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Das Schnäppchen

Günstiger Wohnzimmer-PC bei Marktkauf

Bye-bye Linspire

Da Linspire nicht nach jedermanns Geschmack funktioniert, testeten wir den Marktkauf-Rechner auch mit aktuellen Mainstream-Distros und dem für Videoaufnahmen optimierten LinVDR. Die getesteten Distributionen booten deutlich schneller als Linspire, haben aber Probleme mit 3D und Suspend-to-RAM.

Open Suse 10.2 lässt sich problemlos auf den PC aufspielen: Über YaST verkleinern Sie die 200 GByte große Ext3-Partition von Linspire und legen dann die gewünschten Partitionen an. Videos und DVDs abzuspielen funktioniert auch unter Suse ohne Schwierigkeiten. Die X.org-Version der Distribution scheint aber Probleme mit dem aktuellen via-Grafiktreiber zu haben: der X-Server stürzt bereits beim Aufruf von glxinfo reproduzierbar ab.

Sämtliche 3D-Anwendungen, die wir testeten, führten zu einem Neustart des KDE-Desktops. Auch Suspend-to-RAM verweigerte den Dienst. Der Rechner ließ sich zwar problemlos in den Ruhezustand versetzen; beim Aufwachen blieb der Monitor aber schwarz und auch das Keyboard reagierte nicht mehr, so dass sich der Rechner nur noch zurücksetzen ließ.

Probleme macht auch der Bootloader: Linspire startet über den von Open Suse installierten Grub nicht. Abhilfe schaffen Sie, indem Sie von der Linspire-CD booten, das Expertenmenü öffnen und hier den Menüpunkt Boot hda1 aufrufen. Danach starten Sie die Grub-Shell in einer Konsole über den Befehl grub und geben folgende Befehle ein:

root (hd0,0)
setup hd0

Mit [Strg]+[D] verlassen Sie die Grub-Shell. Nach einem Reboot startet wieder der Bootmanager von Linspire.

Auch Fedora Core 6 und Ubuntu 6.10 ließen sich problemlos auf dem Medion-PC installieren. 3D und Suspend-to-RAM lassen sich jedoch auch unter Fedora nicht nutzen. Bei 3D-Spielen stürzte der X-Server zwar nicht ab, aber Tuxracer oder glxgears ruckelten deutlich. Nach dem Suspend gelang es Fedora nicht, das Display wieder zu aktivieren.

Anders Ubuntu: Hier begeistern die 3D-Spiele genauso gut wie unter Linspire, auch Suspend-to-RAM funktioniert wie erwartet. Ein rundum zufriedenstellendes System bieten somit nur die Debian-Abkömmlinge Linspire und Ubuntu.

Nach den erfolgreichen Versuchen mit Fedora, Suse und Ubuntu versuchten wir auch die Videorecorder-Distro LinVDR [4] auf den Rechner aufzuspielen. Mit der aktuellen Version 0.7 kam es allerdings beim ersten Reboot zu einem Kernelabsturz. Auch die manuelle Installation hängte sich beim ersten Neustart auf. Für ein LinVDR-basiertes Mediacenter eignet sich der Rechner somit nicht.

Fazit

Zum Preis von 200 Euro kann man den Marktkauf-PC zu Recht als Schnäppchen bezeichnen. Das mitgelieferte Linspire-System erfüllt die Ansprüche eines durchschnittlichen Internet- und Multimediabenutzers zu vollsten Zufriedenheit. Zudem lässt sich bei Bedarf auch jede halbwegs aktuelle Linux-Distribution auf dem Rechner betreiben. Als Spiele-PC oder zum Rippen von DVDs eignet sich der Rechner weniger; bei diesem Preis ist das aber auch nicht zu erwarten.

Glossar

Digitainer

Medion-Rechner mit einer Mediacenter-ähnlichen Oberfläche (kein Linux) und einer TV-Karte, ursprünglich als Wohnzimmer-PC gedacht.

Infos

[1] Bedienungsanleitung Digitainer: http://download2.medion.de/downloads/anleitungen/bdasys4008digitainerde.pdf

[2] LinDVD: Kristian Kißling, "Gesetzestreu", LinuxUser 01/2007, S. 72, http://www.linux-user.de/ausgabe/2007/01/072-lindvd/

[3] Linspire-Registrierung: http://www.linspire.com/go

[4] LinVDR: http://linvdr.org/

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Kommentare
LINVDR installieren ohne PS2-Schnittstelle
Thilo (unangemeldet), Donnerstag, 05. November 2009 17:14:43
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Hallo,
kann mir jemand helfen? Habe mir diesen PC schon mal vor einiger Zeit bei Real gekauft. Jetzt will ich LINVDR aufspielen und ihn im Wohnzimmer als Sat-Receiver und Videorecorder nutzen. Er sieht ja gut aus und ist sehr leise. Aber LINVDR verlangt bei der Installation die Befehlseingabe über die Maus bzw. Tastatur. Der PC hat aber keinen PS2-Anschluß. Die USB-Ports reagieren in dieser Phase noch nicht. Die Installation muß ich schon bei der Sprachauswahl abwürgen, weil ich kein "OK" und nichts eingeben kann. Die Festplatte ausbauen, in einen anderen PC rein, LINVDR aufspielen und danach die Festplatte in den (LInspire) PC ist auch keine Lösung. Weiß jemand Rat. Kann mir einer helfen?
Vielen Dank
Thilo


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wie bekomme ich linespire von diesem rechner runter und windows cp rauf
matze (unangemeldet), Mittwoch, 15. Juli 2009 19:57:50
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würde gerne linspire runternehmen und xp rauf. kann xp aber weder von cd automatisch starten noch von cd aus booten. geht es überhaupt?


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Nicht wirklich so gut, wie geschildert...
Sven Preuß, Donnerstag, 15. Januar 2009 21:32:49
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Ich habe mir den im Bericht beschriebenen Multimedia-PC vor kurzem (Januar 2009) in einem Schnäppchen-Markt für €150,- gekauft.
Leider läßt das Abspielen einer (original-)DVD zu wünschen übrig, das Bild ruckelt, so daß man den Film nicht wirklich genießen kann.
Auch das Abspielen von AVI-Dateien gestaltet sich als Abenteuerlich: Nach dem Abspann merkt man, daß das Bild dem Ton immer mehr hinterher hinkt.
Erst nachdem im Bios dem Grafik-Chip die 'gesammten' 64MB, anstelle der voreingestellten 32MB zugewiesen wurden, lief die Datei korrekt, aber auch nur so lange, bis man in den Vollbildmodus wechselt, dann wird die Vidio-Spur langsamer und hinkt dem Ton wieder hinterher.

Vielleicht läuft das ganze System besser, wenn es eine größere CPU (1,2 GHz) und mehr Arbeitsspeicher (1024MB) bekommt.
Möglich, daß ich aber um eine bessere Grafikkarte nicht herum komme...


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Re: Nicht wirklich so gut, wie geschildert...
Marcel Hilzinger, Freitag, 16. Januar 2009 21:49:57
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Nein, die CPU ist nicht das Problem sondern der Grafiktreiber. Du brauchst den via-Treiber für 2D-Beschleunigung, sprich ruckelfreies DVD-Playback. Seit dem Test hat sich der X.org-Server weiterentwickelt, ich kenne da den aktuellen Stand nicht, kann mich aber mal schlau machen, da ich im Hardwarelabor noch mit dem Linspire-Rechner arbeite (allerdings mit Ubuntu).

Ich überprüfe das mal, aber ich glaube, 32 MByte sind bei mir eingestellt und das reicht zum DVD-Playback allemal.


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Re: Nicht wirklich so gut, wie geschildert...
Sven (unangemeldet), Freitag, 16. Januar 2009 22:34:16
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2D-Beschleunigung? Oder meinst Du die 3D-Beschleunigung?Hmm, dann muss ich da noch mal in den Einstellungen schauen, ob die 3D-Beschleunigung überhaupt aktiviert ist.
In der X-org.conf steht jedenfalls der via drin...

Gruß,

Sven


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Re: Nicht wirklich so gut, wie geschildert...
Sven (unangemeldet), Sonntag, 18. Januar 2009 14:54:42
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Hallo Marcel!

Also, ich habe mal versucht, das System mit dem via-Treiber (wird in den Einstellungen im Kontrollzentrum angeboten!!) einzurichten, doch das ist die reinste Katastrophe!
ich bekomme den Treiber zwar aktiviert, habe dann aber keinerlei passende Auflösung!
Laut Herstellerangaben zum LCD-Fernseher ist die optimale Auflösung 1024x768 doch damit ist das Bild immer noch zu schmal und zu hoch (Kontrolleiste nicht erreichbar)

Ich verstehe das absolut nicht.

Ein weiterer Pun kt, der mich absolut in den Wahnsinn treibt, ist die tatsache, daß das System mit jedem Bootvorlang länger braucht, bis es hochgefahren ist!
Zunächst kommt ja der Spash-Screen, mit dem Balken der sich langsam füllt. Dann legt sich der login-Prompt über das Bild, soweit so gut. Doch nun heißt es warten. Zunächst glaubt man schon, das System bekommt den x-Server nicht gestartet, doch nach einigen Minuten geht es weiter: Schwarzer Bildschirm. Nein, wir warten noch einige Minuten. dann taucht plötzlich der KDM auf (ok bei Linspire heißt das Ding LDM), an dem man sich am System anmelden kann.
Nun noch einige Minuten warten, bis der Desktop aufgebaut ist.

Wenn Linspire dem User das gefühl geben will, ein Windowsähnliches System vor der Nase zu haben, dann ist ihnen das hiermit ganz sicher gelungen... *grummel*

Ich vermute mal, daß das system irgendwelche System-Log-was auch immer für Dateien schreibt, die es bei jedem Bootvorgang ausliest. Und da die dateien mit jedem Bootvorgang mehr werden, dauert das Booten auch jedes mal länger. kann man da irgendwo was abschalten, damit das System wieder flotter da ist?

Gruß,

Sven


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Re: Nicht wirklich so gut, wie geschildert...
Sven (unangemeldet), Montag, 26. Januar 2009 14:18:47
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Hallo Marcel!

So, ich habe nun mal eine schnellere CPU und das doppelte an RAM reingestöpselt. Ein bisschen besser ist es geworden, aber es reicht noch nicht aus.

Wie schaut es denn aus, hast Du noch was, hinsichtlich des Grafiktreiber in Erfahrung bringen können?

Gruß,

Sven


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Infos zum Autor

Marcel Hilzinger

Marcel Hilzinger

Marcel Hilzinger arbeitet als Redakteur für die Zeitschriften LinuxUser und EasyLinux. Am liebsten schreibt er Artikel zu netten Gadgets oder Multimedia-Software. In seiner Freizeit spielt er gerne Kicker.

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