine Forschungsabteilung auf Linux migriert. 2001 starteten die Ingolstädter mit einem ersten Linux-Cluster, das das HP-UX Unix-System ersetzte. Laut Audi-Pressesprecher war es nur durch die Migration möglich, die Leistungsfähigkeit der Systeme bei konstanten Budget zu steigern. Problematisch war dabei nur die Unterstützung der Highend-Grafikhardware durch Linux. Dennoch plant der Autohersteller, noch in diesem Jahr die Umstellung auf x86-64-Systeme unter Linux vollständig abzuschließen.

Softwarehersteller Codeweavers (http://www.codeweavers.com) stellte zu Jahresbeginn die Version 6.0 von Crossover vor. Die neuen Version unterstützt neben Büroanwendungen erstmals auch Spiele wie World of Warcraft oder Half-Life 2. Daher entfernte Codeweavers auch den Zusatz "Office" aus dem Produktnamen. Die aktuelle Version besticht durch verbesserten Office-2003-Support sowie höhere Performance bei Office XP und unterstützt jetzt Anwendungen wie Visio, Project und Quicken. In der Standardversion kostet Crossover 40 US-Dollar, die multiuserfähige Professional-Variante schlägt mit 80 Dollar zu Buche.

Die Stuttgarter Innotek GmbH (http://www.innotek.de) gibt Ihre Virtualisierungslösung VirtualBox unter der GPL frei. Als Host können Linux oder Windows dienen, als Gastbetriebssysteme neben Linux und Windows auch BSD-Derivate. Die VirtualBox emuliert einen 32-Bit-x86-Prozessor mit Intel-Chipsatz. Für Privatanwender und zu Testzwecken bietet Innotek bereits fertige VirtualBox-Pakete für gängige Distributionen an. Die unter der GPLv2 veröffentlichte Open-Source-Edition muss sich der Anwender jedoch aus dem SVN-Versionsbaum holen.

Die Tatsache, dass Sitzungen des Rats der Europäischen Union als Videostream nur im proprietären WMV-Format von Microsoft bereitgestellt werden, erregte Ende Dezember die Gemüter. Greift man mit Linux auf den Stream zu, passiert schlichtweg nichts. Prompt richtete der Österreicher Stefan Esterer eine Online-Petition ein (http://www.petitionspot.com/petitions/eu_streaming_service_for_everybody), die ein unabhängiges Stream-Format wie OGG fordert. Bei Redaktionschluss hatten bereits über 17 500 Unterstützer die Petition signiert.

Monate nach der Veröffentlichung der Versionen für Windows und Mac OS X stellte Adobe Mitte Januar auch den Flash Player 9.0 für Linux bereit. Gravierendste Neuerungen: Der Player unterstützt Actionscript 3.0 und die Actionscript Virtual Maschine, sodass sich auch unter Adobe Flex2 erstellte Anwendungen nutzen lassen. Wie üblich steht der Player als Tarball und RPM-Paket zum Download bereit (http://www.adobe.com/de/shockwave/download/alternates/).

Nachdem er jahrelang in Karlsruhe gastierte und im Vorjahr nach Wiesbaden auswich, findet der Linux Tag 2007 in Berlin statt. Dort dreht sich in den Messehallen vom 30. Mai an vier Tage lang in Konferenzen, Vorträgen und Messen alles um Linux. Die Veranstalter sind überzeugt, mit Berlin die richtige Standortwahl getroffen zu haben, und fühlen sich vom Berliner Senat gut unterstützt. Sie hoffen, in der neuen Location an alte Besucherzahlen anzuknüpfen, nachdem diese 2006 um 40 Prozent zurückgegangen waren.

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