G-Schwindigkeit
WLAN-Adapter im Test
Treiber installieren
Packen Sie den passenden Treiber von der Heft-CD aus oder laden Sie sich gegebenenfalls eine aktuelle Version bei Serialmonkey herunter. Bei den Treibern auf der Heft-CD handelt es sich um den CVS-Snapshot vom 19. Januar. Im allgemeinen funktionieren die CVS-Versionen problemlos.
Um das benötigte Kernelmodul bauen zu können, müssen Sie unter Open Suse per YaST die Schemata Grundlegende Entwicklung und Linux-Kernel-Entwicklung installieren. Benutzer von Ubuntu richten über den Paketmanager oder per apt-get install die Pakete linux-headers-Kernelversion
und build-essential ein. Die passende Kernelversion verrät der Befehl uname -a.
Danach wechseln Sie in den Unterordner Module im entpackten Treiberverzeichnis, zum Beispiel mit cd rt73-cvs-20070119/Module, und geben hier den Befehl make ein. Die Übersetzung des Treibers dauert selbst auf langsamen Rechnern nur einige Minuten. Ein anschließendes sudo make install kopiert den Treiber (Kernelmodul und Firmware) an die richtige Stelle und aktualisiert per depmod -a die Liste der verfügbaren Kernelmodule.
Schließen Sie jetzt eine Hardware mit dem passenden Ralink-Chipsatz an, lädt das System den neuen Treiber. Die Ausgabe von lsmod | grep rt zeigt jetzt bei USB-Geräten nicht mehr den Eintrag rt73usb an, sondern rt73. Der Aufruf von /sbin/iwconfig (Ubuntu) beziehungsweise /usr/sbin/iwconfig (Suse) listet das Gerät rausb0 (USB) oder ra0 (PCI und Cardbus) auf. Im Systemlog sehen Sie bei einem USB-Stick parallel die Meldung:
usbcore: registered new driver rt73
Das Interface wird allerdings erst aktiv, nachdem Sie es auf der Kommandozeile über den Befehl sudo ifconfig Gerät
up aktivieren. Sie sehen dann folgende Meldungen in der zentralen Logdatei:
rt73 driver version - 1.0.3.6 CVS *rt73 *: Interface goes up for the first time, activating permanent MAC *rt73 *: Active MAC is: 00:0e:2e:9f:fa:b5.
Zugleich beginnt die LED des WLAN-Adapters zu leuchten. Das Gerät ist nun einsatzbereit und Sie können zum Beispiel über iwconfig rausb0 essid ESSID
die Netzwerk-ID (ESSID) setzen und danach per dhclient rausb0 eine IP-Adresse anfordern. Unter Open Suse ändert sich durch einen Bug die Gerätenummer des WLAN-Adapters mit jedem Neustart. Details dazu lesen Sie im Kasten "Soft-MAC-Probleme mit Suse".
Soft-MAC-Probleme mit Suse
Novell hat für Open Suse 10.2 eine Methode entwickelt, um Netzwerkgeräten immer die gleiche Gerätebezeichnung zuzuweisen. Dazu wertet eine Udev-Regel beim Systemstart die vorhandene Hardware aus und weist bekannten Geräten stets das selbe Device-File zu. Für die Authentifizierung der Hardware greift Udev auf die MAC-Adresse des Netzwerkgeräts zu. Findet das Skript eine Hardware mit unbekannter MAC-Adresse, erhöht es die Nummer der Gerätedatei automatisch um einen Zähler. Arbeiten Sie zum Beispiel mit zwei verschiedenen USB-WLAN-Sticks, ordnet Open Suse über diese Methode Stick A immer die Gerätedatei wlan0 und Stick B immer das Device wlan1 zu – egal, welcher von beiden Sticks sich im Rechner befindet.
Leider hat Novell bei dieser eleganten Lösung ein kleines Detail übersehen: Aktuelle WLAN-Geräte besitzen keine feste MAC-Adresse, sondern die Firmware ordnet diese dem Gerät nach dem Anschließen per Software zu. Da die Initialisierung des Treibers erst nach dem Start der Udev-Skripte erfolgt, findet Suse ein WLAN-Gerät ohne (also: mit unbekannter) MAC-Adresse und weist diesem deshalb die nächst höhere Gerätedatei zu. Beim nächsten Start beziehungsweise beim nächsten Anschließen der Hardware beginnt das Spiel von neuem. Novell kennt das Problem – vermutlich steht zum Erscheinungstermin dieser Ausgabe bereits ein Online-Update bereit, das den Fehler behebt.
Firmware-Cutter
Besitzen Sie eine der getesteten Cardbus-Karten mit dem Broadcom-Chipsatz 4318, müssen Sie kein eigenes Kernelmodul bauen. Die Karte verlangt aber ebenfalls nach einer Firmware. Da sich diese in der Setup.exe-Datei des Treibers befindet, liefern die meisten Distributionen ein Tool mit, das den Treiber aus dem Internet herunterlädt, die Firmware daraus extrahiert und nach /lib/firmware kopiert.
Installieren Sie das Paket bcm43xx-fwcutter. Es befindet sich bei Open Suse 10.2 auf der DVD, Ubuntu-Benutzer installieren es aus dem Universe-Repository. Anschließend rufen Sie unter Suse mit Admin-Rechten den Befehl install_bcm43xx_firmware auf. Unter Ubuntu lautet der passende Befehl /usr/share/bcm43xx-fwcutter/install_bcm43xx_firmware.sh. Beide Befehle legen die extrahierten Dateien im Verzeichnis /lib/firmware ab. Nach den Befehlen rmmod bcm43xx und modprobe bcm43xx ist die Karte einsatzbereit.



