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Mit Highspeed ins Internet

Internetanbindung über DSL

01.03.2007
Wir erklären an einem praktischen Beispiel, wie ein einzelner PC oder auch ein kleines Netzwerk per DSL-Leitung auf der Datenautobahn Gas geben.

In Zeiten der allumfassenden Wissens- und Informationsgesellschaft kann auch der Privatmann auf einen Zugang zum Internet nicht mehr verzichten. Wer das weltweite Datennetz effektiv nutzen möchte, steht zunächst vor der Frage, wie der Zugriff realisiert werden soll. Zur Disposition stehen Analogmodem und ISDN sowie an vielen Orten auch DSL.

Während man sich von jedem Telefonanschluss aus mithilfe eines Analogmodems in das Internet einwählen kann, benötigt man für die ISDN- und DSL-Technologie spezielle Hardwarekomponenten sowie einen Vertrag mit einem Diensteanbieter (Provider). In den Industrieländern spielt trotzdem der Internet-Zugang per Modem oder ISDN eine zunehmend untergeordnete Rolle – diese Technologien sind einfach zu langsam für die stetig steigenden Datenmengen, die das Internet bereit hält. Gerade in Gebieten mit gut ausgebauter Infrastruktur ist daher ein DSL-Anschluss erste Wahl.

Technische Grundlagen

Der Zugang zum Internet mithilfe von DSL setzt in seiner einfachsten Form hardwareseitig lediglich eine herkömmliche, zweiadrige Telefonleitung, einen so genannten Splitter zur Trennung von Sprach- und Datensignalen, ein DSL-Modem und eine im PC des Anwenders verbaute Netzwerkkarte voraus.

Der Telefonanschluss muss jedoch zwingend aus einer Kupferkabelleitung bestehen, da DSL ausschließlich mit Kupferkabeln als Übertragungsmedium funktioniert. In den Ländern der alten Bundesrepublik ist das de facto überall der Fall, während in den neuen Bundesländern nach dem Anschluss der ehemaligen DDR das marode Telefonnetz überwiegend auf Basis von Glasfaserkabeln modernisiert wurde. Daher gibt es dort nahezu keine herkömmlichen DSL-Anschlüsse.

Doch auch in den alten Bundesländern fehlt insbesondere in ländlichen, dünn besiedelten Gebieten die Möglichkeit, einen schnellen Zugang zum Internet via DSL zu erhalten. Da DSL eine Technologie der "letzten Meile" ist, darf der Telefonanschluss des Kunden nicht weiter als etwa fünf Kilometer von der nächsten Ortsvermittlungsstelle der Telekom entfernt liegen: Die hohen Datenübertragungsraten der DSL-Technologie lassen sich nur auf kurze Entfernungen realisieren. In solchen Fällen stehen verschiedene Alternativen bereit, wie Breitbandzugänge ins Internet über TV-Kabel, das Stromnetz oder WiMAX. Eine gute Übersicht dazu liefert [1].

Der Anbieter Astranet [2] wartet mit einer speziellen Lösung auf: Der Downstream aus dem Internet zum Rechner des Anwenders erfolgt breitbandig via Satellit, während der Upstream vom heimischen PC ins Internet zwingend eine analoge oder ISDN-Telefonleitung benötigt, da die Satellitenverbindung keinen Rückkanal bietet. Wer oft große Datenmengen ins Internet überträgt, ist mit der von Astranet angebotenen Satellitentechnologie schlecht beraten, da solche Datentransfers über die langsame und teure analoge oder ISDN-Verbindung abgewickelt werden.

Zwar sind auch bei den in Deutschland für Privathaushalte üblichen ADSL-Anschlüssen die Upstream-Raten deutlich niedriger als die Transferraten aus dem Internet auf den heimischen Computer. Allerdings reichen die dabei üblichen Werte ab 256 kbit/s meist dazu aus, selbst Multimedia-Inhalte flott ins Internet zu übertragen.

Digital Subscriber Line

Steht beim Anwender ein DSL-fähiger Telefonanschluss zur Verfügung, so wird der vom Diensteanbieter gelieferte Splitter an diese Leitung angeschlossen. Der Splitter trennt das Sprachsignal des Telefons vom Datensignal. Das Telefonnetz der Deutschen Telekom bietet eine Bandbreite von etwa 1,1 MHz. Lediglich der Frequenzbereich unterhalb von 4 kHz dient dabei für analoge Dienste, ISDN-Dienste belegen der Bereich bis etwa 120 kHz. Alle DSL-Varianten arbeiten auf Frequenzen jenseits von 138 kHz, so dass man auf der selben Leitung gleichzeitig per ISDN telefonieren, analog faxen und das via DSL das Internet nutzen kann – sofern man die Signale hinterher wieder trennt: Das erledigt der Splitter.

Hinter dem Splitter operiert das DSL-Modem, das in der Regel der Diensteanbieter zur Verfügung stellt. Über eine am Modem vorhandene Ethernet-Buchse erfolgt die Verbindung zum PC, der ebenfalls mit einer Netzwerkkarte ausgerüstet sein muss – was bei neueren Modellen meist schon ab Fabrik der Fall ist. Als Netzwerkkarte lässt sich durchaus auch noch ein älteres Modell nach dem ursprünglichen Ethernet-Standard mit einer maximalen Datenübertragungsrate von 10 Mbit/s einsetzen, das mit den gängigen DSL-Downstream-Transferraten von derzeit zwischen 1 und 8 Mbit/s Downstreamrate problemlos zurechtkommt.

Auch bei den DSL-Modems lauern ein paar kleinere Fallstricke: So offerieren manche Anbieter Geräte, die die Verbindung zum Rechner über die USB-Schnittstelle herstellen. Unter Linux lassen sich solche USB-DSL-Modems in den seltensten Fällen nutzen, da es für diese Exoten meist keine passenden Treiber gibt. Lediglich die Firma Alcatel liefert DSL-Modems mit USB-Schnittstelle, die auch unter Linux klaglos ihr Werk verrichten. Für Nutzer, die mehreren PCs den Zugang ins Internet via DSL ermöglichen wollen, sind Modems mit USB-Buchse grundsätzlich unbrauchbar, weil sich an diese kein Router anschließen lässt.

Da der DSL-Zugang ins Internet nicht per Einwahl erfolgt, sondern die Daten per PPPoE (Deutschland, Schweiz) oder PPTP (Österreich) übertragen werden, erhalten Sie von Ihrem Diensteanbieter in der Regel noch eine auf CD-ROM mit Windows-Software. Die soll einerseits die Authentifizierung gegenüber dem Diensteanbieter erlegen und andererseits die PPPoE- oder PPTP-Signale in TCP/IP-Pakete umwandeln. Für Linux benötigen Sie solche Zusatzsoftware nicht: Das freie Betriebssystembietet out of the box eine komfortablere Möglichkeit, die DSL-Verbindung zu aktivieren.

Alle gängigen Distributionen liefern ein leicht bedienbares Programm namens pppoe bereits mit, das Sie im Terminal mithilfe des dazugehörigen Konfigurationstools pppoeconf in wenigen Schritten einrichten. Rufen Sie die Software im Terminal als root auf, so lokalisiert sie automatisch die im System befindlichen Netzwerkkarten und stellt eine Verbindung mit dem DSL-Modem her. Nun müssen Sie nur noch Ihren Benutzernamen sowie das zugehörige Passwort eintragen und festlegen, ob die Verbindung "on demand" aktiviert werden soll – schon sind Sie "drin". Die Verbindung bleibt bestehen, so lange Sie Datenpakete verschickt respektive empfangen. Nach einer festgelegten Zeitspanne der Inaktivität unterbricht die Software selbständig die Leitung zum Provider.

Etwas aufwendiger gestaltet sich das Einrichten des Internetzugangs, wenn im Haushalt zwei oder mehrere Rechner die DSL-Leitung nutzen sollen. In diesem Szenario steht zunächst die Entscheidung an, ob die Rechner per Ethernet-Kabel oder drahtlos – also per WLAN – angebunden werden sollen. Beide Verfahren haben Vor- und Nachteile. Oft macht die Verkabelung Probleme – etwa wenn das Kabel durch mehrere Räume geführt werden muss und dabei Mauern im Weg stehen. WLAN-Lösungen verursachen andererseits deutlich höhere Kosten und bergen ein gewisses Sicherheitsrisiko: Soll nicht jedermann an der drahtlosen Verbindung mithören oder sie gar mit nutzen, muss sie abgesichert werden. Der Vorteil eines Routers: Die gesonderte Konfiguration jedes einzelnen Rechners mithilfe von pppoe und pppoeconf entfällt, da die Computer lediglich als Clients im lokalen Netz fungieren und die Konfiguration des Internetzugangs zentral am Router erfolgt.

Für den kabelbasierten Anschluss mehrerer Rechner an eine DSL-Leitung benötigen Sie neben DSL-Modem und Splitter noch einen DSL-Router sowie einen Switch, über den Sie die einzelnen Rechner verbinden. Üblicherweise sind Router und Switch für das kleine Heimnetz heute in einem einzigen Gehäuse integriert. Solche Kabel/DSL-Router bietet eine ganze Reihe von Herstellern an. Wir demonstrieren die Einrichtung des Internetzugangs im folgenden exemplarisch an einem Router des Typs BEFSR41 von Linksys, einer Tochter des Markt- und Technologieführers Cisco [3].

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