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Von Fenstern und Farben

Fachbegriffe zum X-Window-System erklärt

Fenstermanager

Wie bereits erwähnt, kümmert sich der X-Server darum, wie etwas dargestellt wird. Das Aussehen und Verhalten der grafischen Oberfläche legt hingegen ein spezieller X-Client fest: der Windowmanager (Abbildung 2). Er verwaltet die geöffneten Fenster und sorgt dafür, dass jedem Mausklick eine bestimmte Reaktion auf dem Bildschirm folgt.

Linux ist bekannt für seine breite Palette an Fenstermanagern. Für KDE bietet KWin seine Fähigkeiten an, aktuelle Gnome-Desktops verwaltet Metacity. Ältere Fenstermanager sind Fvwm, Window Maker und Enlightenment, relativ neue Xfwm und Fluxbox [4]. Einsteiger verwechseln den Windowmanager gern mit dem Displaymanager, der den grafischen Login-Bildschirm zur Verfügung stellt.

Abbildung 2: So sehen KDE-Fenster ohne den Windowmanager KWin aus. Das Fenster lässt sich dann nicht mehr bewegen oder in der Größe ändern.

Es gibt einige Funktionen, die fast jeder Window-Manager zur Verfügung stellt. Dazu gehören das Ändern der Fenstergröße oder das Starten und Beenden von grafischen Programmen. Für das Aussehen eines Fensters bietet jeder Fenstermanager eigene Möglichkeiten. Viele unterstützen Themes. Ruft man ein bestimmtes Schema auf, ändert dies mit einem Schlag das Aussehen sämtlicher Fenster. Einige Fenstermanager können nur die Farben verändern, andere modifizieren auch die Schrift oder die Form von Buttons.

Bei mehreren geöffneten Fenstern auf einem Desktop bekommt eines davon den Fokus. Der Benutzer kann immer nur in dem Fenster arbeiten, das den Fokus hat. Je nach Fenstermanager muss das nicht zwingend das oberste Fenster auf dem Bildschirm sein. Um einem Fenster den Fokus zuzuordnen, klickt der Benutzer in der Regel auf das gewünschte Fenster. Der Windowmanager holt es dann in den Vordergrund und der X-Server kümmert sich darum, dass die Grafikkarte den Bildschirm auffrischt.

Bei den meisten Fenstermanagern lässt sich der Fokus aber auch so einstellen, dass Programmfenster automatisch in den Vordergrund geholt werden, sobald sich die Maus darüber befindet. Diese Option erspart manchen Mausklick. Bei KDE finden Sie die entsprechende Option im KDE-Kontrollzentrum unter Arbeitsfläche | Fenstereigenschaften.

Toolkits

Für das Aussehen der Fenster zeichnen neben dem Fenstermanager so genannte Toolkits (GUI-Bibliotheken) verantwortlich. Sie stellen Entwicklern eine Sammlung von Schaltflächen, Schiebereglern, Knöpfen und anderen Bedienelementen bereit und helfen so, eine einheitliche Oberfläche zusammenzustellen. Am weitesten verbreitet sind die Toolkits Qt (KDE) und Gtk (Gnome), weniger bekannt sind Motif und Lesstif. Auch für Qt und Gtk gibt es sehr viele verschiedene Themes, über die sich die grafische Oberfläche nach Belieben verändern lässt.

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