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Spam-Mails filtern mit CRM114 und KMail

Weg mit dem Dreck

Die Plage nimmt kein Ende: Spam-Versender überfluten die Postfächer argloser Anwender. Spam-Mails von Hand aus zu sortieren mutiert schnell zum Fulltime-Job. Mit CRM114 schaffen Sie den Daten-Müll weitgehend automatisiert beiseite.

Als ob die üblichen Spam-Mails nicht schon ärgerlich genug wären, beglücken Spam-Versender den Mail lesenden Teil der Menschheit mittlerweile auch noch mit Bild-Spams und solchen, die gar keinen sinnvollen Text mehr enthalten.

Das stellt selbst ausgefeilte, gängige Spam-Filter vor große Herausforderungen. So wuchs die Datenbank bei einem Test mit dem Filterprogramm Bogofilter auf bis zu 100 MB an. Der Mail-Empfang mit KMail geriet auf einem IBM ThinkPad T23 mit Pentium 3 1.13 GHz trotz 768 MByte RAM zu einer Geduldsprobe. Die Oberfläche von KMail ist weitgehend blockiert, da das Programm den Spam-Filter derzeit nicht im Hintergrund aufruft [1].

Eine grundlegende Abhilfe scheint zumindest vor KDE 4 unwahrscheinlich, da das voraussetzt, dass die Entwickler große Teile des Programms neu schreiben. Zudem blieben zuviele Spam-Mails ungefiltert, darunter vor allem die erwähnten Bild- und sinnlosen Spams. Ganz klar: Eine leistungsfähigere Lösung musste her.

The CRM 114 Discriminator

Für diesen Test fiel die Wahl auf CRM114, von dem einige Mitglieder der Community große Stücke halten [2]. Das Akronym – ausgeschrieben Controllable Regex Mutilator – spielt auf das Zusatzgerät für den Radioempfang, den CRM114 Discriminator aus dem Film "Dr. Strangelove" von Stanley Kubrick an, das dazu dient, nicht authentifizierte Sendungen gar nicht zu empfangen [3]. Alternativ bieten sich friedlichere Namen wie Controllable Regex Modifier an.

CRM114 arbeitet wie eine Programmiersprache zum Filtern von Daten mit Hilfe von regulären Ausdrücken [4]. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich bei den Daten um E-Mails, Logdateien oder andere Datenquellen handelt. CRM114 lernt die Kriterien, nach denen Sie filtern wollen.

Das Filtern von Mails erledigt ein CRM114-Programm. Dabei bietet CRM114 mehrere Vorteile: Es arbeitet mit hoher Geschwindigkeit, verbraucht relativ wenig Ressourcen, lernt sehr schnell und arbeitet nach anfänglichem Training sehr präzise. Das noble Ziel lautet: E-Mails wirksam genug zu filtern, um dem Geschäftsmodell der Spammer die Grundlage zu entziehen.

Wie viele andere Spam-Filter ermöglicht auch CRM114 den flexiblen Einsatz: So steht einer serverseitigen Installation via Procmail, Maildrop oder die Datei .forward ebenso wenig entgegen wie eine Integration in die Webmail-Oberfläche Squirrelmail oder das textbasierte Mail-Programm Mutt [5][6][7][8].

Dieser Artikel beschränkt sich auf die Grundinstallation von CRM114 und die Integration in KMail. Diese Methode funktioniert mit POP3- und IMAP-Postfächern und benötigt keine Änderungen auf dem Server. Sie eignet sich daher besonders für Anwender, die über keinen eigenen Mailserver mit Root-Zugriff verfügen. Nutzen Sie IMAP auf einem eigenen Server bietet sich die serverseitige Installation an.

CRM114 installieren

Als ersten Schritt installieren und konfigurieren Sie CRM114 und das CRM114-Mailfilterprogramm [5]. Unter Debian und Ubuntu installieren Sie dazu einfach das Paket crm114. Im Test kam die Version 20060704a aus Debian Etch zum Einsatz, ebenfalls in Ubuntu Edgy enthalten, und für Sarge als Backport verfügbar [9].

Verwenden Sie Suse oder wollen Sie eine aktuellere Version von CRM114 einsetzen, greifen Sie auf die Upstream-Version zurück. Am einfachsten verwenden Sie dazu die statisch gelinkte Binärversion [10]. Entpacken Sie das Archiv mit tar -xvzf Archivdatei, wechseln Sie in das neu angelegte Verzeichnis, führen Sie den Befehl su -c "make install_binary_only" aus und geben Sie Ihr Root-Passwort ein. Mit su -c "make uninstall deinstallieren Sie CRM114 bei Bedarf wieder. Um die Software aus dem Quelltext zu installieren, braucht es einige zusätzliche Schritte (siehe Kasten "CRM114 kompilieren").

Für einen ersten Test geben Sie mit crm -v die Versionsnummer von CRM114 aus. Mit crm '-{ output /Hello, world!\n/}' starten Sie das berühmte Hallo-Welt-Programm. CRM114 wartet standardmäßig auf den Eingabestrom, bevor es ein Programm ausführt, das daraus die Ausgabe erzeugt. Drücken Sie [Strg]+[D] um den Eingabestrom zu beenden und das Programm auszuführen.

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