Home / LinuxUser / 2007 / 02 / Von Fenstern und Farben

Newsletter abonnieren

Lies uns auf...

Folge LinuxCommunity auf Twitter

Top-Beiträge

Debian leicht gemacht
(161 Punkte bei 4 Stimmen)

Heftarchiv

LinuxUser Heftarchiv

EasyLinux Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Partner-Links:

Das B2B Portal www.Linx.de informiert über Produkte und Dienstleistungen.

Aufmacher

Von Fenstern und Farben

Fachbegriffe zum X-Window-System erklärt

01.02.2007 Die 3D-Desktops laufen immer stabiler und verdrängen bereits auf vielen Rechnern die alten 2D-Oberflächen. Ein Grund mehr, sich mit den Grundlagen der grafischen Oberfläche und den neuen Techniken vertraut zu machen.

In der Umgangssprache steht der Begriff Linux meistens für ein komplettes System mit grafischer Oberfläche, zahlreichen Programmen und Tools. Strenggenommen stellt Linux aber nur den Betriebssystemkern bereit, den so genannten Kernel. Für bunte Fenster, die sich mit einer Maus bedienen lassen, sorgt das X-Window-System, auch einfach X genannt.

Wer jetzt mit Linux einsteigt, hat es leicht: Aktuelle Distributionen nehmen dem Anwender die Konfiguration der grafischen Oberfläche ab. Man darf noch entscheiden, welche Arbeitsumgebung man verwenden will, das Setup aber erfolgt weitgehend automatisch. Hinter der Bühne von KDE, Gnome oder XFCE arbeitet ein eingespieltes Team von Programmen daran, die Augen mit optischen Reizen zu kitzeln. Die Hauptrollen in diesem Team spielen der X-Server und die X-Clients.

Server und Client

X besteht aus zwei Teilen: dem X-Server und dem X-Client. Der Server versorgt einen oder mehrere X-Clients mit bestimmten Funktionen. Ein X-Client dagegen ist ein grafisches Programm, dass den X-Server braucht, um überhaupt arbeiten zu können. Firefox beispielsweise ist ebenso ein X-Client wie der Windowmanager, der für Aussehen und Verhalten von Fenstern verantwortlich zeichnet. X-Server und -Clients vollbringen sämtliche Arbeit für die Darstellung eines Desktops wie KDE.

Der X-Server kümmert sich dabei um das Wie der Darstellung, die X-Clients um das Was (Abbildung 1). Diese Trennung ermöglicht es, dass der X-Window-Client und der -Server auf zwei verschiedenen Rechnern arbeiten: Ein Rechner betreibt den X-Server, auf den die X-Clients von anderen Rechnern aus zugreifen können. Server und Client lassen sich dabei beliebig austauschen.

Abbildung 1

Abbildung 1: Wie das Programm auf den Bildschirm kommt: Über X-Server, Treiber und Grafikkarte führt der Weg letztendlich zur Bildschirmausgabe.

Der X.org-Server

Die derzeit verbreitetste X-Variante ist der Standard-X-Server X.org [2], der von der X.org-Foundation [3] entwickelt wird und momentan in der Version 7.1 vorliegt. Bei X.org handelt es sich um eine Weiterentwicklung des alten XFree86-Servers. Zur Trennung von XFree86 und X.org kam es auf Grund von internen Differenzen im Team bezüglich der XFree86-Lizenz.

Die Architektur des X.org-Server ist recht einfach zu verstehen: Der Server kommuniziert durch den Linux-Kernel mit den Ein- und Ausgabegeräten, die für die grafische Oberfläche notwendig sind. Das betrifft vor allem Maus und Tastatur, deren Eingaben dargestellt werden und Reaktionen des Systems zur Folge haben. Eine Ausnahme bildet die Grafikkarte: Sie spricht der Server in der Regel direkt an, ohne erst den Kernel zu fragen. Analog zum Kernel bringt auch X.org für die meisten Geräte Treiber mit, die man ebenfalls Module nennt. Dennoch handelt es sich bei Kernel- und X.org-Modulen um ganz unterschiedliche Komponenten, die man nicht miteinander verwechseln sollte.

Einige Grafikkartenhersteller stellen zusätzliche Treiber zur Verfügung, diese in der Regel aus einem Kernel- und einem X.org-Modul bestehen. Die bekanntesten unter ihnen sind die kommerziellen Treiber von Nvidia und ATI. Sie liefern zwar (bessere) 3D-Unterstützung und ermöglichen, sämtliche Monitorausgänge zu nutzen, enthalten aber Closed-Source-Code und verstoßen somit laut einigen Kernelentwicklern gegen die GPL. Bei Problemen mit diesen Treibern sind Linux-Benutzer auf den Support des Grafikkartenherstellers angewiesen.

Tip a friend    Druckansicht Bookmark and Share
Kommentare

1842 Hits
Wertung: 89 Punkte (16 Stimmen)

Schlecht Gut

Infos zur Publikation

Infos zur Publikation

LinuxUser 05/2014

Aktuelle Ausgabe kaufen:

Heft als PDF kaufen

LinuxUser erscheint monatlich und kostet in der Nomedia-Ausgabe EUR 5,95 und mit DVD EUR 8,50. Weitere Informationen zum Heft finden Sie auf der LinuxUser-Homepage.

Im LinuxUser-Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben für 3 Euro. Das Jahresabo (ab EUR 60,60) können Sie im Medialinx-Shop bestellen.

Tipp der Woche

Bilder vergleichen mit diffimg
Bilder vergleichen mit diffimg
Tim Schürmann, 01.04.2014 12:40, 1 Kommentare

Das kleine Werkzeug diffimg kann zwei (scheinbar) identische Bilder miteinander vergleichen und die Unterschiede optisch hervorheben. Damit lassen sich nicht nur Rätsel a la „Orignial und Fäls...

Aktuelle Fragen

programm suche
Hans-Joachim Köpke, 13.04.2014 10:43, 8 Antworten
suche noch programme die zu windows gibt, die auch unter linux laufen bzw sich ähneln sozusagen a...
Funknetz (Web-Stick)
Hans-Joachim Köpke, 04.04.2014 07:31, 2 Antworten
Bei Windows7 brauche ich den Stick nur ins USB-Fach schieben dann erkennt Windows7 Automatisch, a...
Ubuntu 13.10 überschreibt immer Windows 8 Bootmanager
Thomas Weiss, 15.03.2014 19:20, 8 Antworten
Hallo Leute, ich hoffe das ich richtig bin. Ich habe einen Dell Insipron 660 Ich möchte gerne Ub...
USB-PTP-Class Kamera wird nicht erkannt (Windows-only)
Wimpy *, 14.03.2014 13:04, 15 Antworten
ich habe meiner Frau eine Digitalkamera, AGFA Optima 103, gekauft und wir sind sehr zufrieden dam...
Treiber
Michael Kristahn, 12.03.2014 08:28, 5 Antworten
Habe mir ein Scanner gebraucht gekauft von Canon CanoScan LiDE 70 kein Treiber wie bekomme ich de...