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Netter Empfang!

Booten mit Bild

Booten mit Mandriva

Als Distribution hat Mandriva gegenüber Suse und Ubuntu mit der letzten Version Boden gut gemacht. Mandriva 2007 bringt als einzige einen grafischen Helfer zum Einrichten eigener Bootsplashes mit. Benutzen Sie diesen, zahlen Sie unter Umständen aber einen Preis: Mandriva trägt nämlich den VGA-Wert eigenständig in den Bootloader ein – allerdings nur in den eigenen. Im Klartext heißt das, Mandriva überschreibt Ihren über Suse oder Ubuntu eingerichteten Bootloader mit dem hauseigenen Lilo oder Grub. Verwenden Sie also nicht ohnehin Mandrivas Bootloader, sollten Sie die Finger vom Bootsplash lassen oder vorher den aktuellen Bootsektor sichern.

Andernfalls wählen Sie zunächst aus dem Hauptmenü Start | System | Einstellungen | Configure your Computer und aus dem Reiter Systemstart den Eintrag Den grafischen Stil für das Hochfahren des Systems auswählen. Sie gelangen zu einem Fenster mit einem Dropdownmenü, über das Sie einstellen, welche Rolle der Bootloader spielt: Soll er den Systemtext überdecken, soll er ihn anzeigen oder soll es keinen grafischen Bootloader geben, sondern lediglich einen Textmodus. Wählen Sie an dieser Stelle Still oder Ausführlich aus dem Dropdownmenü und sorgen Sie über Ein neues Design erzeugen für Ihre persönliche Boot-Optik.

Ein grafischer Editor mit den zwei Reitern Stiller Bootsplash und Ausführlicher Bootsplash hilft dabei (Abbildung 5). Oben geben Sie einen Namen für das neue Layout ein – zum Beispiel meinsplash – und legen darunter die Auflösung der Grafik fest. Unter Stiller Bootsplash bestimmen Sie dann Position, Farbe und Abmessung von Bootsplash und eventuellem Text. Unter Wählen Sie ein Bild tun Sie genau das, wobei Sie darauf achten sollten, dass Ihr Bild der oben angegebenen Auflösung folgt. Wichtig ist dabei auch, das Bild im Reiter Ausführlicher Bootsplash noch einmal anzugeben. Klicken Sie in jedem Reiter auf Design speichern und Verlassen Sie dann das Menü.

Um Mandrivas Bootloader an Ihr Bild anzupassen, wählen Sie Einstellen wie das System hochfährt, klicken auf Weiter und dann auf Ändern neben dem Eintrag, den Sie üblicherweise beim Booten auswählen. Der Schalter Fortgeschritten offenbart das Dropdownmenü Video-Modus, aus dem Sie den passenden Videomodus aussuchen. Über OK und Assistent beenden kehren Sie ins Hauptmenü zurück, wo Sie erneut den Punkt Den grafischen Stil [...] aufrufen und als Themameinsplash auswählen. Nach dem Neustart sollte nun der neue Bootsplash erscheinen.

Abbildung 5: Als einziges System bringt Mandriva 2007 ein grafisches Konfigurationstool mit, um einen eigenen Bootsplash zu erstellen.

Marke Eigenbau

Leider geht mit der Einrichtung eines Bootsplash noch eine Menge Fummelarbeit einher – selbst, wenn Sie vorgefertigte Lösungen aus dem Netz verwenden. Wollen Sie eigene Hintergrundbilder einsetzen, beginnen Sie am besten, eine der heruntergeladenen Varianten an Ihre Bedürfnisse anzupassen. Wir zeigen Ihnen exemplarisch, wie das unter Ubuntu geht. Führen Sie die folgenden Schritte alle mit sudo als root durch.

Werfen Sie zunächst einen Blick in das Verzeichnis /etc/splashy/themes/aqua. Dort bekommen Sie einen ungefähren Eindruck, wie so ein Ubuntu-Bootsplash aussieht. Legen Sie zuerst über sudo mkdir /etc/splashy/themes/meinsplash einen neuen Ordner an. Kopieren Sie dann die Dateien themes.xml und FreeSans.ttf vom Verzeichnis aqua in den neu angelegten Ordner meinsplash. Die Theme-Datei legt fest, wo sich der Fortschrittsbalken befindet, welche Farbe er hat und ob er animiert sein soll. Bei der TTF-Datei handelt es sich um einen Font, den der Bootsplash nutzt, um im Fehlerfall Systemmeldungen anzuzeigen.

Was in Ihrem Ordner noch fehlt, ist ein Bild. Wählen Sie eines aus und bringen Sie es auf eine in der Tabelle gewählten Größen (siehe Kasten "Bildzauber"). Legen Sie es etwa unter dem Namen meinbild.jpg im Ordner ab. Nun haben Sie bereits alle nötigen Elemente beisammen und bearbeiten – mit Root-Rechten – die Datei themes.xml. Eine XML-Datei funktioniert dabei so ähnlich wie eine HTML-Datei: Alle Informationen stehen jeweils innerhalb von zwei Tags in eckigen Klammern. Die Einschübe visualisieren die Struktur des Dokuments (Abbildung 6).

Abbildung 6: Um unter Ubuntu ein eigenes Theme anzulegen, passt man am besten eine bereits vorhandene Vorlage über die Datei theme.xml an.

Alles, was am Anfang der Datei zwischen den Tags §§§info$$$ und §§§/info$$$ steht, können Sie verändern. Diese Infos betreffen die "Metadaten" für den Splash: Wer hat ihn entworfen, gibt es ihn auf einer Webseite, und so fort. Es folgt ein größerer Abschnitt, den die Tags §§§progressbar$$$ und §§§/progressbar$$$ einschließen. Hier bestimmen Sie Position und Abmessung des Fortschrittsbalkens (§§§dimension$$$), seine Farbe (§§§color$$$), die Farbe seiner Grenze (§§§border$$$) sowie die Hintergrundfarbe (§§§background$$$).

Im dann folgenden Bereich §§§background$$$ geben Sie an, welches Bild der Bootsplash verwendet, wobei Sie bei §§§boot$$$,§§§shutdown$$$ und §§§errorimg$$$ denselben Namen eintragen, nämlich meinbild.jpg. Der nächste große Abschnitt beginnt dann mit §§§textbox$$$ und reicht fast bis zum Ende der Datei hinunter. Tragen Sie oben zwischen die §§§enable$$$-Tags no ein und aktivieren Sie – unterhalb der Textbox – §§§autoverboseonerror$$$, damit der Bootsplash Texte nur im Falle eines Fehlers anzeigt. Die weiteren Tags innerhalb der Textbox regeln, wie dieser Fehlertext im Ernstfall auf dem Bildschirm erscheint.

Nach der Textbox folgen noch ein paar einzelne Optionen, die für sich selbst sprechen: §§§progressbaronboot$$$ sorgt dafür, dass der Balken beim Booten auftaucht, §§§fadein$$$ und §§§fadeout$$$ blenden den Bootsplash beim Start ein respektive aus.

Speichern Sie die Datei nach dem Anpassen und wechseln Sie in das darüber liegende Verzeichnis mit dem Namen splashy. Öffnen Sie als Root die Datei config.xml mit einem Editor und tragen Sie neben §§§current_theme$$$ den Namen Ihres Themes, also mysplash ein.

Das war's: Testen Sie nun über sudo splashy test Ihren persönlichen Bootsplash und passen Sie die Datei theme.xml gegebenenfalls noch weiter an. Und wenn Ihnen ein Splash besonders gut gelingt, stellen Sie ihn online: So booten Sie nie mehr allein.

Glossar

Framebuffer

Der Framebuffer speichert jeden Pixel eines auf dem Bildschirm sichtbaren Bildes. Nutzen Sie höher aufgelöste Bilder mit mehr Pixeln, müssen Sie den Framebuffer vergrößern, was über die VGA-Option funktioniert.

Initrd

Der Kernel muss nach dem Booten auf das Root-System zugreifen. Die Initrd lädt die dazu notwendigen SCSI-Treiber, die der Kernel braucht, um das Root-System zu mounten.

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Infos zum Autor

Kristian Kißling

Kristian Kißling

Wenn Kristian Kißling nicht gerade für die LinuxCommunity schreibt, arbeitet er als Redakteur bei der Zeitschrift EasyLinux und als Chefredakteur für den Ubuntu User. Am liebsten beschäftigt er sich mit Multimedia- und Unterhaltungssoftware im weiteren Sinne und mit neuer Open-Source-Software, die überraschende Fähigkeiten zeigt.

Zum Blog von Kristian Kißling →


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LinuxUser 03/2012

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