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Von Fenstern und Farben

Fachbegriffe zum X-Window-System erklärt

Transparenz

Bis zur Version 6.8 von X.org war echte Transparenz (Abbildung 3) nicht möglich. Stattdessen gab es einige Tricks, um diesen Effekt vorzutäuschen: etwa, den entsprechenden Ausschnitt des Desktop-Hintergrunds ins Fenster zu kopieren. Diese Tricks brachten aber oft den Nachteil, dass Teile von Fenstern übrig blieben, obwohl diese bereits verschoben, verändert oder geschlossen waren. Aktuelle Desktops bieten volle Transparenz dank zweier Erweiterungen des X.org-Servers: Composite und Demage.

Abbildung 3: Echte Transparenz auf dem KDE-Desktop, zwei Fenster liegen übereinander.

Traditionell zeichnen X-Clients den Fensterinhalt immer direkt in den sichtbaren Bildspeicher. Teile von älteren Programmfenstern, die eine neue Anwendung überdeckt, löscht das System aus dem Grafikspeicher. Verschiebt man ein Fenster, wird der aktuelle Bildspeicher erneut teilweise überschrieben und das Spiel geht wieder von vorne los. Der alte X-Server musste folglich sämtliche Fenster neu zeichnen, die nur teilweise verdeckt waren und wieder nach vorne geholt wurden. Echte Transparenz war schlicht deshalb nicht möglich, weil der X-Server nicht wusste, was hinter einem Fenster liegt.

Für die Lösung dieses Problems sorgt die Composite-Erweiterung [5]. Sie kümmert sich darum, dass Programme Informationen zum Fensterinhalt auch in den nicht sichtbaren Bereich des Grafikspeichers schreiben. Anschließend stellt der X-Server nach Anweisungen des Windowmanagers den Bildschirminhalt aus den gestarteten Programmen zusammen. Für die passenden Effekte sorgt ein spezieller Composite Manager (Überlagerungsverwalter).

Damit der X-Server nicht bei jeder Änderung den ganzen Desktop neu zeichnen muss, rief man die Demage-Erweiterung [5] ins Leben. Sie kümmert sich darum, dass Fenstermanager und X-Server wissen, welches Programm sich in welcher Form verändert hat. Tatsächlich werden dann nur die veränderten Bereiche neu gezeichnet: Das schont die Ressourcen und beschleunigt die Darstellung.

Composite Manager

Der Begriff Composition kommt aus der Filmtechnik und bedeutet, dass voneinander getrennt aufgenommene Filmspuren zu einem Bild verschmelzen, indem man sie übereinander legt. Der Composite Manager zeichnet dafür verantwortlich, grafische Programme zu kombinieren, bevor der X-Server diese auf dem Bildschirm zeichnet. Er verwendet dazu unterschiedliche Techniken. Für aufwändige Effekte kommt in der Regel OpenGL zu Einsatz, und Composite Manager sowie X-Server nutzen die Hardwarebeschleunigung der Grafikkarte. An dieser Stelle kommen AIGLX, XGL, Compiz und Beryl ins Spiel.

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