Während die Geräteindustrie fleißig an der Hochgeschwindigkeitsnorm 802.11n bastelt und etliche Prototypen dieser neuen WLAN-Klasse vorstellt (siehe Kasten "MIMO & Co"), setzen sich zu Hause langsam WLAN-Router und Endgeräte mit einer Geschwindigkeit von 54 MBit/s durch.
Wer jetzt auf das schnelle WLAN umsteigen möchte, hat gute Chancen, einen Adapter zu finden, der mit Linux zusammenarbeitet: Lediglich eins von 15 Geräten in unserem Test verweigerte die Zusammenarbeit mit Linux (siehe Tabelle "15 Adapter im Test"). Für alle anderen gibt es Treiber im Internet, oder sie funktionieren über den Windows-Treiber der Hardware.
MIMO & Co
Wer sich in den Regalen der Retailer nach WLAN-Geräten umsieht, trifft bei jeder zweiten Box auf einen Aufkleber, der besonders hohe Übertragungsraten verspricht. Bei diesen Geräten handelt es sich um nicht normierte Eigenentwicklungen des jeweiligen Anbieters: Die Hardwarehersteller setzen dazu zwar meist auf die Spezifikation des kommenden Standards 802.11n. Da dieser aber voraussichtlich erst Ende 2007 endgültig verabschiedet wird, kann man noch nicht von einem gültigen Standard sprechen.
Zur Kennzeichnung dieser neuen Highspeed-WLAN-Geräte setzen die Hersteller auf Bezeichnungen wie MIMO, Pre-N oder g+ (auch schon g++). Bei MIMO handelt es sich streng genommen nicht um eine Norm, sondern eine technische Lösung: Multiple-Input-Multiple-Output-Geräte senden nicht nur über eine Antenne, sondern benutzen gleich mehrere (in der Regel drei). Dadurch lässt sich der Datendurchsatz von 802.11g-Geräten bis auf 240 Mbit/s steigern.
Da Pre-N-Geräte abwärtskompatibel zu den Standards 802.11b und g arbeiten, lassen sie sich auch unter Linux nutzen. Allerdings setzt das perfekte Zusammenspiel von Access Point und Adapter Produkte des gleichen Herstellers voraus. Selbst dann funktionieren die meisten nur über den Windows-Treiber (oder Ndiswrapper) im 108-Mbit/s-Modus. LinuxUser rät deshalb, mit dem Kauf von 802.11n-Geräten noch abzuwarten, bis der Standard endgültig feststeht: Dann wird es auch entsprechende Linux-Treiber geben.
Firmware-Probleme
Auch Linux-Benutzer sind mittlerweile gewohnt, dass unterstützte Hardware nach dem Anschließen gleich funktioniert. Bei WLAN-Geräten ist das allerdings nicht der Fall. Rund drei Viertel der getesteten Geräte basieren auf einen Chipsatz von Ralink. Aktuelle Distributionen bringen dafür zwar Support mit, mangels Firmware funktionieren die WLAN-Adapter aber nicht: Zwar zeigt das System an, dass es ein neues Netzwerkgerät gefunden hat, der Verbindungsaufbau scheitert hingegen. Zwar bieten diverse Internetforen zu diesen Problemen vermeintliche Lösungsansätze, doch die sind von vorneherein zum Scheitern verurteilt, da sie mit aktuellen Treibern nicht mehr funktionieren.
Wir beschreiben im folgenden, wie Sie die Ralink-Treiber installieren, alternativ Cardbus-Geräte mit einem Broadcom-Chip in Betrieb nehmen, und für welche Adapter nur eine Lösung über den Windows-Treiber möglich ist. Der zweite Teil des Artikels zeigt, wie Sie per WPA eine sichere WLAN-Verbindung herstellen. Für die Tests haben wir sämtliche Adapter unter Open Suse 10.2 und Ubuntu 6.10 geprüft. Die Lösungsansätze funktionieren aber mit jeder halbwegs aktuellen Distribution.
15 Adapter im Test
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Hersteller | Buffalo | Conceptronic | Hama | Hama | Linksys | Netgear | Sitecom | Conceptronic | Hama | AVM | Conceptronic | Hama | Linksys | Netgear | Sitecom |
| Modell | WLI-CB-G54S | C54RC | 00062767 | 00062733 | WPC54G-D2 | WG511 v2 | WL-120 V2 | C54Ri | 00062732 | Fritz!WLAN Stick v1.1 | C54RU | 00062764 | WUSB54GC | WG111GR v2 | WL-172 v1 001 |
| Anschluss | Cardbus | Cardbus | Cardbus | Cardbus | Cardbus | Cardbus | Cardbus | PCI | PCI | USB | USB | USB | USB | USB | USB |
| Modi | b/g | b/g | b/g | b/g/MiMo | b/g | b/g | b/g/g+ | b/g | b/g/MiMo | b/g/g+ | b/g | b/g | b/g | b/g | b/g/g+ |
| WPA | WEP/WPA | WEP/WPA/WPA2 | WEP/WPA | WEP/WPA/WPA2 | WEP/WPA | WEP/WPA | WEP/WPA | WEP/WPA/WPA2 | WEP/WPA/WPA2 | WEP/WPA/WPA2 | WEP/WPA/WPA2 | WEP/WPA/WPA2 | WEP/WPA/ | WEP/WPA/WPA2 | WEP/WPA/ |
| WPA-Tool | wpa-supplicant
|
iwpriv
|
iwpriv
|
iwpriv
|
wpa-supplicant
|
wpa-supplicant
|
- | iwpriv
|
iwpriv
|
wpa-supplicant
|
iwpriv
|
iwpriv
|
iwpriv
|
wpa-supplicant
|
iwpriv
|
| Chipsatz | Broadcom | Ralink | Ralink | Ralink | Broadcom | Marvell | Sitecom? | Ralink 2561 | Ralink 2600 | ? | Ralink | Ralink | Ralink | Ralink | Ralink |
| Treiber | bcm43xx
|
rt61
|
rt61
|
rt61
|
bcm43xx
|
ndiswrapper
|
- | rt61
|
rt61
|
ndiswrapper
|
rt73
|
rt73
|
rt73
|
rtl8187/ndiswrapper
|
rt73
|
| Firmware | Download | Treiber | Treiber | Treiber | Download | OK | - | Treiber | Treiber | OK | Treiber | Treiber | Treiber | OK | Treiber |
| Soft-MAC | Ja | Ja | Ja | Ja | Ja | Nein | - | Nein | Nein | Nein | Nein | Nein | Nein | Nein | Nein |
| Interface | ethX
|
raX
|
raX
|
raX
|
ethX
|
wlanX
|
- | raX
|
raX
|
wlanX
|
rausbX
|
rausbX
|
rausbX
|
wlanX
|
rausbX
|
| Unterstützung | grüngelb | grüngelb | grüngelb | grüngelb | grüngelb | orange | rot | grüngelb | grüngelb | orange | grüngelb | grüngelb | grüngelb | - | grüngelb |
| Preis (ca.) | 25 Euro | 25 Euro | 20 Euro | 40 Euro | 30 Euro | 25 Euro | 40 Euro | 25 Euro | 45 Euro | 30 Euro | 20 Euro | 20 Euro | 30 Euro | 25 Euro | 30 Euro |
| grün=funktioniert out-of-the-box, grüngelb=manuelle Konfiguration, orange=mit Ndiswrapper, rot=funktioniert nicht unter Linux | |||||||||||||||
Ralink rulez
In den Anfangsjahren des WLAN galt für den Einsatz unter Linux die Faustregel: Alles mit einem Prism-Chipsatz von Intersil funktioniert. Heute gibt es den besten Linux-Support für Ralink-basierte Geräte (und die integrierten WLAN-Chips von Intel).
Ralink bietet einerseits auf seiner Website Treiber und Firmware zum Download an [1], bei Serialmonkey gibt es aber auch ein freies Projekt [2], das – basierend auf den offiziellen Ralink-Treibern – eigene zum Download bereit stellt. Für sämtliche Tests benutzten wir die Serialmonkey-Treiber. Sie finden diese inklusive Firmware auch auf der Heft-CD.
Schließen Sie eines der Geräte mit Ralink-Chipsatz unter Suse oder Ubuntu an, zeigt die Ausgabe des Befehls iwconfig die Geräte wmaster0 und wlan0 an (siehe Listing 1). Die Ausgabe von lsmod | grep rt führt dann entweder das Modul rt73usb oder rt61pci als geladen auf, und im Systemlog unter /var/log/messages finden sich Einträge, die auf eine fehlende Firmware hindeuten. Treffen diese Symptome auf Ihr WLAN-System zu, brauchen Sie einen anderen Treiber. Damit die Distribution die alten Treiber in Zukunft nicht mehr lädt, müssen Sie diese auf eine "schwarze Liste" setzen. Tragen Sie dazu mit Superuser-Rechten in der Datei /etc/modprobe.d/blacklist folgende Zeile ein:
blacklist Modulname
Modulname ersetzen Sie durch den Namen des Moduls, das die Ausgabe von lsmod | grep rt anzeigt: Also beispielsweise durch rt73usb (WLAN-Sticks) oder rt61pci (Cardbus- und PCI-Karten). Unter Open Suse können Sie alternativ das Paket wlan-kmp-default löschen, das allerdings auch Treiber für andere WLAN-Geräte mitbringt.
kkissling@ubuntu:~$ /sbin/iwconfig
lo no wireless extensions.
eth0 no wireless extensions.
sit0 no wireless extensions.
wmaster0 IEEE 802.11g Frequency:2.412 GHz
RTS thr:off Fragment thr=2346 B
wlan0 IEEE 802.11g ESSID:""
Mode:Managed Frequency:2.412 GHz Access Point: Not-Associated
RTS thr:off Fragment thr=2346 B



