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Die UMTS Surf@home-Box von O2 im Test

01.03.2007
Die UMTS-Technologie setzt sich nur langsam durch. Lange fehlte es an geeigneten Produkten und annehmbaren Preisen. O2 bietet mit seiner Surf@home-Box nun eine Alternative zum DSL-Anschluss an.

Der Mobilfunkanbieter O2 hat die UMTS-Technologie als erste Firma domestiziert. Seit langem schon bietet O2 eine kleine Box an [1], mit der Anwender Zuhause in den Genuss einer UMTS-Verbindung kommen. Die sinkenden Preise (siehe Tabelle "Tarife") machen die UMTS Surf@home-Box aber erst jetzt wirklich als DSL-Alternative attraktiv. Technisch lohnt sich ebenfalls ein Blick auf das Gerät (Abbildung 1).

Abbildung 1: Schlicht und edel: Die Surf@home-Box verziert im Gegensatz zu vielen ähnlichen Produkte sogar den Schreibtisch. Mit den drei Knöpfen an der Oberseite steuern Sie das Gerät recht komfortabel.

Für den Anwender weitgehend unbemerkt sorgt nämlich ein Linux-System (Kernel 2.4.21) auf der Box für sicheren und stabilen Online-Genuss. O2 hat sich bei der Wahl der Hardware auf den Hersteller Option verlassen, das Gerät basiert auf dem Globe Surfer 3G [2].

Darauf läuft ein angepasstes OpenRG-System [3], die GPL-Teile der Software bietet O2 Lizenz-konform zum Download an [4]. Einige Programme, etwa die Firewall, gibt es allerdings nicht unter einer Open-Source-Lizenz. Äußerlich macht die Surf-Box schon einiges her: In elegantem Weiß und mit einem großen Display ausgestattet braucht sie sich nicht unter dem Tisch verstecken.

Tarife

Tarif Inklusiv-Minuten/Inklusiv-Volumen (MByte)1) mtl. Grundgebühr
Surf@home ohne Surf-Pack - 9,99 Euro
Surf@home mit Time 10 oder Volume 500 10/500 19,99 Euro
Surf@home mit Time 20 oder Volume 1000 20/1000 24,99 Euro
Surf@home mit Time 40 oder Volume 2000 40/2000 31,99 Euro
1) Kunden können zwischen Inklusiv-Minuten und -Volumen entscheiden.

Einrichtung leicht gemacht

Haben Sie das Gerät ans Stromnetz angeschlossen und per Netzwerkkabel mit dem PC verbunden, greifen Sie mit dem Browser über die IP-Adresse 192.168.1.1 auf das Webinterface zu. Adressen vergibt die Box standardmäßig per DHCP. Praktischerweise hat O2 die Standardwerte für IP-Adresse und WLAN-Konfiguration auf der Unterseite aufgedruckt. Es empfiehlt sich nicht nur deswegen, die WLAN-SSID so schnell wie möglich zu ändern.

Beim ersten Start offeriert das Gerät die Auswahl zwischen den Sprachen Englisch und Deutsch für die Oberfläche. Danach setzen Sie das Passwort für den Administrator und gelangen anschließend auf die Quick-Setup-Seite. Hier sollte unter dem Punkt UMTS alles Nötige bereits eingerichtet sein. Falls nicht: Der Name des Zugangspunkts (auch als Access Point Name, APN bekannt) für das O2-UMTS-Netz lautet pwi.o2.com.

Obwohl selbst die Anleitung empfiehlt, das Aussenden der SSID (SSID Broadcast) zu verbieten, hat der Hersteller sie standardmäßig eingeschaltet. Bei den Verschlüsselungstechniken bietet die Surf@home-Box das (einigermaßen unsichere) WEP sowie das neuere WPA an. Der Menüpunkt Sicherheitsstufe verunsichert eher, denn die Wahl zwischen minimaler, normaler und maximaler Sicherheitsstufe erweist sich als nicht besonders aussagekräftig. Hier sollte ein Hilfetext darauf hinweisen, was mit welcher Sicherheitsstufe möglich ist.

Los geht's

Im letzten Schritt gilt es, den PIN-Code einzugeben. Danach sucht das Gerät eigenständig ein UMTS-Netz. Ein Klick auf den Button Verbinden in der Weboberfläche (oder ein Druck auf den Knopf Connect auf dem Gerät) bringt einen dann online. Im Test wollte der Verbindungsaufbau nicht auf Anhieb funktionieren, ein Anruf bei der Support-Hotline löste das Problem aber schnell: Es war nicht die richtige Adresse im System gespeichert. Jede Surf@home-Box ist nämlich an eine einzige Adresse gebunden, dass heißt, Sie können das Gerät also nicht mit auf Reisen nehmen.

Im Testgebiet, der Bonner Innenstadt, bot das UMTS-Gerät eine hohe Datenrate von knapp 300 KBit/s, die sich sogar recht stark den theoretisch möglichen 384 KBit/s annähert. Die Hardware zeigt Auf dem 128x64 Pixel großen Display den Status der Connection an. Zwei Punkte signalisieren daneben ein- und ausgehenden Verkehr.

Das Webinterface bietet eine Menge Funktionen, die weit über die Anforderungen eines Heimanwenders hinausgehen. So ist es etwa möglich, beliebig viele Netzwerkschnittstellen (für VLAN, Bridging, PPTP, L2TP oder IPSec) anzulegen (Abbildung 2). Die Option, einen VPN-Server zu starten, lohnt sich hier allerdings nur bedingt, da es sich um eine Einwählverbindung mit dynamischer IP-Adresse handelt und sich diese spätestens alle 24 Stunden ändert. Die Möglichkeit, einen Service wie DynDNS zu nutzen, bietet das Interface leider nicht.

Abbildung 2: Die Web-Schnittstelle zum Surf@home-Gerät bietet fortgeschrittenen Benutzern weitreichende Konfigurationsmöglichkeiten.

Der Menüpunkt Sicherheit ist deutlich aussagekräftiger als die eben erwähnte Auswahl im Quick Setup. Hier haben Sie nicht nur eine Auswahl zwischen den drei genannten Optionen, sondern legen sehr viel detailliertere Sicherheitsrichtlinien fest. Für Heimanwender sind Konfigurationen wie DMZ oder Port Triggering aber ziemlich unwichtig.

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