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PDF-Dokumente mit Cabaret Stage editieren

Bühne frei!

PDF-Dokumente anzeigen – das kann Linux schon lang. Endlich kann man Sie jetzt aber auch bearbeiten: Cabaret Stage macht's möglich.

Bisher war man auf Wine und das teure Adobe Acrobat angewiesen, wenn man unter Linux PDF-Dokumente editieren oder PDF-Formulare ausfüllen wollte. Die Schweizer Cabaret Solutions AG bietet nun zumindest für x86-Linux-Distributionen mit Cabaret Stage [1] ein Produkt an, das die Lücke füllen soll. Da es in Java implementiert ist, war der Schritt zur Linux-Unterstützung nur klein. Allerdings handelt es sich bei der momentan verfügbaren Version noch um einen Prototyp. Zudem ist Cabaret Stage keine freie Software – aber für den privaten Gebrauch immerhin kostenlos.

Installation

Das Archiv mit Cabaret Stage finden Sie auf unserer Heft-CD oder laden es nach Anerkennung der Nutzungsbedingungen (EULA) beim Hersteller herunter [2]. Die Angabe persönlicher Daten auf der Download-Seite bleibt freigestellt, das Herunterladen funktioniert auch ohne sie. Legen Sie anschließend mit mkdir ~/cabaret ein Verzeichnis an, kopieren Sie das Archiv dorthin und entpacken Sie es mit tar xvzf cabaretstage*.tar.gz.

Der Programmstart erfolgt, eine installierte Java-Laufzeitumgebung (Sun JRE 5) vorausgesetzt, via cabaretstage.sh. Die in den Produktdetails [3] beschriebenen Systemvoraussetzungen gilt es unbedingt zu beachten: Falls Sie versuchen, Cabaret Stage mit GCJ-Java (bei Ubuntu 6.10 und Suse 10.2 standardmäßig installiert) zu starten, lassen sich PDF-Dokumente noch nicht einmal öffnen (siehe Abbildung 1); gelegentlich verweigert das Programm auch den Start. Abhilfe schafft bei Ubuntu ein sudo apt-get install sun-java5-jre. Unter Suse rüsten Sie via YaST das Paket java-1_5_0-sun nach.

Abbildung 1: Cabaret Stage läuft nur mit Sun-Java – andere Java-Implementierungen sorgen für unvorhersehbare Nebeneffekte.

Mit dem richtigen Java startet Cabaret Stage wesentlich schneller und öffnet auch PDF-Dokumente. Sehen Sie nun statt des Dokumentinhalts nur eine weiße Fläche, so deutet das auf ein weiteres unter [3] beschriebenes Problem hin. Demnach verwendet Cabaret Stage die SWT-Bibliothek von Eclipse.org, die ihrerseits die Cairo-Bibliothek nutzt. Cairo 1.2, das neuere Distributionen (etwa Ubuntu 6.10 und Suse 10.2) mitbringen, enthält einen bekannten Fehler. Zum Umschiffen des Problems holen Sie von der Cabaret-Site [1] die Datei org.eclipse.swt.gtk.linux.x86_3.2.1.v3235-patched.jar. Mit dieser ersetzen Sie im Verzeichnis ~/cabaret/lib die dort vorhandene Datei org.eclipse.swt.gtk.linux.x86_3.2.1.v3235.jar.

Erste Schritte

Cabaret Stage ist eine klassische, fensterbasierte Anwendung. Am oberen Fensterrand finden Sie ein Menü und darunter eine Icon-Leiste für den schnellen Zugriff auf häufig genutzte Funktionen. Verweilt der Mauszeiger ein klein wenig über einem Icon, erscheint als Hilfestellung ein Tooltip. Dass die Icons teilweise nicht richtig skalieren, ist bei den Entwicklern bekannt und wird momentan korrigiert.

Den linken Fensterbereich nimmt nach dem ersten Start eine Favoritenliste ein. Über Ansicht | Seitenleiste aktivieren Sie bei Bedarf noch weitere Seitenleisten (auch am rechten Fensterrand). Den größten Teil des Fensters nimmt in der Mitte das eigentliche Dokument ein. Halten Sie mehrere Dokumente gleichzeitig geöffnet, organisiert Cabaret Stage diese in Registerkarten.

Im heruntergeladenen Archiv befindet sich auch ein Test-PDF-Dokument, das nach der Installation unter ~/cabaret/demo/doc/de liegt. Über Datei | öffnen oder [Strg]+[O] öffnen Sie das enthaltene Überweisungsformular (Abbildung 2). Sobald Sie eine Zeile des virtuellen Vordrucks anklicken, lässt sich diese editieren (siehe Kontonummer in Abbildung 2). Mit [Eingabe] bestätigen Sie die Änderung, die Cabaret Stage daraufhin ins Formular einfügt (Empfänger in Abbildung 2).

Abbildung 2: Als Testdokument bringt Cabaret Stage ein Überweisungsformular mit.

Natürlich muss eine Überweisung auch unterschrieben werden, was Cabaret Stage – eine vorhandene digitale Signatur vorausgesetzt – auch erledigen kann. Ein Klick auf den Unterschriftsbereich im Überweisungsformular öffnet einen Dialog, der die Auswahl des gewünschten Signaturverfahrens ermöglicht. Bisher wurde noch kein solches installiert, sodass der Dialog noch keine wirkliche Auswahl bietet.

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