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Beeindruckende Vielfalt

Das neue Livesystem Knoppix 5.1.1 im Überblick

01.03.2007 Knoppix sucht als Livesystem im Funktionsumfang seit jeher seinesgleichen. Die aktuelle Version 5.1.1 kommt nicht nur mit dem 3D-Desktop Beryl sondern auch mit einer schreibenden NTFS-Unterstützung.

Beinahe auf den Tag genau sechs Monate nach Erscheinen dem letzten Release 5.0.1 veröffentlichte Klaus Knopper, der Maintainer von Knoppix [1], die Version 5.1, welche er wenige Tage später auf 5.1.1 aktualisierte. Grund für das schnelle Update waren einige Bugs, unter anderem in Kicker und Kdebase, die erst nach dem Veröffentlichen aufgefallen waren. Die nun vorliegende, aktualisierte Live-Distribution (Abbildung 1) besteht aus über zehn GByte Daten (900 installierte Softwarepakete mit über 2000 lauffähigen Anwenderprogrammen). Der Kasten "Programmversionen im Überblick" gibt einen Vorgeschmack auf das Repertoire.

Abbildung 1: Die Live-Distribution Knoppix verfügt über eine Programmvielfalt, die ihresgleichen sucht.

Auf dem Datenträger finden sich Applikationen jeder Couleur: Vom Office-Paket über Audioplayer- und Editoren bis hin zu Programmierumgebungen wie Eclipse oder Mono enthält die DVD alles, was das Anwenderherz begehrt. Damit diese auf eine DVD passen, speichert Knoppix sie innerhalb eines hochkomprimierten Cloop-Images (Compressed Loopback Device). Als Basis verwendet die Distribution den Repository-Zweig von Debian Etch (4.0).

Damit das Verwenden von Knoppix kein kurzlebiges Vergnügen bleibt, erlaubt die Distribution sowohl das Anlegen eines persistenten Home-Verzeichnisses auf der Festplatte als auch das Backup aller Konfigurationsdateien, die das Init-Skript jeweils beim Start des Systems berücksichtigt. Auch der kompletten Installation von Knoppix auf der Festplatte steht dank eines Setup-Programms nichts im Wege.

Trotz der umfangreichen Ausstattung läuft die Distribution bereits auf Rechnern ab 100-MHz-CPU und 32 MByte Hauptspeicher. Allerdings setzt das voraus, dass Sie auf den grafischen Modus verzichten, denn dieser erfordert mindestens 96 MByte RAM. Dank der ausgezeichneten Hardwareerkennung findet Knoppix selbst exotische Geräte und bindet diese ein.

Programmversionen im Überblick

  • KDE 3.5.5
  • Gnome 2.14
  • Kernel 2.6.19.1
  • OpenOffice 2.1
  • Iceweasle (Firefox) 2.0
  • Icedove (Thunderbird) 1.5.0.9

Starten und einrichten

Das Boot-Menü enthält vier verschiedene Startmodi für Knoppix, von denen die ersten drei Knoppix mit dem jeweils genannten Windowmanager starten. Speziell Besitzer älterer Rechner sollten hier Icewm den Vorzug geben, da er erheblich weniger Ressourcen benötigt als KDE oder Gnome. Im laufenden Betrieb wechseln Sie zu einem anderen Windowmanager über einen Klick auf den Pinguin in der Kontrolleiste unter der Anwahl von Utilities | KNOPPIX-Desktop Auswahl/Neustart.

Anders als bei Spielen, bei denen Cheatcodes kleine Schummeleien ermöglichen, stehen sie bei Knoppix für Bootoptionen, die das Start- und Laufverhalten des Systems beeinflussen. Einen Überblick über häufig verwendete erreichen Sie über [F1] direkt nach dem Erscheinen des Bootscreens. Die komplette Liste liegt in der Datei /KNOPPIX/knoppix-cheatcodes.txt auf dem Datenträger.

Zum individuellen Anpassen an die Hardware und die eigenen Bedürfnisse enthält Knoppix eine ganze Reihe von Skripten und Programmen, die eine manuelle Konfiguration weitgehend überflüssig machen. Die essentiellen Programme erreichen Sie über einen Klick auf den Pinguin in der Menüleiste. Zum Anschluss an ein Netzwerk enthält Knoppix Konfigurationshelfer für LAN, WLAN, Funk-LAN, GPRS und UMTS sowie Analogmodems, ADSL und ISDN. Weitere Assistenten und Werkzeuge erreichen Sie im Startmenü unter System und Einstellungen.

NTFS lesen und schreiben

Knoppix verwendet in dieser Version ausschließlich das Treiber Ntfs-3g [2] zum Mounten von NTFS-Partitionen. Dieser ermöglicht sowohl den lesenden als auch den schreibenden Zugriff darauf. Knoppix scannt bereits beim Booten die Festplatte und erstellt für jede Partition ein Icon auf dem Desktop. Der Klick darauf mountet und öffnet die Partition – bei NTFS in der Grundeinstellung nur lesend.

Um den Schreibmodus zu aktivieren, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Icon, welches für die NTFS-Partition steht und wählen aus dem Kontextmenü den Eintrag Lese/Schreibmodus ändern. Nach dem Bestätigen der folgenden Sicherheitsabfrage erlaubt das System den Schreibzugriff.

Im Test verhielt sich das Dateisystem überraschend konsistent. Auch das Erstellen mehrfach verschachtelter Verzeichnisse (Abbildung 2) mit komplizierten Verzeichnisnamen, die sowohl Leer- als auch Umlaute enthielten, bereiteten keinerlei Probleme.

Abbildung 2: Sowohl unter Windows als auch unter Linux erstellte Verzeichnisse mit Leerzeichen oder Umlauten bereiteten mit dem neuen Treiber Ntfs-3g keinerlei Probleme.

Dauerhafte Werte

Damit Konfigurations- und Anwenderdateien einen Neustart des Systems überleben, stellt Knoppix verschiedene Möglichkeiten bereit, diese Daten sicher zu speichern. Zum Einrichten eines dauerhaften Home-Verzeichnisses, das neben den erstellten Dokumenten alle personenbezogenen Konfigurationsdaten der bis dahin verwendeten Programme aufnimmt, klicken Sie unter KDE auf den Pinguin in der Menüleiste und wählen den Eintrag Konfiguration | Permanentes Knoppix-Image einrichten.

Als Speicherort kommen sowohl Wechseldatenträger wie USB-Sticks als auch die lokale Festplatte in Frage. Um das Home-Verzeichnis bereits beim Booten zu laden, ergänzen Sie die Befehlszeile ([F5]) im Boot-Menü um den Eintrag home=scan. Das veranlasst einen Suchlauf in allen angeschlossenen Laufwerken nach dem Home-Verzeichnis.

Möchten Sie nur die Konfigurationsdateien sichern, klicken Sie im gleichen Menü wie zuvor auf den Eintrag KNOPPIX-Konfiguration speichern. Das Kommando myconf=scan im Boot-Menü sucht und lädt die Einstellungen bereits beim Booten.

Möchten Sie Knoppix nicht nur als Livesystem verwenden, sondern fest installieren, starten Sie das Setup mit dem Aufruf sudo knoppix-installer. Es sei darauf hingewiesen, dass sich dieser noch in der Entwicklung befindet und einige Bugs enthält. Einer davon verschweigt dem Anwender, dass die Zielpartition mindestens 13 GByte groß sein muss. Es findet aber auch kein entsprechender Test statt, ob der Platz der gewählten Partition ausreicht. Versuche der Installation auf kleinere Partitionen quittiert der Installer weder mit Warnhinweisen noch einem Abbruch der Installation, sondern scheint diese erfolgreich abzuschließen. Reicht der Platz aus, klappt die Installation jedoch problemlos.

Ein Fehler im Zusammenhang mit dem Kommando Su im fertig installierten Knoppix verhindert das Ausführen von Systemeinstellungen wie dem Einrichten der Netzwerkkarte. Den entsprechenden Workaround finden Sie bei den Tipps und Tricks auf den folgenden Seiten.

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Infos zum Autor

Thomas Leichtenstern

Thomas Leichtenstern

CD/DVD-Redakteur


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LinuxUser 03/2012

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