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G-Schwindigkeit

WLAN-Adapter im Test

01.03.2007 Im letzten WLAN-Test des LinuxUser funktionierten nur drei von sieben USB-Sticks mit Linux. Seither hat sich in der Treiberlandschaft einiges geändert – zu Gunsten von Open Source.

Während die Geräteindustrie fleißig an der Hochgeschwindigkeitsnorm 802.11n bastelt und etliche Prototypen dieser neuen WLAN-Klasse vorstellt (siehe Kasten "MIMO & Co"), setzen sich zu Hause langsam WLAN-Router und Endgeräte mit einer Geschwindigkeit von 54 MBit/s durch.

Wer jetzt auf das schnelle WLAN umsteigen möchte, hat gute Chancen, einen Adapter zu finden, der mit Linux zusammenarbeitet: Lediglich eins von 15 Geräten in unserem Test verweigerte die Zusammenarbeit mit Linux (siehe Tabelle "15 Adapter im Test"). Für alle anderen gibt es Treiber im Internet, oder sie funktionieren über den Windows-Treiber der Hardware.

MIMO & Co

Wer sich in den Regalen der Retailer nach WLAN-Geräten umsieht, trifft bei jeder zweiten Box auf einen Aufkleber, der besonders hohe Übertragungsraten verspricht. Bei diesen Geräten handelt es sich um nicht normierte Eigenentwicklungen des jeweiligen Anbieters: Die Hardwarehersteller setzen dazu zwar meist auf die Spezifikation des kommenden Standards 802.11n. Da dieser aber voraussichtlich erst Ende 2007 endgültig verabschiedet wird, kann man noch nicht von einem gültigen Standard sprechen.

Zur Kennzeichnung dieser neuen Highspeed-WLAN-Geräte setzen die Hersteller auf Bezeichnungen wie MIMO, Pre-N oder g+ (auch schon g++). Bei MIMO handelt es sich streng genommen nicht um eine Norm, sondern eine technische Lösung: Multiple-Input-Multiple-Output-Geräte senden nicht nur über eine Antenne, sondern benutzen gleich mehrere (in der Regel drei). Dadurch lässt sich der Datendurchsatz von 802.11g-Geräten bis auf 240 Mbit/s steigern.

Da Pre-N-Geräte abwärtskompatibel zu den Standards 802.11b und g arbeiten, lassen sie sich auch unter Linux nutzen. Allerdings setzt das perfekte Zusammenspiel von Access Point und Adapter Produkte des gleichen Herstellers voraus. Selbst dann funktionieren die meisten nur über den Windows-Treiber (oder Ndiswrapper) im 108-Mbit/s-Modus. LinuxUser rät deshalb, mit dem Kauf von 802.11n-Geräten noch abzuwarten, bis der Standard endgültig feststeht: Dann wird es auch entsprechende Linux-Treiber geben.

Firmware-Probleme

Auch Linux-Benutzer sind mittlerweile gewohnt, dass unterstützte Hardware nach dem Anschließen gleich funktioniert. Bei WLAN-Geräten ist das allerdings nicht der Fall. Rund drei Viertel der getesteten Geräte basieren auf einen Chipsatz von Ralink. Aktuelle Distributionen bringen dafür zwar Support mit, mangels Firmware funktionieren die WLAN-Adapter aber nicht: Zwar zeigt das System an, dass es ein neues Netzwerkgerät gefunden hat, der Verbindungsaufbau scheitert hingegen. Zwar bieten diverse Internetforen zu diesen Problemen vermeintliche Lösungsansätze, doch die sind von vorneherein zum Scheitern verurteilt, da sie mit aktuellen Treibern nicht mehr funktionieren.

Wir beschreiben im folgenden, wie Sie die Ralink-Treiber installieren, alternativ Cardbus-Geräte mit einem Broadcom-Chip in Betrieb nehmen, und für welche Adapter nur eine Lösung über den Windows-Treiber möglich ist. Der zweite Teil des Artikels zeigt, wie Sie per WPA eine sichere WLAN-Verbindung herstellen. Für die Tests haben wir sämtliche Adapter unter Open Suse 10.2 und Ubuntu 6.10 geprüft. Die Lösungsansätze funktionieren aber mit jeder halbwegs aktuellen Distribution.

15 Adapter im Test

Hersteller

Buffalo

Conceptronic

Hama

Hama

Linksys

Netgear

Sitecom

Conceptronic

Hama

AVM

Conceptronic

Hama

Linksys

Netgear

Sitecom

Modell WLI-CB-G54S C54RC 00062767 00062733 WPC54G-D2 WG511 v2 WL-120 V2 C54Ri 00062732 Fritz!WLAN Stick v1.1 C54RU 00062764 WUSB54GC WG111GR v2 WL-172 v1 001
Anschluss Cardbus Cardbus Cardbus Cardbus Cardbus Cardbus Cardbus PCI PCI USB USB USB USB USB USB
Modi b/g b/g b/g b/g/MiMo b/g b/g b/g/g+ b/g b/g/MiMo b/g/g+ b/g b/g b/g b/g b/g/g+
WPA WEP/WPA WEP/WPA/WPA2 WEP/WPA WEP/WPA/WPA2 WEP/WPA WEP/WPA WEP/WPA WEP/WPA/WPA2 WEP/WPA/WPA2 WEP/WPA/WPA2 WEP/WPA/WPA2 WEP/WPA/WPA2 WEP/WPA/ WEP/WPA/WPA2 WEP/WPA/
WPA-Tool wpa-supplicant iwpriv iwpriv iwpriv wpa-supplicant wpa-supplicant - iwpriv iwpriv wpa-supplicant iwpriv iwpriv iwpriv wpa-supplicant iwpriv
Chipsatz Broadcom Ralink Ralink Ralink Broadcom Marvell Sitecom? Ralink 2561 Ralink 2600 ? Ralink Ralink Ralink Ralink Ralink
Treiber bcm43xx rt61 rt61 rt61 bcm43xx ndiswrapper - rt61 rt61 ndiswrapper rt73 rt73 rt73 rtl8187/ndiswrapper rt73
Firmware Download Treiber Treiber Treiber Download OK - Treiber Treiber OK Treiber Treiber Treiber OK Treiber
Soft-MAC Ja Ja Ja Ja Ja Nein - Nein Nein Nein Nein Nein Nein Nein Nein
Interface ethX raX raX raX ethX wlanX - raX raX wlanX rausbX rausbX rausbX wlanX rausbX
Unterstützung grüngelb grüngelb grüngelb grüngelb grüngelb orange rot grüngelb grüngelb orange grüngelb grüngelb grüngelb - grüngelb
Preis (ca.) 25 Euro 25 Euro 20 Euro 40 Euro 30 Euro 25 Euro 40 Euro 25 Euro 45 Euro 30 Euro 20 Euro 20 Euro 30 Euro 25 Euro 30 Euro

grün=funktioniert out-of-the-box, grüngelb=manuelle Konfiguration, orange=mit Ndiswrapper, rot=funktioniert nicht unter Linux

Ralink rulez

In den Anfangsjahren des WLAN galt für den Einsatz unter Linux die Faustregel: Alles mit einem Prism-Chipsatz von Intersil funktioniert. Heute gibt es den besten Linux-Support für Ralink-basierte Geräte (und die integrierten WLAN-Chips von Intel).

Ralink bietet einerseits auf seiner Website Treiber und Firmware zum Download an [1], bei Serialmonkey gibt es aber auch ein freies Projekt [2], das – basierend auf den offiziellen Ralink-Treibern – eigene zum Download bereit stellt. Für sämtliche Tests benutzten wir die Serialmonkey-Treiber. Sie finden diese inklusive Firmware auch auf der Heft-CD.

Schließen Sie eines der Geräte mit Ralink-Chipsatz unter Suse oder Ubuntu an, zeigt die Ausgabe des Befehls iwconfig die Geräte wmaster0 und wlan0 an (siehe Listing 1). Die Ausgabe von lsmod | grep rt führt dann entweder das Modul rt73usb oder rt61pci als geladen auf, und im Systemlog unter /var/log/messages finden sich Einträge, die auf eine fehlende Firmware hindeuten. Treffen diese Symptome auf Ihr WLAN-System zu, brauchen Sie einen anderen Treiber. Damit die Distribution die alten Treiber in Zukunft nicht mehr lädt, müssen Sie diese auf eine "schwarze Liste" setzen. Tragen Sie dazu mit Superuser-Rechten in der Datei /etc/modprobe.d/blacklist folgende Zeile ein:

blacklist Modulname

Modulname ersetzen Sie durch den Namen des Moduls, das die Ausgabe von lsmod | grep rt anzeigt: Also beispielsweise durch rt73usb (WLAN-Sticks) oder rt61pci (Cardbus- und PCI-Karten). Unter Open Suse können Sie alternativ das Paket wlan-kmp-default löschen, das allerdings auch Treiber für andere WLAN-Geräte mitbringt.

Listing 1
kkissling@ubuntu:~$ /sbin/iwconfig
lo        no wireless extensions.
eth0      no wireless extensions.
sit0      no wireless extensions.
wmaster0  IEEE 802.11g  Frequency:2.412 GHz
          RTS thr:off   Fragment thr=2346 B
wlan0     IEEE 802.11g  ESSID:""
          Mode:Managed  Frequency:2.412 GHz  Access Point: Not-Associated
          RTS thr:off   Fragment thr=2346 B
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Infos zum Autor

Marcel Hilzinger

Marcel Hilzinger

Marcel Hilzinger arbeitet als Redakteur für die Zeitschriften LinuxUser und EasyLinux. Am liebsten schreibt er Artikel zu netten Gadgets oder Multimedia-Software. In seiner Freizeit spielt er gerne Kicker.

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LinuxUser 03/2012

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